Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Was kommt und was läuft in den Kinos?

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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon DerSkues » Donnerstag 28. Dezember 2017, 21:09

"Star Wars - Episode VIII" oder "Eine Cash-Cow wird gemolken"

Normalerweise bin ich nicht sehr kritisch was Filme angeht, aber bei dem was Disney hier abgezogen hat, stellen sich mir die letzten Haupthaare zu Berge!
Es gibt das Sprichwort: "Man kann sich alles schönreden."
Das trifft aber definitiv NICHT auf diesen Film zu.

Für jede Szene, die ich gut oder eventuell unterhaltsam, vielleicht sogar vorsichtig cool fand, gab es mindestens drei, die einen facehuggerwürdigen Facepalm zur Folge hatten.

Mein persönliches negatives Highlight (Lowlight?): Leia im Weltall - genug gesagt. Nur der Anstand hat mich im Kinositz verbleiben lassen.
Mein persönliches positives Highlight: Die Royal Guards von Snoke und der Kampf mit ihnen.

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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon jumpwalker » Donnerstag 28. Dezember 2017, 21:35

Leia im Weltall
Welche Chance man alleine bei dieser Szene vertan hat! Das wäre mal ein Abgang mit Stil gewesen für Carrie Fisher! Dort hätte man es für sie enden lassen müssen. Was für einen beeindruckenden Schlußpunkt man sie damit hätte setzen lassen! Alleine an dieser einen Szene war zu erkennen, welchen Unterschied ein Studio/Regisseur gemacht hätte, das/der dem Star Wars-Universum in irgend einer Weise verbunden wäre.
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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon Lynyrd » Donnerstag 28. Dezember 2017, 22:14

"Star Wars - Episode VIII" oder "Eine Cash-Cow wird gemolken"
Hahaha!
Cash-Cow

Da geht mir das Bild nicht mehr aus dem Kopf in die "Seekuh" von Luke gemolken wird.
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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon Lynyrd » Freitag 29. Dezember 2017, 16:55

Ich habe ein wenig darüber nachgedacht warum ich von dem Film so enttäuscht bin.

Die leeren Charaktere die nur am Ende ein wenig Entwicklung aufweisen wurden ja schon genannt. Wobei eine grosse Charakterentwicklung auf der Hellen Seite der Macht noch nie wirklich stattgefunden hat.

Mit fehlt eindeutig ein strategisches Genie auf der Dunklen Seite. War es in Episode 1-3 der Imperator der sein Netz aus Intrigen gesponnen hat und in Episode 4-6 Darth Vader mit seinem geradlinigen Charakter der Fehler sofort bestrafte.

Beides bringen weder Snoke, Admiral Hux noch Kylo Ren zustande.

Ich denke das ich zu sehr von den Büchern der Thrawn Trilogie verwöhnt bin. Wie sehr hätte ich mir gewunschen diese Bücher als Film zu sehen.

Thrawn stellt mit seinem Taktischen Genie und Berechnung alle bisherigen Charaktere in den Schatten. Er ist gebildet, wägt taktische Risiken genau ab und verheizt seine Truppen nicht unnötig.

Diese Figur ist in den Romanen das Zentrale Element das diese Reihe so spannend macht obwohl der Schreibstil ziemlich einfach ist.

Mit geht in Episode 7-8 eine Zentrale Figur ab die einen echten Charakter Symbolisiert und mich weiter fesseln wird.

Weiters waren mir im Film die Slapstick einlagen einfach zu viel an der Zahl. In den alten Episoden waren auch einige eingebaut, aber die lockerten den Film eher auf als ihn in eine Komödie zu verwandeln.

Es waren in dem Film auch zu viele Szenen die Mich als Zuseher ratlos zurück ließen da ich einfach nicht wusste wie diese zu werten sind, z.B. als Luke die Seekuh gemolken hat, das Lichtschwert achtlos und respektlos über die Schulter geworfen hat oder als Leia zurück an Bord schwebte.

