Vier Planeten warten darauf, von uns besucht zu werden. Bei jedem Besuch werben wir eines der dort lebenden Tiere ab und siedeln es bei uns an, oder verwenden es wiederum als Tauschgut. Es sind aber nicht einfach nur Tiere, sondern hoch entwickelte Spezialisten, die uns hoffentlich viele Punkte oder Boni bringen.
Spielaufbau
Zwischen den Spielern liegt die Ablageleiste mit vier Planeten. An jedem liegen eine verdeckte und zwei offene Karten. Daneben liegen die Vorräte für Münzen und noch nicht verteilte Raumschiffteile, sowie ein paar Bonusplättchen. Schnell noch das Startplättchen zwischen die Spieler gelegt, schon kann es losgehen.
Geheime Informationen sammeln...
Jeder Spieler darf sich anfangs die ihm nächstgelegene, verdeckte Karte an der Ablageleiste ansehen (sie zeigt ein farbiges Tier) und seinen Erkundungsmarker darauflegen. Wir versuchen im Spiel, den Erkundungsmarker weit vorzuschieben. Je mehr verdeckte Informationen man hat, desto gezielter kann man auf Siegpunkte hinarbeiten. Allerdings heißt das auch, dass man die Infos früh haben sollte, um möglichst lange zielgerichtet agieren zu können.
... oder doch lieber auf anderem Weg punkten?
Jede Tierkarte hat einen Wert, den das Ansiedeln kostet. Weiters tragen sie ein bis zwei farbige Symbole. Außerdem hat sie einem Geldwert, der immer um eins höher als die Ansiedelungskosten ist. Karten die nicht gratis gebaut werden dürfen, tragen außerdem einen Siegpunktwert. Diese Punkte bekomme ich am Ende auf jeden Fall, wenn ich die Karte angesiedelt habe! Durch die verdeckten Karten (siehe oben) steigen die Werte einiger Kartenfarben, von denen es übrigens fünf verschiedene gibt. Genommene Karten nimmt man anfangs auf die Hand, in die eigene Ablage werden sie erst am Rundenende gelegt.
Eine weitere Möglichkeit zu punkten, sind die Bonusplättchen. Immer wenn ich zwei zusätzliche rosa Symbole gesammelt habe, darf ich mir eines davon nehmen. Jedes Plättchen bringt mir eine Sofortaktion, oder am Ende Siegpunkte. Meist sind an Letzteres Bedingungen geknüpft, die ich erfüllen muss oder sogar öfters erfüllen kann, um die Bonuspunkte mehrfach zu bekommen.
Symbole sammeln
Ganz ähnlich wie bei den rosa Symbolen, funktioniert das Sammeln von Symbolen anderer Farben. Für je zwei gelbe Symbole etwa, erhalte ich eine Münze. Jede Münze kann ich in dieser und jeder weiteren Runde einmal einsetzen, um Ansiedelungskosten zu zahlen. Habe ich keine Münzen, muss ich mit Handkarten bezahlen; aber die würde ich ja gerne ansiedeln, um Symbole und/oder Punkte zu sammeln. Ein Dilemma...
Für zwei grüne Symbole darf ich mir eine Tierkarte vom Stapel nehmen und als ein Symbol beliebiger Farbe in meine Sammlung legen. Zwei blaue Symbole bewegen meinen Entdeckungsmarker und verschaffen mir die geheimen Informationen. Zwei rote Symbole bringen mir ein Raumschiffteil. Stimmt, da war ja was mit Planeten besuchen!
Der Raumflug
Wie komme ich eigentlich zu den Tierkarten? Mit einer Rakete. Diese sind skalierbar und können aus ein oder mehreren Raketenteilen bestehen. Anfangs habe ich vier Raketenteile, kann also zu jedem Planeten eine Rakete der Größe "1 Raketenteil" schicken. Später bekomme ich Teile dazu.
Die Spieler sind abwechselnd an der Reihe, Raketen starten zu lassen. Jeder Spieler darf jeden Planeten nur einmal pro Runde anfliegen.
