Toriki: Eine Insel voller Abenteuer

Ist es Zufall oder hat wirklich Thor Heyerdahl auf seinem Floß Kon-Tiki die Insel entdeckt und ihr den Namen Toriki gegeben?

Egal, wir sind zu Viert auf der Insel gestrandet. Eigentlich zu Fünft, aber der berühmte Biologie-Professor den wir begleiten liegt verletzt am Strand und kann nicht aktiv an der Erkundung der Insel teilnehmen. Unser gemeinsames Ziel ist es, auf der Insel zu überleben und schließlich einen Weg zurück in die Zivilisation zu finden. Es gilt, möglichst viel Nützliches zu entdecken.
Tiere und Pflanzen, wie sie im Lexikon, das uns zur Verfügung steht, abgebildet aber nicht beschrieben sind und die wir bei Entdeckung selbst benennen dürfen.
Dinge, die das Leben auf der Insel unterstützen.
An manchen Orten sind auch Münzen zu finden, sie bringen im Spiel aber nicht wirklich weiter. Kleine 
Nur ausgerüstet mit einem Fernrohr, einer Schaufel, einer Axt und einem Messer sowie vier Nahrungsplättchen starten wir unseren Survivaltrip über die Insel. Natürlich haben wir auf der Insel kein Handy und wenn, hätten wir wohl keinen Empfang oder der Akku wäre bald leer und nicht wieder aufladbar, aber trotzdem geht ohne APP hier nix. 

Die APP verwaltet, steuert, verbietet und erlaubt uns Aktionen

Die APP – sie ist natürlich gratis und wirklich sehr gut gemacht – trackt unsere Züge, verwaltet unsere Ressourcen und erzählt alles mögliche über die Insel. Sie teilt uns mit, wo wir welche Optionen haben. Mit der Schaufel können wir graben, mit dem Messer Dinge abschneiden und mit der Axt, ja was wohl?
Das Fernrohr lässt uns über die Insel und das angrenzende Meer gucken. Ein Blick lohnt sich immer wieder.
Alles, was uns die APP als Textbausteine mitteilt, können wir nachlesen und auch überprüfen, welche Gegenstände wir aktuell haben sollen. Man sieht auch, welche von der APP vorgegebenen Ziele wir bereits erfüllt haben und welche noch nicht.
Im Basislager, dort wo der Professor auf unsere Rückkehr wartet, können Gegenstände miteinander kombiniert werden. Dazu scannt man die QR-Codes zweier Karten in unserem Besitz und eventuell haben wir danach etwas noch viel Hilfreicheres oder gar eine Zielvorgabe geschafft.
Natürlich können wir den aktuellen Zwischenstand in der APP speichern. Wir sacken dann alle persönlichen Gegenstände in separate Tütchen ein und auch die gemeinsamen Dinge werden in einem Säckchen gespeichert. Dann ist eine spätere Fortsetzung der Kampagne ganz einfach möglich.

Das Leben auf der Insel ist eigentlich einfach

In der Spielanleitung wird versprochen dass niemand sterben wird, dass es keine Sackgassen gibt und dass wir nie gezwungen sind, neu anzufangen. Das stimmt. Wir wandern über die Insel und schnüffeln herum. Die Bewegung auf das Nachbarfeld ist gratis, jeder weitere Schritt kostet eine Nahrung. Weil die APP die uns zur Verfügung stehende Nahrung nicht trackt, könnte man hier natürlich schummeln. Aber wer tut das schon...?
Jeder Arbeitstag ist in Morgen, Mittag und Abend getaktet. Jeder Spieler kommt in jeder Tageszeit einmal an die Reihe, die Nacht verbringen alle gemeinsam im Basislager mit dem Professor. Wir dürfen ihn auch zu manchen Aufgaben befragen. Das kostet aber Punkte, die bei der Endwertung abgezogen werden. Der Reiz liegt aber sowieso am Lösen der Aufgaben ohne Hilfe.
Wir dürfen Gegenstände und Nahrung an Mitspieler am gleichen Ort weitergeben. Das ist gut, wir können Dinge aber auch im Basislager deponieren und damit haben die Mitspieler dort auch Zugriff darauf.
Unsere Kampagne hat eigentlich keine definierte Spieldauer, 6-8 Stunden werden auf der Schachtel prognostiziert. Es hetzt uns nichts und auch wenn wir auf der Suche nach Nahrung mal giftige Früchte kosten oder von einem giftigen Tier gebissen werden, geht das Spiel normal weiter. Was uns aber doch passiert ist: Weil wir die nötige Hütte nicht in vernünftiger Zeit bauen konnten, mussten wir eine Unwetternacht - die von der APP auch quasi angekündigt wurde -  im Freien verbringen und wir brauchten den nächsten Morgen, um uns wieder aufzuwärmen und konnten sonst nichts tun.
Ein Vormittag krank gemacht, sozusagen.

Ein Adventkalender mit 19 Türen

Es gibt eine Plättchentafel, die verschiedene tolle Dinge bereithält. Die APP teilt uns mit, wann wir welches Türchen öffnen bzw. welches Plättchen nehmen dürfen. Wir legen sie auf die Lagertafel. Dort sehen wir, dass aktuell nur sechs Plättchen gelagert werden können. Kommt eine weitere Lagertafel ins Spiel?
Was wir auch sehen: Der Inselplan, der uns bei Spielbeginn zur Verfügung steht, zeigt oben und unten puzzleartige Einbuchtungen, die vermuten lassen, dass hier noch was angeflanscht werden könnte. 
Können die drei große Kuverts, deren Inhalte erst später ins Spiel kommen, diese Vermutungen bestätigen.
Und wenn ja, was kommt wann?
Auch die Erlaubnis, das Tagebuch in der Schachtel zu lesen, wird erst irgendwann von der APP erteilt. 
Wer weiß, was da drinnen steht?

Spieletester

Fazit

Wir haben es in diesem kooperativen Spiel mit tollem Material und gelungener Story zu tun.
Alles, inklusive der APP, ist wunderbar gestaltet. Die Idee, das Lexikon durch die Spieler mit Informationen füllen zu lassen, ist nett. Der Hinweis in der Spielanleitung, diese Notizen doch mit Bleistift zu machen um für weitere Kampagnen alles wieder leerradieren zu können, ist etwas zu optimistisch gedacht. Eine Kampagne, die sich wohl nicht ändert, nochmals zu spielen um mehr Punkte zu bekommen wird die Ausnahme sein. Noch dazu, wo die Punktevergabe nicht nachvollziehbar ist. 

Bei einem Spiel wie TORIKI möchte ich natürlich in der Rezension nicht spoilern. Was ich aber doch verraten kann (weil es in der Spielanleitung in einem Beispiel abgebildet ist): Irgendwo auf der Insel gibt es Pilze zu finden. Nahrung, die man brauchen könnte...

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • tolles Material
  • sehr gute APP
  • Rätsel, die gelöst werden können
  • spielen ohne Stress
  • Kinder können gut mitspielen

Minus

  • Wiederspielreiz leider gering
  • Punktewertung nicht transparent
  • Münzen sind eher unnötig

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Preis: 30,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Verlag: Mirakulus
Grafiker: Inês Toczyska
Zubehör:

Spielplan
33 Gegenstandskarten
18 Aufgabenkarten
4 Figuren
20 Nahrungsplättchen
1 Lagertafel
1 Plättchentafel
1 Tagebuch
1 Lexikon
1 Münztafel und 9 Münzen
Die APP
Spielanleitung

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