Ludoviel

Wenn’s um dumme Ideen geht sind wir von www.spieletest.at sofort vorne dabei. Und wenn man Cop & Killer, Cash and Guns, Beer & Pretzels oder Rummelplatz schon durch hat, dann sollte man sein Haupt auch in Richtung Ludoviel lenken.
Allerdings sollte man dazu auch noch jede Menge andere Spiele bereits gespielt haben, denn Ludoviel ist ein Spiel, bei dem es genau darum geht: Möglichst viele Spiele zu kennen.

Das Konzept der Autoren Hartmut Kommerell, Thorsten Gimmler, Andrea Meyer, Friedemann Friese (war ja klar) und Martina Hellmich ist simpel: Man lege in eine runde Schachtel eine Sanduhr, ein paar Spielsteine, einen Würfel (den man zwar nicht braucht, aber es schadet ja nix, einen reinzulegen) und ein paar Karten mit Texten wie „Dieses Spiel braucht einen großen Tisch.“ Oder „Die Schachtel dieses Spieles ist grün.“ (Herr Friese, Sie haben sich verraten!!!), nehme die Regeln von bereits existierenden Spielen, passe sie dem eigenem Material an und fertig ist das ultimative Spiel zum Hobby.

Kann man eigentlich gar nicht NICHT mögen, oder?


Die einzelnen Spiele:

Ludingo: (=Bingo)
Ein Spieler nennt ein Spiel. Es gilt aus seinen 5 Handkarten schnell eine Karte auszuspielen, die auf das genannte Spiel passt.
Der Spieler, der zuerst alle Karten losgeworden ist, gewinnt.

Ludostyle: (=Life Style)
Ein Spieler legt eine Karte aus. Jeder Spieler muss nun entweder ein Spiel, einen Autor, einen Verlag oder ein besonderes Merkmal nennen, das zu dieser Karte passt. Der nächste Spieler nennt nun ein anderes passendes Merkmal. Das bzw. die bereits gesagte/-n fallen weg (also z.B. kein „Spiel“ und kein „Autor“ mehr).
Der Spieler, der das letzte Merkmal nennt, erhält einen Punkt.

Ludofacts: (=Category)
Vier Karten werden waagrecht und vier senkrecht aufgelegt, und zwar so, dass ein imaginärer Raster entsteht, bei dem jeweils zwei Karten einen Schnittpunkt bilden. Auf jeden dieser Schnittpunkte werden zwei Marker gelegt.
Jeder Spieler hat abwechselnd 30 Sekunden Zeit, möglichst viele Spiele zu nennen, auf die zwei der vernetzten Eigenschaften zutreffen. Der Spieler nimmt einen Stein vom entsprechenden Feld. Das geht so lange bis jeder Spieler einmal dran war oder alle Steine vom Tisch sind.
Die Steine entsprechen den Siegpunkten.

Ludo Mio: (=Mamma Mia!)
Jeder Spieler hält Karten in der Hand und spielt entweder eine Karte auf den Ablagestapel oder nennt ein Spiel, auf das mindestens 5 Karten des Abwurfstapels passen. Je mehr Karten auf das genannte Spiel passen, desto mehr Punkte gibt es dafür.

Ludossa: (=Hossa!)
In der Mitte des Tisches liegen 3 Karten. Es gilt ein Spiel zu nennen, auf das alle drei Karten zutreffen. Gelingt das, legt man eine der drei Karten ab und legt eine Handkarte an dessen Stelle. Ist man ähnlich planlos wie ich beim Schachspielen (sprich: No idea at all) muss eine Strafkarte gezogen werden. Schafft man es, darf man eine seiner Karten in die Mitte legen und eine der drei Karten in der Mitte abwerfen.
Der Spieler, der zuerst alle Handkarten abspielen kann, gewinnt.

Ludoviel: (=Ein solches Ding)
Eine Karte liegt in der Mitte des Tisches. Jeder Spieler kann nun eine Karte dazulegen. Doch die Karten in der Mitte sollten auf ein Spiel passen. Jeder Spieler kann nämlich auch an der Gültigkeit der Reihe zweifeln.
Wird gezweifelt, darf der letzte Spieler noch eine Karte aus der Mitte entsorgen, danach muss er ein Spiel nennen, auf das ALLE noch in der Mitte liegenden Karten zutreffen. Kann er das nicht, gibt es Strafkarten, andernfalls nimmt der Zweifler Strafkarten.
Der Spieler, der alle Karten abgespielt hat, gewinnt.

Haste Ludo: (=Haste Worte?)
Eine Karte wird aufgedeckt. Danach hat jeder Spieler 30 Sekunden Zeit um Spiele aufzuschreiben, auf die diese Eigenschaft passt. Danach wettet man noch, wie viele Spiele man wohl als einziger aufgeschrieben hat.
Nach 30 Sekunden wird verglichen. Es gilt, seine Wette zu erfüllen, um Punkte zu machen.

Ludosolo:
Das einzige Solitärspiel der Sammlung: Man nimmt eine Karte vom Stapel und sucht ein Spiel aus seiner Sammlung, holt es aus dem Schrank und legt es dazu. So wird der gesamte Kartenstapel durchgespielt.
(Würde mich mal interessieren, wieviele Depp… ähm, leidenschaftliche Spieler sich das angetan haben.)

Spieletester

07.12.2011

Fazit

Ludoviel hat kein wie auch immer geartetes „Rundherumspiel“, das die Spiele dieser Sammlung verbindet. Wer sich dieses Spiel zulegt muss sich also darüber im Klaren sein, dass er kein „neues“ Spiel im eigentlichen Sinne kauft, sondern 7 Klassiker und ein Fakespiel (ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass IRGENDJEMAND ernsthaft in Erwägung zieht, Ludosolo WIRKLICH zu spielen) mit Textkarten, die sich eben auf das Thema „Spiel“ beziehen.

Wer also die „Urspiele“ wie Haste Worte?, den Beziehungstest Ein solches Ding und ähnliche Spiele mag, sollte mal reinschauen. Es ist definitiv nett, ein „Spiel über Spiele“ zu spielen. Wer die Urspiele schon nicht mag, der kann natürlich auch Ludoviel getrost ignorieren. Aber zumindest eines davon wird wohl jeder mögen. Von der Möglichkeit, sich selbst ein paar Regeln zu zimmern wollen wir gar nicht reden…
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 8
Alter: ab 10 Jahren
Preis: 15,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2003
Genre: Karten
Zubehör:

120 Karten (deutsch und englisch)
32 Holzsteine
1 Sanduhr
1 Würfel
1 Regel (deutsch und englisch)

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