Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Was kommt und was läuft in den Kinos?

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Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon jumpwalker » Sonntag 17. Dezember 2017, 10:33

Trotz meiner Weigerung, den Film als das wahrzunehmen, was er meiner Meinung nach eigentlich gar nicht sein will, nämlich als Kinderfilm, bin ich dennoch gezwungen, dies zu tun. Sonst würden sich mir die eindimensional gezeichneten Charaktere, die lächerlichen Bösewichte und die vollkommen phantasielose, abwegige und unlogische Handlung überhaupt nicht erschließen.

Der Film hat durchaus optische Stärken, leider jedoch arbeitet das Drehbuch viel zu auffällig dieser visuellen Wirkung zu, anstatt sich auf die Erzählung einer stringenten Geschichte zu konzentrieren.

Da der Story und den handelnden Personen überhaupt keine Logik mehr innewohnt, bleibt wie gesagt nur noch, sich darauf einzulassen, dass die Star Wars-Reihe nicht mit seinem Publikum mitgewachsen ist und seit der "Rückkehr der Jedi-Ritter" ihren Kinderschuhen nicht entwachsen will. Rühmliche Ausnahme dabei: "Rogue One". Dieser Film hat gezeigt, was im Star Wars-Universum tatsächlich möglich wäre.

In Erinnerung wird mir von "Die letzten Jedi" John Williams' starker Score bleiben, der noch einmal all seine Kraft und all sein Können aufbietet und mit vielerlei Referenzmaterial an die Original-Trilogie und damit sein filmmusikalisches Hauptschaffen erinnert. Ein wenig scheint es mir, als hätte er sich mit diesem Score ein Denkmal setzen wollen, wohl wissend, dass er für den abschließenden dritten Teil womöglich nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

Nach den nun vorliegenden ersten beiden Teilen der dritten Trilogie hat sich mein Eindruck verfestigt, dass es eine schlechte Entscheidung des Studios war, an den Original-Charakteren festzuhalten. Dadurch gibt es offenbar zu wenige Möglichkeiten, die Story in interessanter Art und Weise voranzutreiben. Hoth, Dagobah, Yavin 4: All diese Schauplätze tauchen in Teil VIII - zwar unter anderem Namen und in anderem Kontext - wieder auf.

Für das Publikum ist die Wiederholung ganzer Handlungsstränge, die es schon aus der Original-Trilogie kennt, auch in Teil VIII mühelos erkennbar. Es fehlt die Inspiration der Drehbuchschreiber ebenso wie der Mut des Studios, die Geschichte weiterzuentwickeln. Rebellion und Imperium gründen sich unentwegt neu und treten in einem ewigen Kampf gegeneinander an. Man hat den Eindruck, dass beide Seiten den Grund dafür gar nicht mehr benennen können. Die ewige Schlacht tobt, um den Individuen einer ganzen Galaxis ihre Freiheit wiederzugeben. Doch das Schicksal dieser Individuen und Rassen bleibt nach wie vor unsichtbar, dem Zuseher wird der Blick auf diese geknechteten Völker verweigert. Gibt es sie überhaupt? Wem fehlt es an welchen Freiheiten?

Rebellen und Imperium stehen sich im Raum zwischen den Sternen ebenso gegenüber wie auf verlassenen Planeten. Nirgendwo dort, wo der Kampf zwischen beiden Parteien tobt, ist Zivilbevölkerung zu sehen. Mittlerweile fehlt es der Geschichte ebenso wie deren Hauptcharakteren an Motivation. Alles ist gefangen in dem einen Gedanken, Schlachten zu schlagen. Der Zweck ist längst verloren gegangen, uninteressant geworden. Das ist dann insgesamt doch viel zu wenig, als dass daraus ein sehenswerter Film entstehen könnte. Oder wenigstens ein unterhaltsamer.

Währenddessen scheitern die Jedi nach wie vor daran, endlich auszusterben. Schade eigentlich.

Mit "Jar Jar Binks" und den unseligen "Ewoks" als große Ausnahme (letztgenannte aber schon mit gewissen Einschränkungen) hat sich im Star Wars-Universum noch niemand lächerlicher verhalten als Snoke, Oberster Anführer der Ersten Ordnung und Vice Admiral Holdo, eine der ranghöchsten Führungsoffiziere der Rebellenallianz. Niemals zuvor wurden Entscheidungsträger in Form solch absoluter Vollbirnen und vollkommender Lächerlichkeit dargestellt.

