Ein Dieb geht um! Doch welcher der Verdächtigen versucht, die vier magischen Gegenstände zu stehlen? Schafft ihr es gemeinsam, den Übeltäter zu identifizieren, bevor er mit seiner Beute das Weite sucht? Oder seht ihr gar eure Zukunft auf der anderen Seite des Gesetzes?
Im Kinderspiel Verflixt Verzaubert spielen alle Zauberlehrlinge gemeinsam gegen einen Dieb. Da letzterer ebenfalls von einem Spieler gesteuert wird, handelt es sich um ein asymmetrisches Spiel im Modus "einer gegen alle".
Zunächst wird die Runde in wenigen Schritten vorbereitet. Dafür werden 15 Verdächtigen-Plättchen verdeckt auf den vorgegebenen Positionen des Spielfelds gelegt. Das 16. erhält der Dieb und erfährt somit seine eigene Identität. Außerdem werden zwölf Versteck-Plättchen platziert. Auf diesen sind die Gegenstände abgebildet, welche der Dieb stehlen will. Es gibt jeweils drei Plättchen zu einem Symbol, zum Beispiel "Amulett", wobei aber nur auf der Rückseite eines Plättchens tatsächlich ein Amulett abgebildet ist. Der Dieb weiß somit grob, welche Plättchen er ansteuern muss, kann sich aber nie sicher sein, auch wirklich fündig zu werden.
Die 16 Verdächtigen unterteilen sich in die vier Typen Drache, Fee, Kobold und Geist. Von jeder Art gibt es einen in den Farben blau, grün, gelb und rosa. Außerdem haben sie Accessoires wie Hüte oder Umhängetaschen dabei.
Spielablauf
Die Bewegung der Figuren erfolgt über Würfel. Der Dieb beginnt und würfelt mit allen drei Würfeln, auf denen jeweils ein bis drei Sterne abgebildet sind. Die Summe gibt an, wie weit er sich fortbewegen kann. Jedes passierte Plättchen darf er aufnehmen.
Nun sind die Zauberlehrlinge an der Reihe. Jede Runde gibt es einen anderen Anführer. Dieser würfelt ebenfalls mit allen drei Würfeln und verteilt sie anschließend an alle Spieler. Wie die Würfel verteilt werden, ist dem Anführer überlassen, einzige Regel: Jeder Spieler muss mindestens einen Würfel erhalten. Die Zauberlehrlinge versuchen nun, Verdächtige auszuschließen. Dazu können sie entweder über Verstecke ziehen und sehen, welcher der Verdächtigen "daheim" ist und somit nicht der Dieb sein kann. Oder sie können nach Eigenschaften fragen, wenn sie sich auf einem Feld befinden, auf dem der Dieb bereits ein Plättchen erbeutet hat. Die Fragen sind auf dem Feld vorgegeben und lauten zum Beispiel "Bist du eine Fee?" oder "Bist du grün?". Der Dieb muss wahrheitsgemäß antworten, was in der Regel zum Ausschluss zahlreicher Verdächtiger führt.
Sind sich die Zauberlehrlinge sicher, wer der Dieb ist, können sie ihn benennen. Haben sie recht, gewinnen sie. Beschuldigen sie den Falschen, gewinnt der Dieb. Dieser gewinnt auch, wenn er die vier gesuchten Gegenstände findet und mit diesen wieder auf das Startfeld zieht.
Eine Erleichterung gibt es insbesondere für Kinder, welche den Dieb spielen: Hier kann optional ein Bonuswürfel verwendet werden, der dem Dieb eine Bonusbewegung von null bis zwei Sternen gibt.
Spieletester
Fazit
Was für ein gutes Spiel! Die Rollen spielen sich komplett unterschiedlich, was dem Wiederspielwert sehr entgegenkommt. Das Cluedo-Prinzip "wer war's NICHT" ist super eingängig und motiviert mit jedem Zug. Während sich die Schlinge immer enger um den Verdächtigen zieht, macht der Dieb normalerweise viele Felder gut, da er alle Würfel für sich verwenden kann. Er muss schnell seine Gegenstände erbeuten, strategisch vorgehen und im Idealfall keine Plättchen von Feldern einsammeln, die ihn zu schnell identifizieren. "Bist du ein Drache?" "Ja." "Bist du grün?" "Ja." Spiel vorbei. Vielleicht können sich die Mitspieler aber auch einen Reim daraus machen, warum der Dieb bestimmte Plättchen absichtlich nicht ansteuert.
Bei uns auf dem Tisch verliert der Dieb meistens, was auch gut fürs Klima ist, weil der Dieb oft vom Papa gespielt wird und die Kinder ihn dann erwischen. Die Partien sind aber eigentlich immer ausgeglichen und oft fehlen dem Dieb nur ein oder zwei Felder bis zum Schloss, um den Sieg an sich zu reißen. Einziger Wermutstropfen: Zu viert bewegen sich die Zauberlehrlinge schon sehr langsam, was von der Spielbalance her sinnvoll ist, da sie ja auch mehr Fläche abdecken können. Wenn ein Kind aber mehrfach hintereinander nur einen Stern zur Bewegung erhält, kann das etwas frustrieren.
Das kommt aber nur selten vor, da ja auch die Anführerrolle wechselt. Ein wirklich tolles Spiel, sehr zu empfehlen!
Plus
- zwei komplett unterschiedliche Spielrollen
- Ausschluss der Verdächtigen motiviert
- Bonuswürfel für jüngere Dieb-Spieler
- unkompliziertes Regelwerk
Minus
- zu viert bekommt jeder Zauberlehrling nur einen Würfel
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Details
16 Verdächtigen-Plättchen
15 Ausschluss-Plättchen
12 Versteck-Plättchen
4 Spielfiguren
4 Würfel
1 Spielplan
1 Verdächtigen-Tableau
1 Zauberhut
1 Spielregel
Statistik
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