Blade Runner 2049

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jumpwalker
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Blade Runner 2049

Beitragvon jumpwalker » Sonntag 15. Oktober 2017, 17:12

„Blade Runner“ ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Auf der großen Kinoleinwand habe ich das im dystopischen Los Angeles des Jahres 2019 angesiedelte Meisterwerk Ridley Scotts am 28.11.1982, 26.3.1985, 17.1.1987 und am 25.4.1993 erleben dürfen. In meiner Bibliothek findet sich einiges an Sekundärliteratur zur Entstehung des Films und zudem bin ich stolzer Besitzer der „Blade Runner 5-Disc Ultimate Collector’s Edition“, in der neben einem umfangreichen Making-Of die Arbeitsfassung, die Final Cut-Version, die US-Kinoversion, die internationale Kinoversion und die Director’s Cut-Version enthalten sind. In meiner Soundtrack-Sammlung findet sich die „25th Anniversary Blade Runner Trilogy“ und darin enthalten die vollständige Filmmusik. Hiermit habe ich mich unwiderruflich als Fanboy zu erkennen gegeben, der „Blade Runner“ schon zu einer Zeit als Meilenstein des Films empfunden hat, als dieser bei Filmkritikern als totaler Flop galt. Soweit dazu.

„Blade Runner“ lebte nicht von der Story. Er lebte von Bildern und hätte als rein optisches Erlebnis schon seine Daseinsberechtigung gehabt, wäre da nicht auch noch der Soundtrack gewesen. Optik und Musik waren gleichberechtigt und standen in ihrer Funktion nicht nebeneinander sondern waren ineinander verschränkt und getrennt voneinander nicht vorstellbar. Es waren essentielle Bestandteile der Seele des Films, gaben ihm seine Kraft und waren verantwortlich für seine außergewöhnliche Wirkung, die mich auch 35 Jahre nach dessen Leinwanddebut noch nicht losgelassen hat.

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sich ein solch beeindruckendes Schauspiel wiederholen könnte. Jetzt kann ich es! Man mag Regisseur Denis Villeneuve vorwerfen, das Original zu sehr kopiert zu haben. Man mag die Langsamkeit der Erzählung bemängeln. Man mag kritisieren, dass der Streifen kaum über spektakuläre Action-Momente verfügt. Man mag enttäuscht sein darüber, dass die Handlung nicht straff genug gezurrt ist für die satte Länge von 165 Filmminuten. Man mag verwundert sein darüber, beinahe einen Arthouse-Streifen vorgesetzt zu bekommen. Doch exakt all das sind die wahren Stärken des Films! „Blade Runner 2049“ nimmt sich Zeit, weicht dadurch wohltuend ab vom Blockbuster-Brimborium und bleibt gerade deshalb auch nach dem Ende des Abspanns in Erinnerung. Der erste Film entwarf eine düstere und pessimistische Zukunft, in die sich die Fortsetzung schlüssig einzufügen vermag. Eine Zukunft, über die der Kinobesucher über das Filmende hinaus nachzudenken bereit sein sollte.

„Do Androids dream of electric sheep - or do they dream of artifical bees instead?”
Der Film ist ein überaus gelungener Versuch, sich der Antwort auf diese Frage anzunähern.

:movie4 Arthouse Noir-Punkte
Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. (Sir Karl Popper)
Meine Brettspielsammlung: http://www.boardgamegeek.com/collection/user/jumpwalker

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Re: Blade Runner 2049

Beitragvon Thesse » Montag 13. November 2017, 01:04

Also ich muss sagen ... mir hat er nicht so wirklich gefallen ... hatte mir ehrlich gesagt mehr erhofft :) Aber das ist wohl Geschmackssache
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