Oh! Hey! Crosswalk

Warum überquerte das Huhn die Straße? Um auf die andere Seite zu kommen.
So geht es hier auch zwei Erwachsenen, einem Senior, einem Kind und einem Hund.

Im Prinzip ist Oh! Hey! Crosswalk sehr schnell erklärt.
Denn eigentlich handelt es sich hier um eine Art simplifiziertes Schach am Zebrastreifen.
Statt 16 Figuren pro Seite gibt’s nur fünf, statt sechs verschiedenen Figuren nur vier, statt 64 Quadraten gibt es sieben Streifen (aber eigentlich ein 5x9-Raster, also 45 Felder), gezogen wird nur orthogonal, nicht diagonal und ein Spiel dauert 10 Minuten und nicht 10 Stunden (ok, nicht jede Schachpartie dauert so lang).

Gewonnen hat, wer zuerst all seine Figuren auf die gegenüberliegende Seite gebracht hat.
Diese haben aber natürlich gewissen Regeln zu folgen.

R-E-S-P-E-C-T

In Japan (dem Land, aus dem das Spiel kommt) gibt es noch Benimmregeln in der Gesellschaft, an die sich die Menschen tatsächlich auch noch halten. Vor allem älteren Menschen wird sehr viel Respekt entgegengebracht. Das spiegelt sich auch in den Zugregeln wider.

Wer an der Reihe ist, führt insgesamt drei Bewegungen aus. Diese können sich aus unterschiedlichen Figuren zusammensetzen. Die Zugregeln sind:

Erwachsene ziehen ein Feld nach dem anderen, bis zu drei Mal pro Zug.
Hunde ziehen nach den gleichen Regeln, nur dass diese als einzige durch andere Figuren hindurchgehen können, was ebenfalls als Feld zählt.
Kinder ziehen zwei Felder gleichzeitig, auch in L-Form möglich, maximal einmal pro Zug.
Senioren bewegen sich lediglich einen Zug pro Runde, der Respekt bedingt jedoch, dass niemand direkt vor dem Senioren stehen darf. Kommt ein Senior vor einer anderen Figur zu halten, so ist es deren Pflicht, zu Beginn der nächsten Runde unverzüglich zu weichen.

Street-smart

Nun liegt es also an uns, diese Fähigkeiten geschickt einzusetzen. Ob wir passiv oder angriffig agieren, versuchen uns durchzuschlängeln oder vorrangig den Gegner blockieren oder gar zurückzudrängen, kann sich wie beim Schach aus der Partie ergeben und wird auch von Gegner zu Gegner unterschiedlich sein.
Ob wir schon zu Beginn mit den schnellen Figuren vorziehen oder die behäbigen vorschicken und dann zum Schlusssprint ansetzen – wir haben hier einige Optionen, die wir ausprobieren können.

Die kleine Box mit dem faltbaren Hartkarton-Spielbrett und den runden beklebten Holztoken lädt jedenfalls dazu ein, mitgenommen und für eine schnelle Partie (10 Minuten, wenn man die Bewegungsabläufe einmal verinnerlicht hat) hervorgeholt zu werden.

Spieletester

23.06.2024

Fazit

Oh! Hey! Crosswalk ist zwar ein simpleres und vor allem zügigeres Schach, aber es ist immer noch eine Art Schach. Heißt, wer mit dem taktischen Ziehen von Figuren auf einem Raster schon in Schach-Form nicht viel anfangen kann, wird trotz zugänglicher Zebrastreifen-Thematik vermutlich auch hiermit nicht wirklich warm werden.
Für Schachfans tut sich hier aber womöglich eine Alternative im Pausenformat auf.
Auch wenn wir in unseren Testrunden jetzt nicht wirklich den Eindruck hatten, hier sonderlich viele unterschiedliche Taktiken zur Verfügung zu haben. (Aber wenn ich ehrlich bin, das habe ich bei Schach auch nicht – und dennoch scheint es sie zu geben.)

Oh! Hey! Crosswalk könnte damit für Schach sein, was Der Hobbit für Herr der Ringe ist: Der ganz nette, aber nicht ganz so packende kleine Bruder.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Schach in kurz ...

Minus

  • ... aber auch mit weniger strategischen Möglichkeiten

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2
Alter: ab 6 Jahren
Preis: 15,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2023
Grafiker: Tetsuya Nishimura
Genre: Strategie, Taktik
Zubehör:

1 Spielbrett

10 Token

Anleitung

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