Sierra ist ein Wort aus dem Spanischen und heißt übersetzt Gebirge. Da überrascht es nicht, dass uns das gleichnamige Spiel auf eine Wanderung in die Berge entführt. Einzeln oder in Gruppen machen wir uns auf den Weg, wobei sich die Gruppenmitglieder nicht immer einig über die zu wählende Route sind.
Im Frühtau zu Berge
Egal, wie groß die Gruppe ist: Wandern macht immer Spaß. Sierra bietet Spielvarianten für das Solospiel, 2-3 Spieler, 2-4 Spieler, 4-8 Spieler und einen Kampagnenmodus für 1-3 Spieler. In manchen Fällen wandert jeder für sich, in andern Fällen geht man in Gruppen von zwei bis drei Spielern.
Karten sammeln
Jede Gruppe sammelt pro Runde zwei Bergkarten, die vor ihr ausgelegt werden. Bergkarten gibt es in vier Farben und sind an ihrer Oberfläche unregelmäßig geschnitten, sodass sich das Relief von Bergen ergibt. Wichtig ist aber nur die Farbe, denn gleichfarbige Karten werden in gleiche Reihen gelegt (es kann aber mehrere Reihen gleicher Farbe geben). Wichtig sind aber auch die darauf befindlichen Symbole.
Am Ende der Runde hat die Gruppe zwei Bergkarten übrig, diese werden im Uhrzeigersinn an die nächste Gruppe weitergegeben. Außer diesem Weitergeben hat man mit den anderen Gruppen keine direkte Interaktion.
Jeder Spieler sammelt Reisetagebuchkarten. Ja nach Gruppengröße in jeder, jeder zweiten oder jeden dritten Runde. Im Reisetagebuch steht, wofür der Spieler Punkte bekommt.
Bereits am Beginn des Spiels hat jede Gruppe eine doppelseitige Zielkarte bekommen, von der sie eine Seite als Wertungskriterium für beide Spieler auserkoren hat.
Wertung
Nach acht bis neun Runden ist das Spiel vorbei. Jeder Spieler wertet seine Reisetagebuchkarten, anhand der Bergkarten-Auslage seiner Gruppe, plus die Punkte von der Zielkarte der Gruppe. Wertungskriterien können z.B. sein: Punkte pro Symbol einer bestimmten Art, Punkte für viele gleiche Symbole in einer Reihe, Punkte für Spalten mit einer gewissen Anzahl von Karten, aneinandergrenzende Karten gleicher Farbe...
Worauf jeder sammelt, ist für alle bekannt. Man sammelt die Tagebucheinträge nämlich offen! Beim Bilden der Auslage darf man sich mit den anderen Gruppenmitgliedern abstimmen. Ob man allerdings auf Wünsche der Mitspieler eingeht, bleibt dem Spieler am Zug überlassen. Man will den anderen ja keine Steilvorlagen bieten, die ihnen den Einzelsieg bringen. Andererseits bringt ein Einzelsieger in der eigenen Gruppe eine größere Chance, dass die Gruppe den Gruppensieg davonträgt.
Spieletester
Fazit
Mit seinen konturierten Karten ist Sierra definitiv ein Hingucker. Man muss jedoch beimi Mischen und hantieren vorsichtig sein, sie nicht zu beschädigen. Übrigens darf man nicht unterschätzen, welchen Platzbedarf das Spiel, durch die verschiedenen Auslagen, hat.
Sierra verfolgt einen semikooperativen Ansatz: Unsere Gruppe hat eine gemeinsame Zielkarte, gleichzeitig sammelt jeder Spieler "rivalisierende Ziele". Auf am Beginn gezogene Ziele, kann man gut hinarbeiten. Ob man aus spät gezogenen Zielen noch einen Profit schlagen kann, ist eher Glückssache. Insofern macht die Spielerreihenfolge doch einen gewissen Unterschied, da das Ziehen von Zielkarten in der letzten Runde pures Glück, ohne Einflussmöglichkeit (Verhandlungsgeschick mal außen vor gelassen) bedeutet.
Das Spiel ist für 4-8 Spieler konzipiert. Die meisten Varianten für 1-3 Spieler sind eher Krücken (respektive Wanderstöcke), bei der man Punktemaximierung gegen eine Tabelle betreibt. Nur die Variante für 2-4 Spieler, in denen jeder für sich alleine spielt, ist eine lobenswerte Ausnahme.
Plus
- optisch großartig gestaltet
- fördert das Miteinander, obwohl man gegeneinander spielt
Minus
- geringe Spielerzahlen sind eher Krücken
- spät erhaltene Karten können nutzlos sein, oder den Sieg bringen (nicht unerheblicher Glücksanteil)
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Details
84 Bergkarten
64 Reisetagebuchkarten
4 Rollenkarten
7 Etappenkarten
4 Zielkarten
1 Wertungsblock
1 Spielanleitung
Statistik
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