Endlich darf ich Paläontologe sein und Fossilien sammeln.
Dann erforsche ich sie und stelle sie in meinem Museum aus.
Das reicht um Punkte zu bekommen.
Museumsbesucher kommen im Spiel nicht vor.
Vier Ausgrabungen mit jeweils zwei Fossilien können von uns erforscht werden. Sie gehören fünf verschiedenen Tiergruppen an. Flugsaurier sind orange, Pflanzenfresser passend grün, Fleischfresser blut-rot, Meeresbewohner natürlich blau und Säugetiere violett. Die Wertigkeit - sie repräsentiert die Größe des Tiers - läuft von eins bis drei. Von jeder der fünf Tiergattungen gibt es eine Jokerkarte, grafisch durch nette Eier dargestellt, die einen beliebigen Wert einnehmen können. Man weiß ja nicht was daraus wird...
Ausgrabungen ohne Geheimnisse
Alle Karten liegen offen, sogar der Nachziehstapel. Ich setze einen meiner Paläontologen - in der Anleitung nur Marker genannt - an eine Ausgrabung und nehme eine der beiden Fossilienkarten zu mir (sofort wird aufgefüllt) und lege sie oberhalb des Museums in mein Labor. Da jede Karte - außer den Eiern - eine Sonderaktion mitbringt, muss schon überlegt werden, welche Karte aus welcher Ausgrabung ich will. Es lassen sich nämlich durchaus wirksame Combos durch die Karten im Labor bilden. Zu bedenken ist zudem dass ich bei jeder Ausgrabung nur einmal mitgraben darf.
Die Karteneffekte können einmalig beim Nehmen der Karte aktiviert werden (Symbol Blitz) oder wirken dauerhaft (Symbol drei Dinos bzw. ein Kartensymbol). Der aktive Spieler bekommt immer was, die Mitspieler naschen hin und wieder mit.
Es gibt Siegpunkte, Bernsteine und es gibt die Option Bersteine in Siegpunkte zu verwandeln. Wird die Tauschaktion zu früh genutzt kann es schon mal passieren dass man für die Berappung der Ausstellungskosten nicht flüssig genug ist. Manche Karten erlauben es, eine Karte vom Labor in die Ausstellung zu bringen. Das kostet einen bis drei Bernsteine und zwar in der Höhe der Wertigkeit des Ausstellungsobjekts. Besonders toll aber selten ist es, diese Option gratis durchführen zu dürfen.
Der andere Weg, Fossilien aus dem Labor in die Ausstellung zu bringen, ist die Zurücknahme aller eigenen Marker von den Ausgrabungen. Für jeden Marker entscheidet man sich für einen Bernstein oder eben die Ausstellung eines Objekts. Die Reihenfolge ist egal. Also etwa zuerst für zwei Marker Bernstein (wir sagten trotzdem hin und wieder Geld oder Gold) nehmen und damit die Kosten für eine oder zwei Ausstellungsobjekte zu bezahlen.
Der Pferdefuß an der Sache: Die Sonderaktion einer Karte geht mit dem Wechsel in die Ausstellung verloren. Sie wird mit ihrer Rückseite präsentiert.
Ausstellung ohne Geheimnisse
Wird das erste Fossil in die Ausstellung gelegt ist noch nicht klar, zu welcher Sammlung es gehören wird. Ein Objekt alleine ist außerdem wertlos.
Eine Sammlung "Gleiche FAMILIE" besteht aus maximal drei Fossilien gleicher Art aber unterschiedlicher Größe.
Eine Sammlung "Gleiche GRÖSSE" besteht aus maximal fünf Fossilien gleicher Größe aber unterschiedlicher Art.
Lege ich den roten Fleischfresser Größe 2 zu den anderen beiden gleicher Größe oder zum roten Fleischfresser Größe 3?
Das kommt auch darauf an, ob die entsprechende Zeitung - in wissenschaftlichen Kreisen redet man besser von Publikation - schon vergeben ist. Kann ich mit einer Sammlung mit nur zwei Karten die noch nicht vergebene Zeitung bekommen dann nehme ich sie gerne. Kann ich sie einem anderen durch drei Fossilien der Größe 2 abluchsen dann mache ich das noch lieber.
Zeitungen sind quasi Wanderpokale, sie bringen dem Besitzer am Spielende drei oder fünf Punkte.
Sammlungen zu komplettieren ist wichtig, steigt doch der Wert jedes Sammlungsplättchen dabei von zwei auf drei Punkte. Sammlungsplättchen werden zwischen zwei Ausstellungsobjekte gelegt, optisch stellen sie Ständer mit den Absperrungsseilen dar. Ein nettes Detail, das stellvertretend für die ganze durchdachte Produktion steht.
Das Spiel endet wenn das letzte Sammlungsplättchen genommen wurde oder alternativ wenn der Kartenstapel aus ist.
Die Runde wird noch komplettiert, dann zählen alle ihre Siegpunkte.
Im Spiel zu Viert reichten 40 Punkte für den Sieg.
Spieletester
Fazit
Es geht durchaus gemütlich zu im "Museum der Urzeitriesen".
Es kann auch freundlich zugehen unter den Museumskuratoren, es kann aber auch Streit geben, wenn die sich die Aufmerksamkeit nicht nur auf das eigene Museum richtet. Den anderen Fossilien wegschnappen kann schon Sinn machen, speziell wenn es um Zeitungsplättchen und damit um Siegpunkte geht.
Bei uns ging es sehr wenig konfrontativ zu und wir fühlten uns wohl bei den Ausgrabungen. Immer wieder gab es kleine Stimmungshochs, kleine Belohnungen auch in den Zügen der anderen.
Das tolle Material mit den pastelligen Illustrationen und die Klarheit der kurzen Regel mit dem erklärenden Kompendium passen genau dazu.
Ein tolles Spiel in großartiger Optik!
Plus
- durchdachtes Schachtelinnenleben
- tolles Material
- sehr hübsche Illustrationen
- eingängiger Ablauf
- sehr gut überlegtes Kompendium zum Nachlesen der Sonderaktionen
Minus
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Details
65 Fossilkarten
5 Museumstableaus
80 Bernsteinmarker
4 Ausgrabungstableaus
8 Zeitungsplättchen
84 Lorbeerzweig-Plättchen
20 Holzmarker (je 4 in 5 Farben)
33 Sammlungsplättchen
1 Startplättchen
Regelheft
Kompendium
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