:movie1 - 1,5 aus 5 aufgrund der Optik und der Filmmusik

Möge die Macht mit Dir sein, Carrie Fisher!

(Mit Deiner Supergirl-Einlage hat Dir der Regisseur wahrlich den schlechtesten aller Dienste geleistet. Du hättest Dir nicht verdient, dass Deine Fans diese eine abgrundtief miese Szene, in der sich die vollständige kreative Hilflosigkeit des Films manifestiert, in Erinnerung behalten. Einfach nur erbärmlich!)
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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon jumpwalker » Montag 18. Dezember 2017, 09:46

Seit nunmehr vier Jahrzehnten tobt in einer weit, weit entfernten Galaxis (andere sagen auch "Kino" dazu) der Kampf zwischen dem Galaktischen Imperium und der Rebellenallianz. Meine Reihung aller bisherigen Filme:

01. Rogue One: A Star Wars Story ( :movie4)
02. Star Wars V: The Empire Strikes Back ( :movie4)
03. Star Wars IV: A New Hope ( :movie4)
04. Star Wars VII: The Force Awakens ( :movie3)
05. Star Wars VI: The Return Of The Jedi ( :movie3)
06. Star Wars III: Revenge Of The Sith ( :movie3)
07. Star Wars I: The Phantom Menace ( :movie2)
08. Spaceballs ( :movie2)
09. Star Wars II: Attack Of The Clones ( :movie1)
10. Star Wars VIII: The Last Jedi ( :movie1)
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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon Sebastian Michels » Montag 18. Dezember 2017, 18:15

Hey,
habt den Film gestern auch gesehen. Teile deine Meinung allerdings nicht. Ja, Schwächen gibts, und vllt nicht mal wenige. Ich hab andere Ecken an denen ich mich stoße. Bei mir sinds eher immer die logischen Probleme: Umzingelt von 40 Sturmtruppen - puff - eine Explosion, alle Sturmtruppen weg oder tot und die Protagonistrn haben nur ein wenig Ruß im Gesicht. Oder auch schön: 20 Minuten mitm Speeder in Highspeed in eine Richtung fahren - Crash - in 3 Minuten wieder mit Person auf ner Trage zurück am Ausgangspunkt...

Aber ähnliches würde ich in Rogue One finden. Bsp.: Blinder Stockmönch haut Sturmtruppen mit Schlägen vor die Brust KO... der Moment wo jeder verstanden hat, dass Sturmtruppen nur zu Idenfizierungszwecken in weißen Rüstungen rumlaufen...

und wenn schon. Dein Ranking find ich zu vernichtend. Ich wurde gut, bis sehr gut unterhalten und mochte den Ansatz, dass dieser Film die Tür in Richtung "Star Wars - The Next Generation" aufgestoßen hat. Jetzt ist alles möglich und ich freue mich drauf, welche Wege die (Main)Story und alle SideKickFilme einschlagen werden - ich warte ja immernoch sehnsüchtig auf die grauen Jedi !

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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon jumpwalker » Montag 18. Dezember 2017, 19:13

Ich wurde gut, bis sehr gut unterhalten
Hi Seb!

Du hast recht, das einzige Kriterium ist jenes der Unterhaltung. Jedem sei der Film von Herzen vergönnt, der sich davon gut unterhalten fühlt. Sobald ein Film für gute Unterhaltung sorgt, ist auch schon wieder alles gut mit ihm.

Die von Dir erwähnten logischen Ungereimtheiten sind mir natürlich auch ordentlich wo hin gegangen, da hab ich mich allerdings wegen der Spoilergefahr bewußt zurückgehalten und nichts davon erwähnt. Einer geht aber noch, weil der nix über die Handlung verrät: Einem Raumschiff, das sich mit konstant gleichbleibender Geschwindigkeit in einer konstant gleichbleibenden Richtung bewegt, geht der Treibstoff aus? Echt jetzt? Da hab ich in Physik scheinbar irgendwas verpaßt... Da gab's dann noch eine Vielzahl mehr, einiges davon hast Du ja ohnehin auch schon erwähnt. Wobei ich jetzt mal sage, das "Star Wars" niemals etwas mit astrophysikalischer Logik zu tun hatte. Das muss man auch von diesem Franchise nicht erwarten.

