Wir machen zusammen einen Obstsalat. Aber obacht, nicht zu viel Zucker, sonst schmeckt er nicht. Aja, und wir bereiten ihn blind zu, sonst wäre es ja langweilig!
Im kooperativen Fruit magik versuchen wir insgesamt drei Obstteller mit farblich passendem Obst zu füllen, ohne dabei zu viele Zuckerwürfel zu erwischen. Ansonsten ist der Teller zu voll, der Salat zu verzuckert und wir erhalten ein trauriges Gesicht.
Der aktive Spieler bekommt eine Augenmaske und einen langen Stab, an dessen Ende sich ein Magnet befindet. Sämtliche Obst- und Zuckerplättchen werden in der Spielschachtel gemischt und besitzen ebenfalls einen Magneten. Nun helfen alle übrigen Spieler dem aktiven Spieler, genau ein Plättchen mit dem Magneten zu angeln. Das klingt in der Praxis so: "Langsam runter, runter, runter. Stopp! Mehr nach rechts. Nein, mein rechts! Also Richtung Fenster. Stopp. Zu weit! Zurück! Runter. Stopp! Bisschen zum Papa. Ja und jetzt runter!" Das Aufsammeln geht zwar ohne Zeitdruck einher, endet aber dennoch meistens im eigentlich vermeidbaren Stress, der aber einen Großteil des Spielspaßes ausmacht. Sobald der aktive Spieler ein Plättchen geangelt hat, spürt er am Stab einen kurzen Ruck, hört ein befriedigendes "Klack" vom Aufeinanderschlagen der Magneten und reißt sich die Augenmaske herunter, um sich zu vergewissern, dass er keinen Zucker erwischt hat.
Anschließend erhält der nächste Spieler den Magnetstab, die Spielschachtel wird einmal um 90 Grad gedreht, so dass die Plättchen leicht verrutschen, und das Angeln geht in die nächste Runde.
Spielziel und Ende
Das geangelte Obst wird in den farblich passenden Teller gelegt, ein Zuckerstück darf in einen beliebigen Teller. Sobald fünf Obstplättchen derselben Farbe auf einem Teller liegen, wird dieser mit einem Deckel mit lachendem Gesicht bedeckt. Beim zweiten Zuckerwürfel hingegen kommt der Deckel mit dem traurigen Gesicht drauf.
Sobald alle Teller einen Deckel haben, ist das Spiel vorbei. Das Feedback für die Kinder ist dabei denkbar einfach: Je mehr lachende Gesichter, desto besser. Traurige wollen wir im Idealfall vermeiden.
Spieletester
Fazit
Ein blindes Greifarm-Automat-Kinderspiel. Das fasst eigentlich alles Wesentliche zusammen. Die Ansagen sind chaotisch, Downtime quasi nicht vorhanden, das Spielprinzip in 30 Sekunden erklärt und das direkte Erfolgsfeedback für Kinder nachvollziehbar.
Dann sogar noch mit einer kleinen pädagogischen Botschaft versehen: esst nicht zu viel Zucker! Sehr gut.
Aber es muss schon auch klar festgehalten werden: Der Weg ist hier ganz klar das Ziel. Außer dem blinden, mit Zurufen geführten Magnet-Angelspiel gibt es hier nicht viel. Selbst mit drei traurigen Gesichtern auf den Tellern haben wir das Spiel nicht verloren. Wurde halt nichts mit dem Obstsalat. Auf ein Neues!
Ja, es gibt keine unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade. Ja, es gibt keinerlei Varianz. Aber das macht nichts, solange das eigentliche Spielen so gut klappt, insbesondere zu dem Preis. Nur bezüglich der Alpha-Spieler-Problematik sollten Eltern bei reinen Kinderrunden vielleicht eine Hausregel einführen, dass Richtungsanweisungen immer abwechselnd erfolgen oder nur vom linken Nachbarn kommen dürfen. Aber das ist kein Fruit magik-spezifisches Problem.
Plus
- angenehmes Chaos bei den Anweisungen
- befriedigendes Feedback beim Angeln
- pädagogische Note
- fördert Feingefühl
Minus
- keine Varianz
- wenig Spiel außerhalb des eigentlichen Angelns
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Details
1 Magnetstab
3 Teller
3 doppelseitige Tellerabdeckungen (je eine mit glücklichem und traurigem Gesicht)
4 Stirnbänder mit Gummizug
30 Silhouettenplättchen mit Metallniete
1 Anleitung
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