Map Masters

Ein Team aus Abenteurern schlagen sich gemeinsam - oder aber auch gegeneinander - durch einen stetig verändernden Dungeon, sammeln Loot, bekämpfen Bosse und versuchen dabei vor allem eines, und zwar sich nicht zu verlaufen. Werdet ihr diese Dungeon meistern oder euch in den verwinkelten Ecken verlieren?

Kartographie, Magie und ganz viel Strategie

Willkommen bei Map Masters, einem Spiel, das in gewisser Maßen den Flair vom klassischen das Labyrinth der Meister beziehungsweise das verrückte Labyrinth in sich trägt, jedoch vollkommen anders ist. Gleich vorweg: Grundsätzlich gibt es zwei Modi um Map Masters zu spielen, kooperativ oder kompetitiv, die sich teils deutlich voneinander unterscheiden. Dazu kommen vier Schwierigkeitsgrade und reichlich Szenarien (13), darunter auch wirklich harte Nüsse sind.

Kooperativ wird jede zweite Karte des Dungeons offen und das jeweilige Ziel ausgelegt. Vier Abenteuerteams starten an den Rändern des Labyrinths und versuchen sich bis zum Boss durchzuschlagen und gewisse Items dorthin zu bringen, um diesen auszuschalten. Jeder Spieler bekommt drei Handkarten entsprechend Labyrinth-Teilen, die in die Zwischenfelder platziert werden müssen, dann wird mit einem wegwischbaren Stift eine Route eingezeichnet und Loot am Weg eingesammelt. Aber Achtung: Kreuzen sich zwei Wege oder endet ein Abenteurer in einer Sackgasse, so verliert das gesamte Team. Zumeist muss auch jeder der Abenteurer ein Ziel erfüllen, somit kann auch keiner einfach zurückgelassen werden. Gemeinsam gilt es also eine Route durch den Dungeon zu planen, sodass man sich niemals gegenseitig den Weg abschneidet aber gleichzeitig jeder eines der Ziele erfüllen kann. Dazu kommt ein Shop, der dabei helfen kann, gewisse Items anzusammeln.

Im kompetitiven Modus spielt ihr nicht ein Szenario nach dem anderen, sondern mehrere Runden hintereinander die abseits der Koop-Missionen existieren. Hier werden spielerspezifische Decks erstellt und pro Runde versucht jeder für sich einen fünf Felder großen Dungeon aufzubauen und darin Haupt- sowie Nebenziele zu erfüllen und idealerweise zu entkommen. Diese Ziele und das Entkommen bringt beides Punkte, aber manchmal gibt es sogar noch Extrapunkte für den Schnellsten unter euch. Münzen, die ihr dabei sammelt, können zwischen den Runden genutzt werden, um Items zu kaufen oder aber auch euer Deck upzugraden, sprich: gewisse Karten aus diesem zu entfernen oder einzubringen.

Auch wenn der Ablauf erstmal sehr einfach klingen mag, Map Masters ist teils ein wirklich aufwändiges Spiel! So viel wie es an Optionen für die einzelnen Partien bietet verlangt es auch von euch ab - sowohl in Form von Hirnschmalz als auch physisch in Form des Szenarien-Aufbau.

Spieletester

Fazit

Chaotische Raids durch noch chaotischere Dungeons

Unsere Eindrücke zu Map Masters wiederzugeben ist eine wahrlich Bauchschmerzen bereitende Angelegenheit, denn einerseits ist es ein wahrlich geniales Werk mit vielen besonders guten Features, gleichsam jedoch weist es stellenweise große Probleme auf und wirkt stellenweise unoptimiert und teils sogar lieblos.

Womit Map Master auf jedenfalls groß punktet, soweit einem das Grundkonzept generell zusagt: Es ist extrem abwechslungsreich, und das durch unterschiedliche Elemente. Darunter Schwierigkeitsgrade, einen kooperativen als auch kompetitiven Modus, aber auch mehrere Szenarien (13) und natürlich einen Haufen an Karten. Jede Partie ist somit individuell anpassbar und fühlt sich stets einzigartig und immer wieder herausfordernd an. Auch gibt es kaum Wartezeiten, da man sich stets gemeinsam die Köpfe um den idealen Weg zermartert (Koop).

