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Gesellschaftsspiel Die 3 Gebote


Spieletester

Bernhard Tischler

Bernhard Tischler
27.09.2009

Fazit
Endlich mal wieder ein Versuch im Brettspielbereich neue Impulse zu schaffen. Der dem Spielprinzip zugrunde liegende Gedanke, nämlich das Herausknobeln einer gesuchten Information im Ausschlussverfahren, ist ja durchwegs in verschiedensten Spielen vorhanden (Mastermind, Cluedo, etc), aber in dieser Form meines Wissens noch nie umgesetzt worden. Die 3 Gebote hat sowohl Züge eines Partyspieles, als auch Züge von vornehmlich gewinnorientierten Gesellschaftsspielen und versucht hier wohl eine Vereinigung zu erzielen; bezüglich des Erfolges habe ich da allerdings so meine Bedenken.

Stellt man auf die Sichtweise als Partyspiel ab, so ist Die 3 Gebote durchaus für den einen oder anderen Lacher gut, doch stellt sich schnell Gewohnheit ein, da während ein und dieselbe Hohepriesterin an der Macht ist, die Spieler immer nur versuchen, die Handlungen eines zuvor gut belohnten Novizen nachzumachen und man somit zumeist ähnliche Aktionen (wenngleich in verschiedenstartig skuriler Ausführung) zu sehen bekommt; insofern wirkt der gewinnorientierte Ansatz hier ein wenig drückend.
Im Gegenzug ist zu sagen, dass die 3 Gebote auch nicht in die traditionelle Sicht eines gewinnorientierten Gesellschaftsspieles passt, was sich klar aus den fehlenden Einflussnahmemöglichkeiten der Hohepriesterin und den fehlenden Interaktionsmöglichkeiten zwischen Hohepriesterin und Novizen ergibt.
Die 3 Gebote leidet somit, wie auch andere Spiele, an einer gewissen Identitätskrise und die eigentlich gut gemeinte Verbindung mehrerer Bereiche stellt sich eher als Hindernis für das Spiel dar.

Nichtsdestotrotz ist Die 3 Gebote ein willkommener Versuch neue Prinzipien, neue Mechanismen des Spielens einzubringen und Bedarf meiner Ansicht nach einfach nach Varianten der Autoren, die das Spiel einfach ein wenig kommunikativer, ein wenig interaktionsorientierter gestalten, um dem Spielprinzip zum Durchbruch zu verhelfen. Bis es soweit ist bleibt Die 3 Gebote vornehmlich ein Partyspiel für eine größere, junggebliebene Erwachsenengruppe, die es nicht scheuen, sich auch mal zum Affen zu machen. Aufgrund des deduktiven Charakters wird es aber wohl nur gelegentlich auf den Tisch kommen. 

Partyspiel mit Gewinnorientierung oder gewinnorientiertes Brettspiel mit Partycharakter? Die 3 Gebote ist ein frischer Ansatz, ihm fehlt jedoch das Feintuning, um eine erfolgreiche Verbindung dieser Bereiche zu erbringen.
Übrig bleibt ein gerade anfänglich erheiterndes Partyspiel, welches aber wohl nicht so häufig zum Einsatz kommen wird. 



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Besucherkommentare

A. Sager | 04.09.2010

Also in unserem Bekanntenkreis ist der Spaßfaktor von "Die 3 Gebote" immer sehr hoch.
Natürlich setzt das Spiel voraus, dass zumindest ein Teil der Spieler keine Scheu hat, sich zum Affen zu machen (aber was solls, die anderen machen es dann meistens sogar nach!) und ein wenig Fantasie hat. Interessantes ergibt sich z.B. aus der Vermutung, das Gebot "überrasche die Hohepriesterin" sei im Spiel...

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Details

Redaktionelle Wertung:

So werten wir

Spieleranzahl: 3 bis 7

Alter: ab 10 Jahren

Spieldauer: 45 Minuten

Preis: 0 Euro

Erscheinungsjahr: 2008

Verlag: BeWitched-Spiele

Autor: Fraser Lamont, Friedemann Friese

Genre: Kommunikation

Zubehör:

1 Spielplan 71 Artefaktkarten 44 Aktionskarten 4 Schicksalskarten 1 Heilige-Grenze-Karte 15 Artefakte 3 Markiersteine 1 Block

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