Cut it - Das Spiel, in dem man alles zerschneidet, um es am Ende wieder zusammen zu puzzlen. Zugegeben: Die Endform ist eine andere, als die Urform. Der Weg, vom einen zum anderen, ist taktisch gepflastert.
Überraschung beim Öffnen
Es ist ja nichts Neues, dass man für Spiele etwas selbst beisteuern muss. Papier und Stift sind der Klassiker, um irgendwas (meist Punkte) zu notieren. Nicht so bei Cut it, da sind die Stifte schon inkludiert! Ein Bleistift pro Spieler. Mit dem werden wir laufend unsere Punkte festhalten. Aber diese Stifte sind gar nicht das, was mich überrascht hat.
In Cut it müssen wir einen Teil des Wertungsblock zerschneiden, wofür man eine Schere benötigt. Besser gesagt, benötigt jeder Spieler eine Schere, da gleichzeitig gespielt wird. "Bis zu vier Scheren aufzutreiben, ist in manchem Haushalt nicht so leicht" hat man sich bei Game Factory wohl gedacht. Also hat man kurzerhand vier Bastelscheren beigepackt. Wow! Angesichts dessen ist das Spiel wirklich als Schnäppchen zu sehen.
Spielablauf
Der Schnittbogen, von dem jeder Spieler einen ganz persönlich hat, ist 10x10 Felder groß. In jeder der zehn Runden schneidet man, mit maximal zwei Schnitten, ein wenigstens vier Felder großes Stück ab. Wichtig ist, dass man mindestens einen der sternförmigen Puzzlepunkte durchtrennt. Außerdem muss man auf die Punktevergabe achten: Vier Würfel, in den Farben der Felder, geben die Wertungskriterien an. Manche Farben werden in dieser vielleicht gar keine Punkte bringen, andere eine fixe Punktezahl (wenn man eine Mindestzahl von Feldern auf seinem Schnipsel hat), andere eine von der Zahl der Felder abhängige Punktezahl.
Zu viele Punkte gemacht?
Zwei Arten von Bonuspunkten kann man machen. Die eine bekommt man aber nur, wenn man in dieser Runde mehr Punkte macht, als in der zuvor. Wer sich also "zu sehr anstrengt", macht es sich für die nächste Runde selbst schwer. Die andere Art von Bonuspunkten gibt es, wenn man seinen Schnipsel mit nur einem Schnitt abgetrennt hat.
Fertig geschnitten - jetzt zusammensetzen!
Phase zwei
Wir können die Scheren nun beiseite legen, dafür benötigen wir die 3-Minuten-Sanduhr. Nun gilt es, die geschnittenen Teile zusammenzusetzen. Jeder Schnipsel muss mit einem Puzzlepunkt an mindestens einen gleichfarbigen Partner eines anderen Schnipsels grenzen.
Je schneller man alle Schnipsel regelkonform zusammengesetzt hat, umso mehr Punkte bekommt man. Wer es bis zum Ablauf der Uhr nicht geschafft oder einen Fehler gemacht hat, erhält hingegen Minuspunkte.
Nun können die Spieler, die bis zu diesem Zeitpunkt fast keine Interaktion hatten, ihre Leistungen vergleichen. Wer in Addition die meisten Punkten hat, hat gewonnen!
Spieletester
Fazit
80 Blatt umfasst der Spielblock, pro Partie braucht jeder Spieler ein Blatt davon. Da sich das Spielmaterial durch das Zerschneiden verbraucht, kann man natürlich Ersatz-Blöcke kaufen, diese gibt es im Doppelpack.
Wie schon oben gesagt, bekommt man für wenig Geld viel Ausstattung. Eine Grauzone der Spielanleitung: Darf ich weiter schneiden, als es für das Heraustrennen eines Schnipsels notwendig wäre? Was nicht verboten ist, ist erlaubt. Und es birgt viel taktisches Potential. Es liegt nämlich viel daran, Anlegemöglichkeiten zu bilden. Rund ein Drittel der Gesamtpunkte kommt jedoch aus den Bonuspunkten, die es unter anderem dann gibt, wenn man in einer Runde mit nur einem Schnitt auskommt.
Was mir allerdings ein wenig fehlt, ist die Langzeitmotivation. Zwar werden die Würfelergebnisse in jeder Partie andere sein, aber das ist nicht mehr Abwechslung, als von einer Runde zur anderen.
Plus
- großzügige Spielausstattung
- auch solo spielbar
Minus
- die Abwechslung fehlt
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Details
1 Block Spiel-/Wertungsblätter
4 Würfel
5 Rangplättchen
1 Sanduhr
4 Scheren
4 Bleistifte
1 Spielanleitung
Statistik
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