Wer früher an einem Planeten gelandet ist, hat bei gleicher Raketengröße die erste Wahl zwischen den beiden ausliegenden Tieren. Wer als zweiter kommt, muss nehmen was noch da ist. Diesen unliebsamen Zustand kann man aber umgehen! Wer als zweiter Ankömmling eine größere Rakete als der Ersteingetroffene hat, wird vorgereiht. Am Beginn des Spiels heißt das aber, dass ich nicht genug Raketenteile übrig habe, um alle Planeten zu besuchen, ich also weniger Tierkarten bekomme.
Profi-Regeln
Wer sich mit dem Spiel schon gut auskennt, kann die Gebäudekarten ins Spiel bringen. Von denen erhält jeder Spieler anfangs vier Stück, von denen er zwei behält. Sie bringen einen Vorteil beim Spielaufbau oder während des Spiels (oft als Einmaleffekt, manche aber dauerhaft).
Spieletester
Fazit
Wir sehen: In Four Planets gibt es jede Menge Entscheidungen zu treffen. Wann will ich zu welchem Planeten fliegen? Wo möchte ich unbedingt als Erster aussuchen dürfen? Wie groß soll meine Rakete sein, um das Erstwahlrecht zu sichern? Spiele ich auf geheime Informationen, oder versuche ich auf anderen Wegen mein Glück (was ganz super funktioneren kann, wenn die "richtigen" Karten verdeckt liegen, aber auch komplett in die Hose gehen kann, wenn ich von den verdeckten Farben nur wenige Tiere angesiedelt habe)?
Dass ich alle geheimen Informationen bekomme, ist eher selten. Pro Runde schaffe ich einen oder maximal zwei Schritte mit dem Erkundungsmarker, das heißt zwei von fünf Spielrunden sind vorbei, bis ich das volle Wissen habe. So bleibt ein nicht unerheblicher Glücksanteil übrig. Ist bei den verdeckten Karten viel gelb? Jeder will Münzen, somit wird hier kein Erdrutschsieg zu holen sein. Gibt es viel blau? Dann wird jemand, der auf Erkundung geht, profitieren. Du findest Bonusplättchen doof? Dann wirst du schlecht abschneiden, wenn viele pinke Karten dabei sind. Wer während der Erkundung des anderen zufällig die "richtigen" Farben schon gesammelt hat, lacht sich ins Fäustchen.
Übrigens steckt in diesem Farbbonus-Mechanismus das Detail, dass eine oft in den geheimen Karten liegende Farbe, seltener für das Ansiedeln zur Vergügung steht. Dass seltenere Karten dann mehr wert sind, macht irgendwie Sinn. Sich auf seltener aufgedeckte Farben zu stürzen, kann also durchaus das Sammeln geheimer Informationen ersetzen.
Das Spielmaterial lässt keine Wünsche offen: Gute Spielanleitung, sehr klare Symbolik, gute Qualität von Karten und Plättchen. Warum es aber für nur zwei Spieler ausgelegt ist, ist mir ein wenig ein Rätsel. Den Reihenfolge- und Mehrheitsmechanismus hätte man locker auch für z.B. vier Personen verwenden können. Das würde die Sache deutlich spannender machen als "ich zuerst, du zuerst, du zuerst, ich zuerst...".
Plus
- solide Ausstattung
- Es gibt viele Wege, Punkte zu sammeln. Such dir deinen liebsten aus!
Minus
- das Spielprinzip hätte vermutlich auch für höhere Spielerzahlen verwendet werden können
- für wenig entscheidungsfreudige Personen ungeeignet
Kommentar verfassen
Details
2 Ablageleisten
50 Tierkarten
15 Gebäudekarten
5 Übersichtskarten
10 Bonusplättchen
14 Raumschiffteile
6 Münzplättchen
1 Startplättchen
2 Erkundungsmarker
1 Spielanleitung
Statistik
Derzeit findest Du auf spieletest.at
7798 Gesellschaftsspiele-,
1675 Videospielrezensionen
2311 Berichte.