Auch die Sidestory mit Fin erschließt sich mir nicht. Ich sehe nicht wo diese etwas zur Hauptstory beiträgt. Dadurch war mit der Film in Summe auch zu lange und ich habe mich stellenweise gelangweilt.
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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon jumpwalker » Freitag 29. Dezember 2017, 18:22

Mit fehlt eindeutig ein strategisches Genie auf der Dunklen Seite.
Das ist ein sehr guter Punkt. Und dadurch, dass nun für den Abschuß der Trilgoie auf der Dunklen Seite bzw. in imperatorähnlicher Machtstruktur einzig und allein Kylo Ren verblieben ist, geht da eine ziemliche Lücke auf. Kylo Ren kommt und kommt nicht aus der Pubertät raus und haut, sobald ihm was nicht passt oder etwas nicht so läuft wie er sich das vorstellt, wie ein trotziges Kind das Interieur seines Raumschiffes kurz und klein. Das wird nix mehr mit einer glaubhaften Weiterentwicklung seines Charakters. Jemand, der da von den bereits vorhandenen Charakteren in die Bresche springen könnte, ist auf der Dunklen Seite jedenfalls nicht zu erkennen. Und eine solche Person erst im letzten Teil in die Story einzuführen, das würde nicht klappen.

Auf der anderen Seite jedoch ist da Rey. Offenbar eine mächtige Jedi-ähnliche Persönlichkeit, die die Sache mit der Macht im kleinen Finger zu haben scheint, keinerlei Ausbildung benötigt und sich Luke Skywalker dennoch in die Möchnskutte macht aus lauter Angst vor ihr. Dieser Charakter wäre also da, mit unklarer Vergangenheit zwar, aber insgesamt fertig entwickelt in seiner Fähigkeit, die Helle (oder Dunkle) Seite zu führen.

Wenn also Rian Johnson die Plot-Twists nicht eigenhändig im Drogenrausch fabriziert hat sondern es bereits doch eine gewisse Vorstellung gegeben hat, wie der dritte Teil aussehen soll, dann folgt daraus nur ein einziger konsequenter Schluß: Dass nämlich Rey zur Dunklen Seite überläuft und gleichzeitig dafür sorgt, dass Kylo Ren seine nachpubertäre Phase gar nicht erst erleben muss. Das würde dann zur Folge haben, dass die Trilogie de facto für die Rebellion schlecht endet (bzw. man diese sogar mit einem Cliffhanger enden lassen könnte). Ob etwas in dieser Art jedoch in der Denke der Disney-Studios vorkommt, wird sich noch weisen. Ein starkes Ende in dieser Richtung würde mich jedenfalls so halb und halb mit der Trilogie versöhnen...

Objektiv betrachtet muss ich annehmen, dass es in eine unerwartete Richtung dahingehend laufen wird, dass plötzlich ein Dunkler Obermotz auftaucht, sich als Snokes Mentor vorstellt und dann die ganze Soße wieder den Bach hinuntergeht... Was mich nach wie vor sehr nervös macht ist Reys ungewisse Vergangenheit in Zusammenhang damit, dass über das Familienleben Obi-wan Kenobis praktisch nichts bekannt ist. Ich fürchte, da steht uns diesbezüglich noch eine Erkenntnis ins Haus.
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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon Philipp Stoklassa » Freitag 29. Dezember 2017, 22:50

Ok, ich gönne ja jedem seine persönliche Enttäuschung, aus großteils nachvollziehbaren Gründen, aber “Disney hat Star Wars umgebracht“ weil kleine niedliche Tierchen vorkommen?
Hat eigentlich irgendjemand hier Episode 6 gesehen? Episode 1? Also entweder ist das nun mal Star Wars, oder Star Wars ist seit 1983 tot.
Und nein, ich bin beileibe kein Fan der Viecher.

Star Wars war immer schon für Kinder gedacht. Ich stelle jetzt mal keine Vermutung über eure Jahrgänge an, traue mich aber zu behaupten, dass ihr bei eurer ersten Sichtung der Original Trilogie deutlich unter 20 wart?

Also ja, schwache Charakterentwicklung, für mache vielleicht etwas unglücklich inszenierte Szenen, alles geschenkt. Den Film soll gut finden, wer ihn gut findet und wenn er einem nicht gefällt ist das auch in Ordnung (wie sollte es da auch nicht sein).
Aber die Hexenjagd, die da veranstaltet wird (noch dazu auf die meines Erachtens falschen, so weit ich weiß hatte Johnson von Disney quasi komplette Freiheit) ist dann vielleicht doch ein bisschen übertrieben.

