Waldland

Ein dichtes Blätterdach, majestätische Nadelbäume und ein lebendiges Unterholz – in diesem anspruchsvollen Familienspiel erschaffen wir unser eigenes, florierendes Ökosystem.

Doch die Natur ist unberechenbar: Wer beim Entdecken neuer Pflanzen und Tiere zu gierig wird, riskiert Hitzewellen oder Krankheiten, die die mühsam herangezogene Wildnis im Handumdrehen zerstören kann!

Ausgestattet mit einem eigenen Spielertableau versuchen wir über drei Jahreszeiten hinweg den artenreichsten und gesündesten Wald aufzuforsten. Was zunächst nach einem reinen Wohlfühlspiel mit wunderschöner Grafik aussieht, offenbart durch seinen unkonventionellen Auswahlmechanismus eine überraschende taktische Tiefe und eine gesunde Portion Nervenkitzel. In jeder Saison versuchen wir, unser persönliches Wald-Tableau mit Karten zu füllen und so ein funktionierendes System aufzubauen.

Erkundung oder auch Push-Your-Luck-Drafting

Der Kern des Spiels basiert auf einem cleveren Auswahlsystem. In der Tischmitte liegen drei verdeckte Kartenstapel als Sammelplätze aus. Ist man an der Reihe, schaut man sich geheim den ersten Stapel an. Man hat nun die Wahl: Entweder nimmt man alle dort liegenden Karten auf die Hand, oder man legt den Stapel zurück. Legt man ihn zurück, wird dem Stapel als „Köder“ eine neue verdeckte Karte vom Hauptdeck hinzugefügt, und man zieht zum nächsten Sammelplatz weiter. Wer zockt und alle Stapel ablehnt, muss mit der obersten Karte vom Nachziehstapel vorliebnehmen.

Das Ökosystem erweitern

Die gewählten Karten wandern direkt in die eigene Auslage vor einem. Dann wachsen durch ineinandersteckbare Pappteile echte 3D-Bäume in die Höhe. Pflanzen bringen Punkte, wenn man sie zu bestimmten Sets kombiniert, während Wetterkarten das Klima beeinflussen.

Pflanzen generieren oft Nahrung. Wer genug Nahrung besitzt, darf Tiere wie Schwarzbären oder Wölfe in seinen Wald locken. Jedes Tier bringt individuelle Spezialfähigkeiten mit, die einmal pro Saison genutzt werden können.

Saisonwertung und Gefahren

Am Ende jeder Jahreszeit erfolgt eine Zwischenwertung für Bäume, Pflanzensets und Tiere. Doch Vorsicht: Befinden sich vor uns zu viele Bedrohungen wie Krankheiten oder Hitzewellen, droht empfindlicher Punktabzug oder gar der Verlust von Flora und Fauna. Nach der dritten Saison gewinnt die Person mit den meisten Gesamtpunkten.

 

Spieletester

Fazit

Waldland besticht auf dem Tisch durch eine wunderbare Tischpräsenz. Das Highlight sind zweifellos die dreidimensionalen Bäume, die im Laufe der Partie tatsächlich in die Höhe wachsen und ein haptisch ungemein befriedigendes Element darstellen. Die wunderschönen Illustrationen von Vincent Dutrait transportieren zudem die friedliche, dichte Regenwald-Atmosphäre perfekt.

Das Spielgefühl selbst ist jedoch weniger friedlich als die Optik vermuten lässt: Es herrscht eine ständige, spannungsgeladene Zwickmühle. Schaut man sich einen Kartenstapel an, wägt man unentwegt ab: Nehme ich die zwei soliden Bäume, oder überlasse ich sie meinen Mitstreitern und hoffe im nächsten Stapel auf eine seltene Pflanze?

Da man die abgelehnten Stapel für die nachfolgenden Spieler vergrößert, entsteht eine hochgradig interaktive Dynamik. Man teilt die Freude über einen perfekten Fund ebenso wie die diebische Schadenfreude, wenn man jemandem eine sehnlichst erwartete Karte vor der Nase wegschnappt.

Mit Waldland liefert Piatnik ein stimmungsvolles, mechanisch frisches Naturspiel ab. Das simple Grundprinzip ist innerhalb weniger Minuten verstanden, fordert aber durch das Risikomanagement beim Kartenziehen und die taktischen Tier-Fähigkeiten auch erfahrene Runden heraus. Wer Freude an elegantem Tableau-Aufbau, wunderschönem Material und einer Prise Kartenglück hat, findet hier ein rundum gelungenes Wohlfühlspiel mit Tiefgang.

 

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • wunderschöne Tischpräsenz
  • spannender Auswahlmechanismus
  • hohe indirekte Interaktion
  • Sehr informativ: Die Karten enthalten neben den spielerischen Werten auch spannende Hintergrundinfos zu den realen Pflanzen und Tieren.
  • asymetrische Tierfähigkeiten
  • mit Solo-Modus gegen den einsamen Fuchs

Minus

  • großer Tischplatz-Bedarf
  • nicht zu unterschätzender Glücksfaktor beim Kartenziehen
  • hoher Verwaltungsaufwand zwischen den Saisons

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 90 Minuten
Preis: 37,95 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Verlag: Piatnik
Autor: Tim Eisner
Grafiker: Vincent Dutrait
Zubehör:

105 Baumplättchen:

  • 25 Wipfel
  • 45 Stämme
  • 35 Wurzeln

45 Tierkarten

87 Waldkarten

44 Bonusplättchen

4 Waldtableaus

1 Tannenzapfen

1 Tiertableau

4 100-Punkteplättchen

4 Nahrungsmarker

8 Sonder-Bonusplättchen

4 Einer-Marker

4 Zehner-Marken

15 Tierplättchen

8 Wipfel-Trophäen

5 Sammelplätze

5 Übersichtskarten

10 Saisonkarten

1 Anleitung

 

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