Thebai

Thebai? Theben! Eine einstige Großstadt in Griechenland, zur Bronzezeit und auch noch in der Eisenzeit. Damals standen kriegerische Auseinandersetzungen an der Tagesordnung. Und im Spiel Thebai sind wir mittendrin, statt nur dabei.

Spielthema

Wir helfen, die Kadmeia, die Geburtsstätte des Gottes Dionysos und Zentrum der Stadt, wieder aufzubauen. Dadurch versprechen wir uns Einkünfte, ein Anwachsen unserer Bevölkerung, aber auch eine Steigerung unserer kriegerischen Fähigkeiten. Es wird nämlich mehrfach im Spiel vorkommen, dass ein Krieg stattfindet. Wer dort teilnimmt, wird belohnt, wer sogar erfolgreich teilnimmt, wird natürlich entsprechend höher belohnt.

Würfel, ohne zu würfeln

Am Ende des Spiels sind Würfel unsere Haupt-Siegpunktpunktquelle. Dabei hat jeder Spieler zwei Arten von Würfeln: Bevölkerung und Hopliten (das waren im alten Theben Bürgersoldaten). Anfangs hab sie alle nur niedrige Werte. Über Aufwertungen können diese immer neue "Level" erreichen, bis sie schlussendlich vom Spielplan wegwandern, um an den Monumenten für Siegpunkte zu sorgen, oder als große Kämpfer ganze Bereiche des Spielplans im Auge zu behalten.

Hauptsätzlich benutzt werden die Bevölkerungswürfel. In jedem Spielzug setze ich einen von ihnen ein, wobei ich die Wahl zwischen meinem Anwesen und dem Spielplan habe. In beiden Fällen löse ich Aktionen aus. Während ich jedoch jene von meinem Anwesen zurückbekomme, wenn mein Vorrat leer ist, bleiben die am Spielplan üblicherweise dort, bis sie (hoffentlich) zu den Monumenten wechseln. Dass sie dort bleiben, ist aber gar nicht schlimm, weil es kommen immer wieder neue Würfel aus dem zentralen Vorrat nach und bereichern meinen persönlichen Vorrat.

Aktions- und Schicksalsphase

Immer wenn ich einen Bevölkerungswürfel einsetze, zieht das ein oder mehrere Aktionen nach sich: Ich ziehe Aufträge, bekomme Waren oder Geld, versetze Kadmeia-Steine von meinem Vorrat auf den Spielplan, werte Würfel auf, versetze Würfel auf den Spielplan, ziehe auf der Leiste des Dionysos weiter und erhalte dafür Boni... Anschließend bewegt sich meine Figur am Spielplan, wodurch eine weitere Aktion eintritt. Laufe ich dabei über Felder mit fremden Würfeln, erhalten diese eine Aufwertung. Eigene Würfel werden hingegen abgewertet. Diese Figurenbewegung ist eine der wenigen direkten Interaktionen zwischen Spielern. Danach kann ich noch einen meiner Aufträge erfüllen.

Was jeder Spieler einmal an der Reihe, wird die nächste Schicksalstafel in der Reihe abgehandelt. Zum Glück weiß man schon geraume Zeit vorher, was passieren wird. Es kann ein Bonus für alle sein, aber auch ein Krieg. Die Intensität der Auseinandersetzungen steigt von Mal zu Mal.
Sind alle zehn Schicksalstafeln gespielt, endet das Spiel. Punkte gibt es für Würfel an den Monumenten, eifrigen Kadmeia-Bau, Bevölkerung und Krieger am Spielplan, erfüllte Aufträge, restliche Waren und Münzen. Unerfüllte Auftrage bringen Minuspunkte.

Solospiel

Je nach Spielerzahl gibt es in Thebai gewisse Spezialregeln. Das Solospiel funktioniert ähnlich wie das Zweierspiel, jedoch wird der zweite Spieler durch einen Kartensatz simuliert und ist materiell nur rudimentär vertreten. Um zu gewinnen, muss man mehr Punkte erreichen als er.

Spieletester

Fazit

Thebai ist grandios ausgestattet: Schön illustrierte Karten, bedruckte und geformte Holzsteine, Spezialwürfel... Dass wir hier nicht im Billig-Segment sind, versteht sich von selbst. Man darf aber auch am Spieltisch nicht sparen: unter ca. 100x130cm geht gar nichts. Je größer, desto besser.

Das Spiel ist als "Expertenspiel" ausgewiesen. Alleine das Glossar sind acht A4-Seiten, die Spielanleitung sind weitere 20 Seiten. Klingt im ersten Moment wild, aber: Titelseite, zwei Seiten Spielmaterial, drei Seiten Spielaufbau - schon ist ein Drittel rum. Fünf Seiten für das Solospiel, Schwupps ist die Hälfte schon erledigt. Das eigentliche Geschehen ist auf sieben Seiten beschrieben, die großformatige (bis zu halbseitige) Beispiele beinhalten. Eigentlich ganz leichte Regeln. Aber deren Zusammenwirken und Auswirkungen, die sind ein echter Hirnverzwirbler. Kein Wunder, dass die Spieldauer in die Stunden geht, dauert doch schon der Spielaufbau anfangs gerne mal eine halbe Stunde.

Dass uns nicht fad wird, garantiert unter anderem ein variabler Spielaufbau. Man muss die Leute aber erst mal zu einer zweiten, dritten... Partie bekommen. Denn anfangs heißt es lernen, lernen, lernen. Der Einstieg ist harte Arbeit. Du hast im ganzen Spiel nur zehn Spielzüge. Wenn da nicht jeder perfekt sitzt, hast du ein Problem. Und da es so viele Möglichkeiten zu punkten gibt, die aber nur bedingt miteinander zu tun haben, braucht es die angesprochene Erfahrung.

Ein wenig Problem hatte ich auch mit dem Solo-Modus: Obwohl man auch sonst wenig interagiert, ist der reduzierte Bot-Spieler eher lästig. Der hat so viele Veränderungen zu den Originalregeln, dass man sich gegenüber dem Multiplayer-Spiel regelrecht umgewöhnen muss.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • schöne, umfangreiche Ausstattung
  • zahlreiche Beispiele in der Spielanleitung
  • ausführliche Beschreibung der Regeln

Minus

  • ein wenig Punktesalat
  • braucht einige Partien, um gut gespielt werden zu können
  • Solo-Modus nur mäßig gelungen

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 90 bis 200 Minuten
Preis: 65,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Autor: Dávid Turczi
Zubehör:

1 Spielplan
1 Altartafel
1 Ratstafel
4 Anwesentafeln
8 Heldenaufsteller
50 Kadmeiasteine
8 Heldenkarten
8 Angriffskarten
44 Auftragskarten
9 Tumultkarten
12 Heroldskarten
14 Wolfstandsplättchen
1 Monumententafel
24 Hilfsplättchen
24 Segensplättchen
7 Torplättchen
1 Angriffsplättchen
5 Tumultplättchen
10 Besetzt-Marker
18 Amphorenplättchen
18 Traubenplättchen
18 Bronzeplättchen
24 Drachmenplättchen
28 Bevölkerungswürfel
16 Hoplitenwürfel
4 Reihenfolgemarker
4 Punktemarker
8 Altarmarker
4 100/200-Plättchen
4 Archonfiguren
4 Heerführeraufsteller
12 Ratsmitgliedsplättchen
8 Spielhilfen
25 Aktionskarten
6 Bestimmungskarten
5 Herausforderungskarten
1 Spielendekarte
1 Glossar
1 Spielanleitung

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