Indiana Jones 4 war auch (großteils) kacke, hat aber weder 1-3 zerstört, noch mich persönlich beleidigt. Im schlimmsten Fall zwei verschwendete Stunden (bei Star Wars eben knapp 3).
Um es mit den Worten von Mark Hamill zu sagen: “It's just a movie.“
Und ja, eine Cash Cow. Als die ist die Serie aber auch seit jeher ausgelegt.

Möge die Macht mit euch sein. :)

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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon jumpwalker » Samstag 30. Dezember 2017, 09:56

Genau meine Meinung.
Wer sich gut unterhalten findet, ist bei "Last Jedi" auch tatsächlich perfekt aufgehoben. Und darf das auch überschwänglich kundtun, ohne dafür kritisiert zu werden. Wer den Film aber saublöd findet, sollte diese Meinung auch vertreten dürfen, ohne dass dabei mit Worten wie "Hexenjagd" oder "Hinrichtung" darauf geantwortet wird. Diese Art der Verteidigung sollte man dann doch den Fanboys überlassen. Selbst wenn Du nicht geschrieben hättest, dass die Art der geäußerten Kritik Deiner Meinung nach falsch ist, hätte man das schon auch so verstanden gehabt. Du haust Dich jedenfalls ganz schön ins Zeug für einen Film, obwohl der doch nur "just a movie" ist... Respekt dafür! Der Kassenerfolg gibt dem Konzept, das Disney mit "Star Wars" fährt, ja ohnehin recht. Also was soll der Geiz.

Geschmäcker sind glücklicherweise verschieden, sonst wär's recht langweilig auf dieser Welt.

....................
Also entweder ist das nun mal Star Wars, oder Star Wars ist seit 1983 tot.
Da der Story und den handelnden Personen überhaupt keine Logik mehr innewohnt, bleibt wie gesagt nur noch, sich darauf einzulassen, dass die Star Wars-Reihe nicht mit seinem Publikum mitgewachsen ist und seit der "Rückkehr der Jedi-Ritter" ihren Kinderschuhen nicht entwachsen will.
....................
Wahrscheinlich ist die Sache in gewisser Weise auch eine Generationssache. Die Generation, die alle Filme der Reihe bereits zum Kinostart im Kino erleben konnten, gehen mit den aktuelleren Star Wars-Filmen möglicherweise ein wenig härter ins Gericht als sie sich das verdient hätten.
Der Film ist kein Generationen-Problem. Leute meiner Generation finden den Film genauso schrecklich, wie ihn Leute deiner Generation super finden.
Ich stelle jetzt mal keine Vermutung über eure Jahrgänge an, traue mich aber zu behaupten, dass ihr bei eurer ersten Sichtung der Original Trilogie deutlich unter 20 wart?
Da gibst Du mir noch was zum Nachdenken mit auf den Weg. :wink:
...................

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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon Philipp Stoklassa » Samstag 30. Dezember 2017, 14:38

Ich verteidige ja mit keinem Wort den Film. (Zumindest nicht in meinem letzten Post.)

Ich wollte nur aufzeigen, wie seltsam es ist, das ganze "Debakel", so man es als solches wahrnimmt, Disney in die Schuhe zu schieben. Glaubt ernsthaft jemand, dass Disney hergekommen ist und gesagt hat "aber die Rückkehr von Leia hätten wir bitte gerne so wie in Mary Poppins"?
Episode 1 war nicht Disney, ist aber der viel Diseney-igere Film. Episode 6 mit seinen Ewoks gleichfalls. Da hat noch George Lukas selbst "Star Wars ruiniert".
Star Wars VII war auch schon Disney. Die Marvel-Filme sind auch Disney. Dass der neue Thor so lustig ist, ist aber auch hier dem Regisseur in die Schuhe zu schieben.
Disney lässt den Regisseuren eigentlich großteils freie Hand. Wenn ihnen das Ergebnis nicht passt, schmeißen sie halt den Regisseur raus, mischen sich aber selten in den kreativen Prozess direkt ein. Soweit ich das mitbekommen habe zumindest.

