Pompeji (lateinisch: Pompeii) war eine antike Stadt am Fuß des Vesuv, die im Jahr 79 n. Chr. bei einem Ausbruch des Vulkans zerstört wurde. Im Spiel befinden wir uns in den Jahren kurz vor dem bzw. beim Ausbruch, sammeln Ressourcen und verarbeiten sie zu höherwertigen Waren. Am Ende wollen wir die Macht über Pompeji haben; wenn uns der Vulkanausbruch nicht zuvor kommt.
Phase I
Vor uns liegt ein Spielplan, auf dem zwanzig Bauplätze sind. Am Spielbeginn ist für jeden Spieler ein Gebäude gebaut und mit seinem Besitzmarker gekennzeichnet. Neben den Häusern gibt es noch eine Reihe von Rohstofffeldern, eine Piazza, einen Hafen und einen Baubereich. Überall gibt es Einsetzfelder.
Wer an die Reihe kommt, setzt einen seiner drei Arbeiter auf einen Einsetzbereich. Dies bringt uns Rohstoffe, lässt in unserem Besitz befindliche Rohstoffe aufwerten (schöne Grüße von Civilization!) oder tauschen, Häuser bauen, Spezialisten anwerben... Benutzt ein Mitspieler eines unserer Häuser, bekommen wir einen Bonus.
Spezialisten stellen das Rückgrat unserer Strategie dar, da sie über "Abkürzungen" verfügen: höhere Rohstoffeinkünfte, bessere Tauschraten etc. Ihre Zahl ist anfangs streng limitiert, da man vom bei Spielbeginn zugeteilten Vorrat zehren muss.
In der ersten Phase des Spiels, können nur gewisse Gebäude gebaut werden. Erst nach einer gewissen Anzahl von Spielrunden, wird das Forum freigeschaltet. Am Spielablauf und dem Aktionsumfang ändert sich aber noch nichts. Eher weiß man irgendwann nicht mehr, was man tun soll, wenn alle erlaubten Gebäude gebaut sind. Die Antwort: Rohstoffe sammeln und aufwerten! Ihr werdet sie gleich noch brauchen...
Phase II
Sobald jemand das Forum baut, beginnt der zweite Abschnitt des Spiels. Nicht nur, dass alle übrigen Gebäude für den Bau freigeschalten werden (wodurch wir jetzt z.B. die Möglichkeit dazubekommen, zusätzliche Arbeiter anzuwerben) und wir Stadtkarten bekommen (wie die Spezialisten, helfen uns auch diese beim Vorankommen), es beginnt außerdem im Vesuv zu brodeln. Nur durch Opfergaben lassen sich die Götter besänftigen und so der große Ausbruch hinauszögern. Was opfern wir? Unsere Waren. Wieviele? Das hängt von deren Wert ab, der Anzahl unserer Arbeiter und der gespielten Rundenzahl. Eines ist fix: Die Opfergaben werden mit Fortdauer des Spiels immer kostspieliger!
Wenn wir nicht opfern können oder wollen, müssen wir eine Vulkankarte ziehen. Sie bringt einen kleinen oder großen Ausbruch mit sich. Während ein kleiner Ausbruch nur gewisse Warenvorräte zerstört, ist beim großen Ausbruch das Spielende erreicht und alle haben kollektiv verloren. Das gilt es zu verhindern! Wir wollen, besser gesagt: eine von uns will ja gewinnen. Das gelingt, indem man eine Armee auf die Beine stellt und das Castrum baut.
Diese Beschwörung des Vulkans ist übrigens eine kooperative Sache: Die Mitspieler haben einen Gesamtwert an Waren, der zusammengetragen werden will. Wer wieviel davon gibt, ist dem Spiel egal. Allerdings werden diejenigen mit zusätzlichen Karten belohnt, die mehr hergeben, als sie müssten.
Und trotzdem ist das Spiel prinzipiell kompetitiv. Es gibt zum Beispiel Helferkarten, welche die Eigentümerboni für Gebäude streichen. Das ist natürlich ein Vorteil für mich, wenn ein Mitspieler weniger passive Einkünfte bekommt. Auf der anderen Seite schneide ich ins Fleisch aller, also auch in mein eigenes, wenn andere Spieler nicht mehr so viele Opfergaben beisteuern können. Ein interessanter Zwiespalt!
Solovariante
Pompeii geht auch solo! Im Prinzip wie oben beschrieben, jedoch sind in jeder Runde gewisse Arten von Waren tabu für die Produktion.
So oder so, wir haben einfache Spielregeln, kurze, knackige Spielzüge und taktische Vielfalt. Dass die Anzahl der verfügbaren Einsetzfelder nicht von der Spielerzahl abhängt, wundert mich dann doch.
Ich bevorzuge übrigens das Spiel, wenn mehr Spieler am Tisch sitzen. Man muss dann mit ca. 30 Minuten Spieldauer pro Person rechnen.
Spieletester
Fazit
Packt man Pompeii das erste Mal aus, fällt einem sofort etwas auf: die massive Startspielermünze! Sie ist hübsch und echt schwer. Nicht fallen lassen, sonst habt ihr eine Delle im Tisch oder Fußboden! (Ich spreche da aus Erfahrung.) Auch das übrige Spielmaterial ist schön gestaltet. Was allerdings ein wenig zu kurz gekommen ist, ist die Übersichtlichkeit. Die bunten Ressourcenfelder am bunten Spielplan, die Warenfelder auf unseren Tafeln... Da sucht man als Anfänger manchmal eine Weile. Mit der Zeit hat man es aber intus.
Ein wenig Zeit verbringt man auch mit der Spielanleitung, speziell mit Phase II. Dass man mit jedem Anwerben von Arbeitern seinen Opfermarker vorziehen muss, kommt nur zwischen den Zeilen aus der Spielanleitung hervor. Auch die Siegbedingung, dass man eine Armee hat und das Castrum baut, ist mit einem eigenwilligen Textblock beschrieben.
Obwohl jeder Spieler andere Helfer hat und somit anders gewichtete Strategien fährt, ist es am Schluss meist ein knappes Rennen. Wie oben gesagt, baut man die Strategie rund um seine Spezialisten. Es gilt aber auch bei der Wahl der gebauten Gebäude clever zu sein. So ein Besitzer-Bonus spült kostenlose Waren, teilweise auch recht wertvolle, in die Kasse! Und gerade gegen Ende kann man hochwertige Waren gut brauchen, um den Vulkan gnädig zu stimmen.
Plus
- einfache Regeln, schneller Einstieg
- schöne Illustrationen
- kaum Wartezeiten
- semi-kooperative Taktikelemente
Minus
- kleinere Unklarheiten in der Spielanleitung (entsprechend dem Verlagsnamen ;-) )
- kleinere Unübersichtlichkeiten für Spielneulinge
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Details
1 Spielplan
4 Vorratstafeln
20 Gebäudeplättchen
1 Vesuvplättchen
1 Zeitmarker
52 Vulkanmarker
52 Stadtkarten
52 Spezialistenkarten
5 Referenzkarten (plus andere Sprachen)
102 Münzen
24 Arbeiterfiguren
4 Opfermarker
48 Eigentumsmarker
4 Armeemarker
2 Spezial-Marker
1 Startspielermünze
1 Spielanleitung (plus andere Sprachen)
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