Flip 7: Voll fies!

Nervenkitzel ohne Netz: Nachdem das originale Flip 7 von Eric Olsen für das Spiel des Jahres nominiert wurde, legt der Kosmos Verlag mit Flip 7 – Voll Fies! eine eigenständige, deutlich schärfere Variante nach. Wo das Grundspiel kleine Fehler verzieh, regiert hier pure Schadensfreude.

„Push-Your-Luck“-Spiele leben von der ewigen Frage: Aufhören oder weitermachen? Flip 7 – Voll Fies! treibt dieses Prinzip auf die Spitze. Ausgelegt für große Runden von 3 bis 18 Personen bricht das Spiel mit der klassischen Gemütlichkeit. Wer hier gierig wird, verliert nicht nur seine Punkte, sondern zieht auch den geballten Ärger seiner Mitstreitenden auf sich. Ein Kartenspiel, das Schnelligkeit verspricht und emotionale Achterbahnfahrten liefert.

Das Ziel des Spiels bleibt simpel

Wer zuerst 200 Punkte sammelt, gewinnt. Das Besondere am Kartendeck ist die mathematische Verteilung: Die Zahl 1 gibt es einmal, die 2 zweimal, die 3 dreimal – bis hin zur berüchtigten 13, die im „Voll Fies“-Deck gleich 13-mal vertreten ist! Spielende decken nacheinander Karten auf. Sobald man eine Zahl zieht, die man in der laufenden Runde bereits vor sich liegen hat, hat man sich verzockt. Schafft man es stattdessen, sieben verschiedene Zahlenwerte ohne Doublette aufzudecken, gelingt ein „Flip 7“, was die Runde sofort beendet und Bonuspunkte einbringt.

Ablauf

Eine Spielrunde läuft in rasantem Tempo ab.

1. Die Startkarte: Alle erhalten zu Beginn eine offene Karte als Basis.

2. Die Entscheidung („Stopp oder noch eine?“): Wer an der Reihe ist, entscheidet, ob er freiwillig stoppt, um die ausliegenden Punkte abzusichern, oder eine weitere Karte vom Stapel aufdeckt.

3. Konsequenzen tragen: Wird eine neue Zahl aufgedeckt, wächst das Punktekonto. Wird dagegen eine Zahl aufgedeckt, die man schon besitzt, fliegt man sofort und komplett punktelos aus der Runde.

4. Fiese Interaktion: Mittels neuer Aktionskarten wie Switch, Steal oder Burn dürfen Karten geklaut, getauscht oder vernichtet werden. Das Besondere: Diese Effekte treffen selbst diejenigen, die eigentlich schon freiwillig ausgestiegen sind!

5. Maluskarten: Statt rettender Bonuskarten lauern nun gemeine Maluskarten im Deck, die Punkte halbieren oder direkt abziehen.

Der direkte Vergleich zum normalen Flip 7

Obwohl das Grundprinzip identisch ist, dreht die neue Edition die Stellschrauben für Risiko und Schadenfreude massiv an. Höchster Kartenwert geht hoch bis zur 13, die natürlich 13 mal im Deck ist und somit das Risiko deutlich erhöht. Der bekannte Rettungsanker der „Second Chance“-Karten, die einen Fehlversuch abfedern, gibt es nicht mehr - also keine zweite Chance mehr! Wer eine Doublette zieht, fliegt sofort raus. Neue Zusatzkarten ersetzen Bonuskarten durch Maluskarten, die man auch an andere verteilen darf. Die Sicherheit beim Aussteigen, mit dem man seine Rundenpunkte sichern konnte, ist ebenfalls nicht mehr gegeben, da Punkte geklaut werden können. Fünf aggressive Aktionskarten wie Switch, Steal, Burn sorgen für direkte Sabotage.

 

Spieletester

Fazit

Der Untertitel „Voll Fies“ ist absolut Programm. Während man beim Vorgänger durch die „Second Chance“-Karte noch einen Puffer hatte, ist dieser hier komplett gestrichen – verzockt heißt gnadenlos raus! Das sorgt für ein extrem hohes Spannungsniveau.

Jeder Kartendreh wird von der Gruppe lautstark kommentiert. Richtige Schadenfreude kommt durch die neuen Aktionskarten auf: Man wähnt sich mit einem freiwilligen Stopp in Sicherheit, nur um in der nächsten Sekunde vom Mitspieler eine fiese Maluskarte zugeschoben zu bekommen. Es ist laut, es ist unberechenbar und es eskaliert am Spieltisch in Sekundenschnelle.

Flip 7 – Voll Fies! ist das ideale Party- und Absacker-Spiel für große Gruppen, die kein Problem mit hohem Frustpotenzial und direkter Konfrontation haben. Während das normale Flip 7 ein friedliches, glücksbetontes Wettrennen ist, verwandelt die „Voll Fies“-Variante das Geschehen in ein konfrontatives Spektakel, bei dem man die Konkurrenz aktiv manipulieren und ärgern kann.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • enorme Spieleranzahl - funktioniert mit bis zu 18 Personen und bleibt dabei trotzdem flott
  • keine Sicherheitszone durch das Streichen der zweiten Chance
  • hohe Interaktion durch die neuen Aktionskarten
  • fiese Taktiken möglich
  • schneller Einstieg

 

 

 

Minus

  • extrem glücksabhängig - nichts für Strategen
  • hoher Frustfaktor - wer kurz vor dem Ziel durch eine Aktionskarte sabotiert wird, braucht ein dickes Fell

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 3 bis 18
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 20 Minuten
Preis: 16,99 Euro
Erscheinungsjahr: 2026
Verlag: Kosmos
Grafiker: O'Neil Mabile
Zubehör:

92 Zahlenkarten

6 Maluskarten

10 Aktionskarten

1 Anleitung

 

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