Natürlich ist Star Wars eine Cash Cow. Wir alle rennen seit jeher in jeden neuen Film, kaufen Spiele und Bücher zu dem Thema und was weiß ich noch alles. Aber lustigerweise ist es erst eine gemolkene Cash Cow, seit das Ergebnis einen persönlich nicht mehr zufriedenstellt. Weil der (das sei hier noch mal gesagt) Regisseur hier mit seiner Vision den ein oder anderen persönlich Geschmack nicht getroffen hat. Davor hatte man absolut kein Problem damit, die Cash Cow fleißig zu füttern.
Das finde ich dann ein wenig scheinheilig.

Und wenn der neue Film tatsächlich Star Wars ruiniert hat, warum stellt man sich dann immer noch hinter die alten Filme? Ich dachte die sind jetzt ruiniert?

Conclusio: Star Wars wurde in der Vergangenheit schon so oft "ruiniert", schon so viele Star Wars-Filme waren "garantiert der letzte, den ich mir angesehen habe". Und ich wette, dass ihr im nächsten Star Wars-Film wieder drin sitzen werdet. :)

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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon jumpwalker » Samstag 30. Dezember 2017, 20:04

Und ich wette, dass ihr im nächsten Star Wars-Film wieder drin sitzen werdet. :)
PS: Ich bin ein riesengroßer Star Wars-Fan. Nach wie vor. Und so verhält es sich auch bei Star Trek. So schlecht können die gar nicht sein, dass ich nicht immer wieder ins Kino rennen werde, um mir die Dinger anzuschauen.
Aus diesem Grund, lieber Philipp, ist es mir unmöglich, Deine Wette anzunehmen.
Das finde ich dann ein wenig scheinheilig.
Scheinheilig wäre es, einen miesen Film nur dehsalb zu loben, weil er gute Presse hat und man sich nicht traut, eine eigene von der Allgemeinheit abweichende Meinung zu vertreten. Zu wissen, dass man mit seinem Kino-Ticket eine Cash-Cow füttert, gleichzeitig aber nicht mit Kritik spart, wenn einem das Resultat nicht geschmeckt hat, ist überhaupt nicht scheinheilig. Aber diesbezüglich werden wir beide nicht mehr zusammenkommen. Die Hoffnung sollten wir hiermit endgültig begraben. :wink:

Wir sind beide Cineasten, das ist ganz klar, wenn man unsere jeweiligen Datenbanken durchforstet. Wir kommen auch mit "harter" Kost zurecht, die nicht jedermanns Sache wäre (Stichwort u.a. "Under the Skin"), unterscheiden uns jedoch grundlegend darin, dass wir beide eine unterschiedliche Art von Kino-Unterhaltung schätzen. In der Fülle von Filmen, die wir uns reinziehen, ist es klar, dass wir zwar eine recht hohe Schnittmenge haben, bei der wir einer Meinung sind, andererseits aber auch sehr oft gegenteilige Ansichten vertreten werden. Wir sollten jedenfalls die jeweils anderen Meinungen gelten lassen, ohne uns darüber zu kränken, dass solche überhaupt existieren.
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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon Philipp Stoklassa » Dienstag 2. Januar 2018, 12:10

Jetzt weiß ich endlich wie sich Politiker fühlen, deren Zitate einfach aus dem Zusammenhang gerissen werden. ;)

Ich habe nie gesagt (und werde ich auch weiterhin nicht tun), dass es scheinheilig ist, den Film nicht zu mögen/schlecht zu bewerten/zu hassen etc.
Lediglich, dem Film anzukreiden, dass er Teil einer Cash Cow ist, selber aber z.B. zahlreiche DVDs/Spiele/Bücher/anderes Merchandise daheim zu haben.
Ich finde, es ist ein großer Unterschied, ob ein Film gar nicht erst versucht, einen künstlerischen Anspruch zu haben und wirklich nur noch für das Einspielergebnis auf die Welt losgelassen wird (wie etwa das Transformers-Franchise, da scheint sich abseits der Effekt-Leute echt keiner mehr Mühe zu geben) oder ob einem der eingeschlagene Weg einfach nicht gefällt, für den man extra einen Autorenfilmer(!) an Bord geholt und ihm quasi komplette künstlerische Freiheit gegeben hat.