Was mich an der Handlung am meisten stört: Dass dem Publikum der Grund des ewig andauernden Schlachtengedöns zwischen der Hellen und der Dunklen Seite überhaupt nicht klargemacht wird. Gut trifft auf Böse - und zack! Schlachtschiff trifft auf Kreuzer - und zack! Gleiter trifft auf Geher - und zack! Sturmtruppler trifft auf Rebellen - und zack! "Handlung" hätte ich mir gewünscht. Sobald PC-Games mehr Handlung anbieten als die dazugehörenden Kinofilme, hört es sich für mich auf.

Wie gesagt: Ich freue mich für jeden, der sich von "Die letzten Jedi" gut bedient fühlt.

Wahrscheinlich ist die Sache in gewisser Weise auch eine Generationssache. Die Generation, die alle Filme der Reihe bereits zum Kinostart im Kino erleben konnten, gehen mit den aktuelleren Star Wars-Filmen möglicherweise ein wenig härter ins Gericht als sie sich das verdient hätten.

Und auf die Sidekick-Filme bin ich so wie Du sehr neugierig: Dem Han Solo-Sidekick würde ich z.B. viel mehr nachsehen. Was dabei rauskommt, werden wir dann in einem Jahr sehen! Freu mich schon sehr darauf.
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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon ReHuWi » Montag 18. Dezember 2017, 21:15

Habe den Film auch letzte Woche gesehen und ich bin leider ebenfalls enttäuscht worden. Technisch ist der Film 1A keine Frage... Bildgewaltig mit Szenen die durchaus gefallen, aber leider ach leider summieren sich die vielen Schnitzer zu einem Berg auf, die nicht mehr darüber hinwegsehen lassen, dass die Magie die das Star Wars Universum einst inne hatte verloren gegangen ist.

Die hier genannten und noch viele weitere logische Fehler, die etwas zu "klamaukigen" Einlagen und die leere Handlung sowie der vollkommen unnötige und sinnlose "Ausflug" von Finn und Rose waren dann zu viel für mich.

Ich befürchte Disney wird das Star Wars Universum ausschlachten bis nichts mehr davon übrig ist... :(

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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon jumpwalker » Montag 18. Dezember 2017, 22:05

Ich befürchte Disney wird das Star Wars Universum ausschlachten bis nichts mehr davon übrig ist...
Disney ist das Fantasy Flight Games der Filmbranche. :roll:
Aber der Erfolg gibt beiden recht, wie es aussieht.
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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon Sebastian Michels » Dienstag 19. Dezember 2017, 09:06

Sobald PC-Games mehr Handlung anbieten als die dazugehörenden Kinofilme, hört es sich für mich auf.
https://www.youtube.com/watch?v=Nzq9epS2b1A

Die Trailer zu Addons sind schon besser als manche Filme :grin:

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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon Sebastian Michels » Dienstag 19. Dezember 2017, 09:06

Sobald PC-Games mehr Handlung anbieten als die dazugehörenden Kinofilme, hört es sich für mich auf.
https://www.youtube.com/watch?v=Nzq9epS2b1A

Die Trailer zu Addons sind schon besser als manche Filme :grin:

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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon jumpwalker » Dienstag 19. Dezember 2017, 11:25

Die Trailer zu Addons sind schon besser als manche Filme :grin:
:smt023
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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon jumpwalker » Dienstag 26. Dezember 2017, 17:41

Hi Phillip!
Solltest Du hier noch mitlesen: Wäre interessant zu erfahren, wie es zu Deiner Letterboxd-Bewertung von :movie4 1/2 kommt?
Scheint ja wieder mal eine Sache zu sein, wo sich unsere Eindrücke diametral gegenüberstehen. Interessant... Ich hab's offenbar nicht mehr drauf, Filme mit den Augen Deiner Generation sehen zu können. Schad irgendwie.
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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon Philipp Stoklassa » Mittwoch 27. Dezember 2017, 10:20

Die Berwertung habe ich 2 Tage später auf 4/5 korrigiert.
Hab ihn jetzt vorgestern noch ein zweites Mal, nämlich auf englisch gesehen - und der 2. Sichtung wieder 4,5/5 gegeben. Was aber tatsächlich nichts mit der Sprache zu tun hat.

Beim ersten Mal schauen bin ich im Kino gesessen und mir gings in etwa wie dem Kollegen hier:
StarWars.PNG
StarWars.PNG (12.03 KiB) 4919 mal betrachtet
Alleine der erste Schwenk nach dem Crawl, auf den der wohl am geilsten aussehendste Raumkampf der Star Wars-Geschichte folgt...

In den folgenden Tagen haben mich diese "Das war jetzt ein bisschen doof"-Moment immer mehr zu stören begonnen (Stichwort Milch, Stichwort Bügeleisen, Stichwort Casino, Stichwort "zieh dir etwas an").