Bis hierher ist Map Masters auch ein absolutes Highlight, doch mehrere Dinge ließen einzelne Partien eher mühsam und lästig anfühlen als spaßig. Dazu zählt der, für unseren Geschmack, recht aufwändige Spielaufbau! Immer wieder Karten sortieren, in verschiedenen Stapeln mischen, das Feld aufbauen, Szenarien heraussuchen, und, und, und… Da kommt schon einiges zusammen, speziell Dinge, in denen man sich rasch mal vertun kann. Dann gibt sich das Spiel einerseits Mühe niedlich und lustig zu sein, doch floppt diese Gestaltung der Inhalte oftmals. So passen zum Beispiel die Sticker für die Holzfiguren nicht optimal auf diese und auch diverse Designentscheidungen sind eher fraglich, so auch das Box-Inlay, in dem man wahrlich keine Ordnung schaffen kann. Auch ist es oftmals massiv unübersichtlich - ständig winzige Objekte auf den Karten nachzählen und die Routen zum Start zurückverfolgen, speziell wenn Teleporter mit von der Partie sind. Zumindest bunte Stifte wären da hilfreich gewesen oder externe Karten zum Abhaken gesammelter Gegenstände.

All das ist grundsätzlich verzeihbar, doch eine absolute, kaum schönzuredende Katastrophe ist einfach das Regelwerk. Hier ist so ziemlich alles schiefgelaufen was nur geht… Es werden mehrere eher zusätzliche Dinge erklärt bevor man überhaupt auf den Grundablauf eingeht, es werden Farben für Überschriften zu relevanten Inhalten gewählt von denen es heißt, dass jene Farbe gilt in diesem Modus nicht zu beachten gilt, es werden Aufbauaktionen beschrieben die wenige Zeilen später wieder als überflüssig aufgezeigt werden, es wird nicht mit dem ersten Szenario als Beispiel begonnen, man muss stets zwischen mehreren Regelwerken hin- und her wechseln, und noch vieles mehr…

Wenn man die Regeln aber erst einmal intus hat, dann ist das Erlebnis ein wirklich großer Spaß, doch der Weg dorthin ist abnormal steinig… Wir benötigten mehrere Anläufe, um das Spiel zu begreifen und dann noch weitere für den ersten erfolgreichen Aufbau. Unser Tipp: Überspringt die ersten Seiten des Regelwerks und beginnt mit dem grundsätzlichen Ablauf, das erleichtert euch das Leben erheblich! Leider ist dieses Regelwirrwarr ein absoluter Deal-Breaker und hat uns schon sehr gefrustet… Schade, da das Spiel an sich wirklich toll ist und einiges an Potential hat.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • extrem abwechslungsreich
  • hoher Wiederspielwert mit mehreren Szenarien, Schwierigkeitsstufen und unterschiedlichen Modi
  • kaum Wartezeiten

Minus

  • recht aufwändiger Spielaufbau
  • Inhalte wirken teils recht lieblos
  • oftmals sehr unübersichtlich - hier gäbe es wirklich viele Optimierungsoptionen
  • teils katastrophales Regelwerk

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 5
Alter: ab 10 Jahren
Preis: 32,95 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Grafiker: Adrien Journel
Zubehör:

3 Regelwerke; darunter:

  - 1 Regelwerk (Koop-Modus) (24-seitig)

  - 1 Regelwerk (Versus-Modus) (24-seitig)

  - 1 Regelwerk (Missionen) (16-seitig) 

1 Aufkleberbogen (für die Abenteuergruppen)

5 (abwischbare) Marker

5 Schwämme

5 (abwischbare) Wertungstafeln

8 Abenteuergruppen

1 Aktionsplättchen

13 Artefaktplättchen

14 "3" Münzplättchen

20 Feenplättchen (je 5 pro Typ)

33 "1" Münzplättchen

1 Feenmarktkarte

3 Symbolübersichtskarten (multilingual) (doppelseitig)

6 Missionsaufbaukarten/Rundenendekartrn (multilinigual) (doppelseitig) 

17 Zauberbuchkarten

27 Zielkarten

29 Missionskarten

45 Startkarten (je 9 pro Spielerfarbe)

72 Dungeonkarten

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