Einerseits wird den Studios immer verübelt, dass sie sich zu sehr in den Schaffensprozess einmischen - dann kommt der Mega-Konzern Disney, lässt den Regisseur einfach machen und schon haben sie dadurch Star Wars ruiniert. Ich habe also nicht den Film selbst verteidigt (ich bin nämlich tatsächlich einfach nur ein Fan, kein Fanboy), sonder die Art, in der Disney an die Sache herangegangen ist, weil das für mich als genereller Film-Fan und nicht als Star Wars-Fan im speziellen eine eigentlich sehr coole Sache ist.
Aber ihr könnt aufatmen, beim Han Solo-Film hat Disney eingegriffen und den Regiestuhl neu besetzt. Wenn euch der gefallen sollte, könnt ihr also gerne "Disney hat Star Wars gerettet"-Lobeshymnen anstimmen. ;)
Ich denke, ich habe den Punkt aber jetzt bereits ausführlich dargebracht und werde nun davon ablassen, Disney weiter verteidigen zu wollen - ich denke, die sind da auf mich nicht angewiesen. ;)
Scheinheilig wäre es, einen miesen Film nur deshalb zu loben, weil er gute Presse hat und man sich nicht traut, eine eigene von der Allgemeinheit abweichende Meinung zu vertreten.
Verlangt wie gesagt keiner und kreidet auch keiner an (ich zumindest nicht). Die Punkte an der Kritik, die ich für mich nicht nachvollziehen kann, habe ich in meinem ersten Post genannt.

Die Filme mit anderem Maß zu messen als die alte Trilogie ist finde ich nicht wirklich fair. (Dialoge, die schon damals so schrecklich waren, dass sie die Darsteller am Set geändert haben, lustige Tierchen, die damals nicht nur Beiwerk waren, sondern in lächerlicher Leichtigkeit das böse Imperium mir Holzklötzen und übergroßen Zahnstochern dezimiert und dadurch denunziert haben, etc. pp.)
Natürlich kann man Star Wars den Vorwurf machen, nicht mit seinem Publikum mitzuwachsen. Dazu muss man sich allerdings auch die Frage stellen, wer das Publikum eigentlich ist. Und da Star Wars so zeitlos ist, sind das eben auch die aktuellen Kinder-Generationen. Es wäre also eher vermessen, Star Wars für die eigene Generation beanspruchen zu wollen. Ja, ein FSK 18 Star Wars hätte seinen Reiz. Das sollte aber kein Film der Hauptreihe sein.
Das wäre ja so, als müsste Bob der Baumeister ab Staffel 10 in 50-Minütigen Folgen gegen die Gewerkschaft und erschwerte Arbeitsplatzchancen aufgrund der Industrie 4.0 kämpfen, weil die Seher der ersten Staffel jetzt erwachsen sind und sich der Anspruch geändert hat.
Ja, Star Wars hat das Potential für Erwachsenenunterhaltung, war aber immer und wird vermutlich auch immer (auch) an Kinder gerichtet sein.
Nie wieder! Episode IX werde ich mir sicher nicht mehr im Kino ansehen.
Das war übrigens der Grund für mein "ihr werdet beim nächsten Teil wieder im Kino sitzen". Dass du, jumpwalker, das ohnehin tust, war mir schon klar. ;)
Was Lynyrd betrifft werde ich aber gerne im Dezember 2019 auf diesen Punkt zurückkommen, um meine These zu überprüfen. :)


Also sind wir froh, dass es Filme gibt, zu denen so diverse Meinungen vorherrschen und die dementsprechende Diskussionen ermöglichen.
Und um das nochmal klarzustellen: Nur, weil man die Meinung nicht teilt und seine gegenteiligen Ansichten und Argumente dazu darlegt, heißt das ja nicht, dass man diese nicht akzeptiert. So funktionieren Diskussionen nun mal. ;)

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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon dieter99 » Dienstag 2. Januar 2018, 13:31