Beim zweiten Mal wusste ich was auf mich zukommt. Leiwand sind diese Szenen immer noch nicht, aber wenn man länger drüber nachdenkt, versteht man, warum Johnson diese eingebaut hat (ok, bis auf das Bügeleisen - keine Ahnung wie Mel Brooks diese Szene in den Film schmuggeln konnte).

Den Vorwurf, alte Themen neu aufzuwärmen kann ich in dem Zusammenhang so gar nicht nachvollziehen. Natürlich gibt es gut und böse, natürlich Sith und Jedi - das ist Star Wars. Und dann kommt aber ein Johnson daher, nimmt Kylo und Rey und setzt die beiden gekonnt zwischen die Stühle. Kylo will kein "böser" Sith sein, der die Galaxis beherrscht. Er scheint eher von der IT-Crowd zu sein und die Probleme der Galaxis auf seine Art lösen zu wollen ("Have you tried turning it off an on again?"). Und dass Rey nicht (nur) der strahlende Held mit der weißen Weste werden dürfte, wurde auch mehr als nur einmal angedeutet. Ich denke also, das Basti hier wohl nicht lange auf seinen grauen Jedi warten werden muss. :)

Zu deiner Kritik bei den Schlachten: Wo kommt denn in den alten Teilen wirklich Zivilbevölkerung vor an den Schauplätzen der Kämpfe? Könnte mich da jetzt spontan an keine derartige Stelle erinnern. Da waren die Rebellenstützpunkte auch immer isoliert (Ausnahme Ewoks, keine Ahnung, ob du die als Zivilbevölkerung durchgehen lässt), die Scharmützel auf imperialer Seite sowieso immer auf irgendwelchen Schiffen im All.
In den Prequels gab es solche Szenen, aber die scheinst du ja auch (teilweise berechtigt, aber doch zu hart) zu verachten.
Warum genau sich Snoke und Holdo lächerlich verhalten haben, kann ich jetzt auch nicht wirklich nachvollziehen.

Und zum Ende hin noch zwei Anmerkungen: Der Film ist kein Generationen-Problem. Leute meiner Generation finden den Film genauso schrecklich, wie ihn Leute deiner Generation super finden.
Und einem Film anzukreiden, weniger Handlung als ein Videospiel zu haben, ist beim Vergleich der Dauer (2h und ein bissi was gegen 6h-40h) vielleicht doch ein wenig vermessen. An der Stelle glaube ich gibt es jedoch einfach ein Generationenproblem bei der Rezeption von Videospielen. ;)

Und was das Star Wars-Feeling angeht, finde ich Rogue One tatsächlich am schwächsten bis jetzt. Der Film hat mich im Kino teilweise echt gelangweilt und erst in der letzten Viertelstunde gezeigt, was wirklich möglich gewesen wäre - das dafür mit einer der meiner Meinung nach mit Abstand stärksten Szenen der Star Wars-Geschichte.

Ich bin mal davon überzeugt, dass JJ das ganze durchaus zu einem runden und befriedigenden "Abschluss" führen kann.
Wenn du allerdings weiterhin die Jedis aussterben lassen, geknechtete Zivilbevölkerung sehen und mehr oder weniger physikalisch nachvollziehbare Raumschiffe erleben möchtest, würde ich dir an dieser Stelle Star Trek ans Herz legen. ;) Bzw. mal sehen, was Tarentino daraus macht.



Edit: Haha, gerade auf Letterboxd gesehen, dass du erst heute dem Fanliebling Star Trek II: Wrath of Khan 2/5 gegeben hast. Scheinbar ist dir also mit Star Trek auch nicht mehr zu helfen. :lol:
Ich hege ja schon länger den Verdacht, dass du versehentlich Schulnoten vergibst. ;)

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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon jumpwalker » Mittwoch 27. Dezember 2017, 11:21

Was für mich die aktuelle Trilogie retten könnte: Kylo läuft zur Hellen Seite über, Rey zur Dunklen Seite. Kylo geht dann im Final Battle zwischen den beiden drauf!

Aber nachdem es sich um Disney handelt und sich JJ Abrams diesem Konzern gegenüber vielleicht auch nicht alles erlauben darf, was er so will, fürchte ich, dass die Porgs im abschließenden Teil noch eine viel gewichtigere Rolle spielen werden und es sich herausstellen wird, dass auch diesmal alle irgendwie miteinander verwandt sind.

