In einer Welt, die immer lauter wird, zwingt uns Take Time in eine fast schon magische Stille. Es ist nicht einfach nur ein Spiel, es ist ein psychologisches Experiment, das am Spieltisch eine knisternde Spannung erzeugt, die man förmlich greifen kann.
Die Zeit fordert euch heraus!
Wagt euch gemeinsam an einzigartige Herausforderungen in einem Universum voll rätselhafter Uhren, vom Aufbruch bis zum Neuanfang. Das Spiel kommt in einer edlen Box, die wie ein Chronometer anmutet. Darin verbergen sich zehn verschlossene Umschläge mit jeweils vier Uhrenrätsel und einem eigenen Regelblatt.
Unsere Aufgabe: Wir sitzen mit unseren Freunden im Kreis. Vor uns liegt das Ziffernblatt einer mysteriösen Uhr, umgeben von sechs leeren Sektoren. Zwölf Karten werden an unsere Gruppe verteilt – Zahlenwerte, die das Schicksal der Gruppe bestimmen, denn wir müssen diese in den Sektoren rund um die Uhr platzieren. Doch in dem Moment, in dem wir unsere Karten auf die Hand nehmen, fällt der Vorhang der Stille. Kein Wort, kein Fingerzeig, kein wissendes Lächeln ist erlaubt. Ab jetzt spricht nur noch die Intuition.
Die Grundregeln klingen simpel, erfordern aber ein hohes Maß an Empathie für die Spielzüge der anderen. In der Standardvariante müssen die Summen der Kartenwerte von Segment zu Segment im Uhrzeigersinn ansteigen oder gleich bleiben. Jedes der sechs Segmente muss am Ende mit mindestens einer Karte belegt sein und je nach Spieleranzahl dürfen nur wenige Karten offen ausgespielt werden. Diese Lichtblicke sind allerdings essenziell, um den Mitspielern Orientierungspunkte zu geben. Mit jedem der 40 Kapitel steigen allerdings auch die Anforderungen durch zusätzliche Missionsbedingungen – etwa eine bestimmte Anzahl dunkler Karten, die den Wert eines Sektors ins Negative ziehen.
Der absolute Höhepunkt
In jeder Partie kommt irgendwann der Moment der Wahrheit. Wenn die Karten nacheinander umgedreht werden und sich zeigt, dass die Gruppe trotz der Stille perfekt harmoniert hat, bricht ein Jubel aus, der die vorangegangene Stille mit doppelter Wucht zerreißt. Sollte die Kette jedoch bei der letzten Karte reißen, folgt ein entsetztes Aufstöhnen – gefolgt von der unvermeidlichen Diskussion: „Warum hast du die 15 denn dorthin gelegt?! Das war doch klar, dass die da nicht hingehört.“
Spieletester
Fazit
Libellud, bekannt für seine phantasievollen Spiele, hat es wieder mal geschafft, ein wirklich faszinierendes und mitreißendes Spiel mit beeindruckendem Material und einer fast schon meditativen Atmoshäre auf unseren Spieltisch zu bringen. Das hochspannende Take Time lässt die Grenze zwischen Deduktion und Empathie verschwimmen und die Teilnehmer dieses stillen Kooperationserlebnisses in eine andere Welt eintauchen. Auch wenn es nur um die Stundenzahlen einer analogen Uhr geht, hinterlässt es doch einen bleibenden tickenden Eindruck.
Take Time ist ein hervorragendes Spiel für Gruppen, die kooperative Herausforderungen wie The Mind oder The Crew lieben. Es ist auch ein ideales Familienspiel, das durch seine Ruhe eine ganz eigene, fast meditative Atmosphäre schafft. Die 40 Kapitel bieten zudem eine Kampagne, die lange nachhält und durch den steigenden Schwierigkeitsgrad auch die Spannung bei jeder einzelnen Lösung hoch hält.
Plus
- wertiges und zahlreiches Material
- tolles Artwork
- immersives Erlebnis
- hohe Spannungs- und Lernkurve
- Kampagnen mit steigendem Schwierigkeitswert
Minus
- Glücksfaktor bleibt Restrisiko
- nur mit Kommunikationsdisziplin spielbar
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Details
12 Sonnenkarten
12 Mondkarten
1 Uhrzeiger
3 Aufdeckplättchen
3 Bonusplättchen
10 Kapitel-Umschläge mit je
- 4 Uhren
- 1 Regelblatt
1 Astrolabium-Umschlag
1 Zeitsprung-Umschlag mit
- 1 Zeitsprung-Uhr
- 1 Sekundenanzeiger
- 6 Plättchen
1 Anleitung
Statistik
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