ich will mich nur kurz in die Debatte einklinken und kann sagen, dass ich bisher jeden SW Film gesehen habe, ab Episode 1 immer im Kino und bisher auch immer sehr sehr zufrieden war, ich habe noch vorm Kino zu meinen Kumpels gesagt, endlich gibt es in diesem Jahr mal einen guten Film, für den es sich lohnt ins Kino zu gehen. Während der Vorstellung wurde ich eines besseren beleht und kann ganz ehrlich sagen, dass dieser Film meinen Geschmack so rein gar nicht getroffen hat, der letzte Teil war von der Story her schon dünn, aber die epischen Weltraumschlachten haben das für mich wieder ausgeglichen, die kann J.J. Abrams auch sehr gut. Dieses mal war der Film und die Story sehr dünn, es hat nur noch eine musiklalische Gesangseinlage gefehlt, wie man es aus anderen Disney Filmen gewöhnt ist, um den Film so richtig zu ruinieren... im nächsten Jahr werde ich wohl keine Karten vorbestellen und mir erst mal einige Kritiken durchlesen... schade, aber es war in meinen Augen abzusehen, nachdem der gute Herr Lucas mit SW so viel Kasse gemacht hat und nun nicht mehr mitwirkt, merkt man mehr und mehr, das Lucas an allen Ecken und Enden gefehlt hat. Kann man nur hoffen das J.J. Abrams den nächsten Teil etwas besser hinbekommt. Ich verstehe auch bis heute nicht, warum man sich bei den Filmen nicht 1:1 an die Bücher hält. Wahrscheinlich weil es dann insgesamt nur 9 Teile geben würde und Disney die 4 Mrd. wahrscheinlich gerade so eingespielt hätte... naja hoffen wir mal das der Dezember 2018 wieder ein epischer SW Monat wird ;)

Grüße und ärgert euch nicht gegenseitig, jeder hat seine eigene Meinung und das ist auch gut so :p
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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon jumpwalker » Dienstag 2. Januar 2018, 18:33

Ich will es jetzt genau wissen und werde mir das Ding in der OV nächste Woche nochmals anschauen. Ein zweiter Blick mit ein wenig Abstand kann nicht schaden...
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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon Ralf S. » Montag 8. Januar 2018, 21:14

Auch ich habe mir den Film noch gegeben solange er auf großer Leinwand zu sehen war.
Auf ein Wort gebracht: Langweilig, er war gähnend langweilig. Weder emotional noch optisch fesselnd, musste ich an manchen Stellen (die schweben Leia, der absolut billig aussehende Thronsaal von Snoke oder inhaltlich sinnlose Stampede auf Canto Bight) fast lachen. Überall wurde ein bischen was gezeigt, vieles angedeutet aber kaum ein logischer erzählerischer Seitenstrang weiterentwickelt. Zu wenig Mut? Keine Ahnung.

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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon jumpwalker » Dienstag 9. Januar 2018, 08:41

Langweilig, er war gähnend langweilig.
Ja, stimmt leider. Einem Film aus dem STAR WARS-Universum kann man wirklich viel verzeihen, nur eines sollte er nicht sein: Langweilig. Und deshalb glaube ich werden die Schwächen im Drehbuch auch so offensichtilch - weil man als Zuschauer einfach schon während des Films die Zeit dazu findet, darüber nachzudenken. Und den Thronsall von Snoke hatte ich auch schon vergessen - die Ausstattung hat mich nämlich auch gestört. Dieses Setting hat mich an Fred Astaire-Revuefilme erinnert: Einfach ein Studio, das man statt mit Wänden aus Kostengründen einfach nur mit roten Vorhängen dekoriert hat. Jetzt wo Du das erwähnst...

Ich schau mir das Ding jedenfalls morgen nochmals an, diesmal in der Originalversion. Erstens bin ich neugierig, ob der Film dadurch an Qualität gewinnt und zweitens möcht ich noch gerne einen weiteren kritischen Blick drauf werfen.
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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon jumpwalker » Mittwoch 10. Januar 2018, 21:34

So, jetzt hab ich mir die Sache auch in der Originalversion reingezogen. Natürlich hat auch THE LAST JEDI durch die deutsche Synchronisation verloren. Die Originalversion gewinnt an Stärke (nicht jedoch Mark Hamill, der interessanterweise in der deutschen Fassung deutlich besser zur Geltung kommt). Leider aber hat man beim zweiten Versuch deutlich mehr Abstand und erkennt so weitere Drehbuchschwächen und sonstige Auffälligkeiten, die einem beim ersten Kinobesuch gar nicht aufgefallen sind.

Meine Bewertung bleibt bestehen, aufgrund der nun ganz eklatant auftretenden Drehbuchschwächen gibt es einen halben Punkt Abzug, der kommt aber wieder dazu, weil ein Film in der Originalfassung ganz einfach besser wirkt und in sich stimmiger ist.
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