Der Kritikpunkt, der für mich am Ende des Tages stehenbleibt und leider alles andere in den Schatten stellt: Die Story entwickelt sich nicht einen Millimeter weiter! Nach dem nunmehr achten "Hauptfilm" ist die Geschichte immer noch dort, wo sie bereits zu Beginn (grob geschätzt rund acht Jahrzehnte davor) gewesen ist. Und das ist zutiefst langweilig. Und langweilig sollte es einem im Star Wars-Universum keinesfalls werden!

PS: Ich bin ein riesengroßer Star Wars-Fan. Nach wie vor. Und so verhält es sich auch bei Star Trek. So schlecht können die gar nicht sein, dass ich nicht immer wieder ins Kino rennen werde, um mir die Dinger anzuschauen. Und "Wrath of Khan" habe ich bereits 1982 mit 2/5 bewertet - ich habe heute nur eine "Review" dazu ins Netz gestellt. Die Bewertung selbst ist also mittlerweile über 35 Jahre alt. Und immer noch gültig. Die Highlights des Star Trek-Universums sind für mich "The Undiscovered Country" und "Into Darkness". "Star Trek: The Motion Picture" hätte ein wahrer Meilenstein sein können, wären ihm nicht die Leistungen aller mitwirkenden Darsteller so sehr im Wege gestanden.
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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon Sebastian Michels » Donnerstag 28. Dezember 2017, 09:22

Aber nachdem es sich um Disney handelt und sich JJ Abrams diesem Konzern gegenüber vielleicht auch nicht alles erlauben darf, was er so will...
George Lucas hat sich bei Lucasarts schon nicht alles erlaubt, was er eigentlich so wollte... ich sag nur "Darth JarJar" :grin:

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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon Lynyrd » Donnerstag 28. Dezember 2017, 20:25

Ohne die vorigen Beiträge gelesen zu haben, hier mein Eindruck.

Ich verfasse diesen Kommentar in einem emotional sehr aufgewühlten Moment. Ich bin echt sauer auf Disney.

Optisch war der Film ok.
Aber die Dialoge, einige Szenen (Leia im All) und div. Putzige Tierchen waren eine Katastrophe!

Mickey Maus hat Star Wars umgebracht.

Nie wieder! Episode IX werde ich mir sicher nicht mehr im Kino ansehen. Für so eine schwache Leistung und keine Innovationen in einem so vielfältigen Universum können sie sich für den nächsten lauwarmen Aufguss einer bereits bekannten Story einen anderen dummen suchen der ihnen das Geld hinterher wirft.

Ich bin wütend und maßlos enttäuscht über das was sie aus Star Wars gemacht haben.

Ein Funken der Hoffnung brennt noch in mir und diese sind die Spin Offs (Han Solo).

RIP Star Wars!
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Re: Star Wars VIII: Die letzten Jedi

Beitragvon jumpwalker » Donnerstag 28. Dezember 2017, 20:37

Ohne die vorigen Beiträge gelesen zu haben, hier mein Eindruck.
Dann brauchst Du Dir meine Beiträge auch nicht durchzulesen, denn diese hast Du mit Deinen Eindrücken bereits gut zusammengefasst. :wink:
Scheint wirklich so zu sein, dass nur noch überdurchschnittlich motivierte Fanboys dieses Franchise ertragen können und es - glücklicherweise - tatsächlich kein Generationsproblem sein dürfte, denn ich hatte schon Sorge, dass ich für Schrott dieser Art mittlerweile einfach nur zu alt sein könnte. Insofern: Danke für Deine aufmunternden Worte! :grin:

"The Last Jedi" ist ein furchtbarer Offenbarungseid für ein Studio, das wahrscheinlich um die 200 Millionen Dollar in die Produktion einer leeren und völlig uncharismatischen Hülle gesteckt hat. Klar kommt die Kohle zigfach über das Franchise wieder zurück, da braucht sich Disney nicht zu sorgen... Aber selbst ich wäre in der Lage gewesen, ein besseres Drehbuch für diesen Film zu schreiben. Und das ist eigentlich eh schon das Schlimmste, was ich über einen Film sagen kann.

Und bei den Spin-Offs bin ich ganz bei Dir: Bei Han Solo, Obi-wan Kenobi und Boba Fett würde ich durchaus mehr durchgehen lassen als bei den Filmen, die die Star Wars-Hauptzeitlinie weiterführen. Und "Rogue One" gibt diesbezüglich Grund zur Hoffnung...
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