Wir erschaffen eine Wildblumenwiese.
Mit Papaver rhoeas, Digitalis purpurea und Eryngium planum.
Latein müsste man können...
Klatschmohn, der rote Fingerhut, der Flachblatt-Mannstreu, die ährige Teufelskralle und die Lampionblume sollen auf unserer Blumenwiese blühen.
Eine bunte Mischung die sich auch im Spielmaterial zeigt.
Dazu kommen 25 Samen, 10 Bienen und 10 Ameisen aus Holz.
Schaut alles sehr freundlich aus.
Fünf zufällig vom gemischten Stapel gezogenen Blumen liegen auf den fünf Farbfeldern des Spielplans bereit.
Bienen, Ameisen und Regenbogenplättchen warten auf ihren Einsatz.
Der Wurm wird dem Startspieler zugeteilt und wird somit zum Start-Wurm.
Jeder Spieler bekommt Samen, sieben bei zwei und fünf in Maximalbesetzung.
Ableger nehmen und anbauen
Der aktive Spieler nimmt einen Ableger vom Spielplan und pflanzt ihn in sein Beet, auf das unterste Feld der Wachstumsleiste der Blume setzt man sofort einen Samen aus dem eigenen Vorrat. Nun ist ein Feld auf dem Spielplan leer (auf dem Foto das blaue Feld). Die Farben dieser Spielplanfelder korrelieren mit den Farben der Blumen. Das leere Feld bedeutet: Jede Pflanze dieser Farbe - in diesem Beispiel jeder Mannstreu - darf einen Schritt wachsen. Aber Vorsicht! Nicht nur die eigenen, sondern alle Mannstreu wachsen, auch jene auf fremden Feldern.
Man wähle also überlegt. Was bringt mir mehr und den anderen weniger?
Den Mitspielern zu schaden ist nicht möglich, es ist ein freundliches Spiel.
Habe ich alle meine Samen bereits verbraucht, wähle ich nur eine Farbe und lasse die Blumen dieser Farbe wachsen.
Die Doppelfelder mit den Pfeilen nutzen
Der genommene Ableger triggert das Wachstum der Blume entsprechender Farbe vom nun leeren Spielplan. Das ist gut so, leider für alle Spieler, und wird zuerst für alle farblich passenden Ableger gemacht.
Wichtiger jedoch für ordentliches Wachstum sind die Pfeilfelder auf den Wachstumswegen, zwei dieser Doppelfelder gibt es pro Ableger.
Landet der Samenmarker durch das Wachstum auf einem Feld mit Pfeil, darf er anschließend in der Pfeilphase auf das nächste Feld - das Effekt-Symbol - bewegt werden. Je nach Symbol ist ein weiteres Farbwachstum möglich. Zeigt das Symbol eine Biene oder eine Ameise, bekommt man sofort Biene oder Ameise aus dem Vorrat und platziert sie auf freien Feldern von Ablegern. Dabei gilt: Pro Ableger darf nur eine Biene vorkommen, es müssen jedoch alle Ameisen auf einen Ableger platziert werden. Derart besetzte Felder werden beim Wachsen vom Samenmarker übersprungen, die Blume wächst schneller.
Der Schmetterling-Effekt lässt alle höchsten Pflanzen um eine Stufe wachsen, der Raupen-Effekt die niedrigsten.
Der Grashüpfer-Effekt bewegt alle Samen zum nächsten Grashüpfer, der Effekt des Marienkäfers holt die oberste Blume vom Nachziehstapel in meine Anbaufläche.
Meine Pfeil-Effekte gehören dabei nur mir.
Diese Pfeilfelder dürfen in beliebiger Reihenfolge genutzt werden. Dadurch können sich schöne Wachstumsschübe ergeben und zumeist entschiedet die kluge Nutzung der Pfeil-Phase über Sieg oder ein Platz unter "ferner bauten an...".
Bei einer ährigen Teufelskralle dürfte ein kleiner Fehler unterlaufen sein. Der Pfeil führt von einem Marienkäfer auf das nächste aber leere Wachstumsfeld.
Blumen im 3D-Aufsteller
Die Wildblumenwiesen sind als netter 3D-Aufsteller gestaltet. Ganz einfach ist die Faltung nicht, funktioniert aber letztlich gut.
Fertige Blumen - der Same ist oben in der Blüte angelangt - werden in die Aufsteller gestellt und schauen richtig nett aus. Wackelt jemand am Spieltisch, wiegen sie sich sogar wir im Wind. Ein Set im Aufsteller aus allen fünf verschiedenen Blumen wird mit einem Regenbogenplättchen belohnt. Gegen Abgabe in den Vorrat darf dafür ein Same ein beliebiges Feld überspringen.
Das Spiel endet, wenn die letzte Blume aus dem Vorrat auf den Plan gelegt ist und der Spieler rechts vom Wurm-Spieler seinen Zug komplettiert hat.
Dann gewinnt, wer mehr Blumen in der Wiese stecken hat. Gleichstände sind geregelt.
Spieletester
Fazit
WILDWUCHS ist sympathisch und schaut nett aus.
Es scheint recht simpel, ist aber durch die Pfeil-Phase und der Möglichkeit, diese Effekte in beliebiger Reihenfolge abzuwickeln, durchaus interessant. Es wird dadurch zu keinem Expertenspiel aber Kleinigkeiten in der Abfolge können viel verändern.
Ändert man die Regel zur Verwendung der Pfeil-Effekte dahingehend ab, dass der Effekt genutzt werden können muss um dem Pfeil folgen zu dürfen, dann kann es schwierig werden. Hat man keine rote Blume in der Auslage, der Pfeil-Effekt weist jedoch einen roten Farb-Effekt aus, dann darf der Same nicht weiterziehen, die Blume stagniert. Ohne rote Blume muss man eine Biene, Ameise oder ein Regenbogenplättchen nutzen.
Überhaupt sind Ameisen und Bienen sehr nette Helfer, ihr kluger Einsatz kann viel ausmachen.
Die 3D-Blumenwiese ist nicht nur eine Augenweide sondern auch ein Haubenlokal für Bienen und andere Insekten.
Speziell im Spiel zu Zweit wird es dort ganz schön eng.
Die Altersangabe ab 10 Jahren scheint vernünftig, die Spieldauer von 30 Minuten wird aber locker überschritten.
Letztlich haben wir mit WILDWUCHS ein lupenreines Familienspiel auf dem Spieltisch.
Plus
- sehr nett gestaltet und schön illustriert
- einfacher Zugang mit genug Tiefgang
- ein lupenreines Familienspiel
- kompliziertere Variante verfügbar
- eine Seite in der Spielregel: Kleine Wildblumenkunde
Minus
- Fehldruck einer Blume. Ist der so wertvoll wie bei einer seltenen Briefmarke?
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Details
1 Spielplan
50 Blumen (5 verschiedene je 10x)
45 Holz-Spielsteine
10 Regenbogen-Chips
5 Wildblumenwiesen als3D-Aufsteller
1 Start-Wurm
Spielanleitung
Statistik
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