Moon Colony Bloodbath

Willkommen auf dem Mond und einem einzigartigen Überlebenskampf, bei dem "Teambuilding" bedeutet, dass man am Ende die Knochen seiner Mitstreiter aufsammelt. Dabei fing alles so grandios an. Wir bauten Städte auf dem Mond und wollten sie als Sprungbrett zu den Sternen nutzen. Doch dann kam alles anders.

Blutbad auf dem Mond? Was ist eigentlich passiert?

Erst haben wir unsere Traumstation auf dem Erdtrabanten errichtet – jetzt müssen wir zusehen, wie alles im totalen Chaos versinkt. Wer wird amoklaufende Maschinen und fehlgeleitete Roboter überstehen und am Ende die meisten Kolonisten am Leben erhalten?

Freundschaft war gestern

Über ein zentrales, von allen genutztes Kartendeck, wird das Geschehen auf dem Mond gesteuert. Zu Beginn mit vier Arbeitskarten und jeweils zwei Twist- und Problemkarten bestückt, wird dieses Kartendeck als Ablaufstapel verwendet und vergrößert sich im Verlauf einer Partie durch das Hinzufügen diverser Karten. Alle beginnen mit einer identischen Kolonietafel, auf der 30 Bewohner-Plättchen sowie Basistoken für Geld und Nahrung gelagert werden.

Der eigentliche Ablauf ist ziemlich simpel, in dem einfach die oberste Karte des Kartendecks aufgedeckt und alle gleichzeitig deren Anweisungen ausführen. Ist der Stapel leer, wird der Ablagestapel neu gemischt und zum neuen Ablaufstapel. Dies geschieht so lange, bis das Spiel endet, indem entweder die letzte Ereigniskarte „Bedienungsanleitung“ aufgedeckt wird oder jemand seine sämtlichen Kolonisten verloren hat. Egal wie es endet, es gewinnt, wer zum Schluss noch die meisten lebenden Kolonisten auf seiner Mondbasis hat.

Zu Beginn fühlt sich die Mondbesiedelung noch harmonisch an, wenn wir über die vier Arbeitskarten jeweils einen der fünf Aktionen nutzen, um Gebäude samt dazugehöriger Bewohner zu schaffen und Ressourcen einzusammeln.

Da alle gleichzeitig die Karten eines zentralen, gemeinsamen Decks abhandeln, gibt es so gut wie keine Downtime. Das sorgt für ein extrem flüssiges und interaktives Spielgefühl. Jedes Mal aber, wenn eine neue Karte aufgedeckt wird, bangt und fiebert die gesamte Tischrunde gemeinsam mit, ob nun eine rettende Aktion folgt oder die nächste Katastrophe hereinbricht. 

Schwarzhumoriger Überlebenskampf

Weil aber nach und nach der Ablaufstapel durch uns selbst mit immer schlimmeren Problemen bestückt wird, kollabiert irgendwann das System des friedlichen Miteinanders. Vor allem die fehlgeleiteten oder falsch programmierten Roboter kosten immer wieder unsere Bewohner das Leben.

Im Prinzip reißen wir unsere mühsam errichteten Strukturen nach und nach wieder ab und hoffen darauf, am Ende nicht als Erster ohne Einwohner dazustehen.

 

Spieletester

Fazit

Moon Colony Bloodbath ist ein taktisches Kartenspiel, das den konstruktiven Aufbau einer eigenen Mondbasis mit deren unaufhaltsamer Zerstörung verbindet. Diese innovative Mischung brachte dem Spiel eine Nominierung zum Kennerspiel des Jahres 2026 ein. Wie ich finde zurecht.

Taktischer Überlebenskampf statt Wohlfühl-Strategie

Wir spielen hier kein optimierbares Eurogame, bei dem am Ende der Spieler mit den meisten Siegpunkten und der größten Kolonie gewinnt. Das Spielgefühl gleicht eher einem „Last Man Standing“. Es gilt, sich bestmöglich auf das unvermeidliche Chaos vorzubereiten. Gewinner ist am Ende schlicht derjenige, dessen Kolonie am langsamsten stirbt und der beim finalen Kollaps noch die meisten Überlebenden vorweisen kann. Morbide Komik und Schadenfreude dominieren hier – und das macht in der passenden Spielgruppe richtig viel Spaß.

 

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • keine Downtime durch den simultanen Zugmechanismus
  • enorme Varianz mit unzähligen Kombinationen aus Twist-, Gebäude- und Roboterkarten
  • Das satirische Konzept des kontrollierten Scheiterns hebt sich stark vom üblichen Eurogame-Einheitsbrei ab.
  • hervorragender Solo-Modus

Minus

  • Wer keine Freude daran hat, wenn die eigene, mühsam aufgebaute Maschinerie rücksichtslos demontiert wird, verliert schnell den Spaß.
  • Glückskomponente durch die Karten

Teilen mit facebook twitter

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 5
Alter: ab 14 Jahren
Spieldauer: 45 bis 90 Minuten
Preis: 49,99 Euro
Erscheinungsjahr: 2026
Grafiker: Franz Vohwinkel
Zubehör:

200 Karten

  • 90 Gebäude
  • 25 Vorteile
  • 25 Twist
  • 20 Entwicklungen
  • 20 Roboter
  • 13 Ereignisse
  • 7 Start

5 Kolonietafeln

247 Marker

1 Anleitung

 

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 7969 Gesellschaftsspiele-,
1678 Videospielrezensionen
2331 Berichte.