Planet der Affen: Survival

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Planet der Affen: Survival

Beitragvon jumpwalker » Sonntag 6. August 2017, 09:36

Wiedersehen. Affen. In Fortsetzung vier.
Ohne mich.
:movie1
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Sebastian Michels
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Re: Planet der Affen: Survival

Beitragvon Sebastian Michels » Sonntag 6. August 2017, 18:27

Du weißt, dass ich große Stücke auf dich und auch auf deine Meinung halte. Aber ein so vernichtendes "Urteil" ohne Rechtfertigung ist doch mehr als untypisch. Gerade hier wäre ich neugierig gewesen, wo ich eben von eigtl allen anderen Seiten nur höre, das es der beste Film der neuen Trilogie sein soll...

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Re: Planet der Affen: Survival

Beitragvon jumpwalker » Sonntag 6. August 2017, 20:11

Hi Seb!

Vorab: Vielen Dank für die Blumen!

Natürlich kann ich versuchen, meine Kritik an diesem Film in Worte zu fassen.

Der größte Kritikpunkt allerdings ist einer, den ich hier nicht loswerden kann, ohne den Inhalt komplett preiszugeben. Gerne können wir das diskutieren, sobald Du den Film gesehen hast. Vorab zu dieser Sache nur soviel: Entweder ist das Ende eines, bei dem der Regisseur sich gedacht hat "egal, das Publikum denkt ohnehin nicht weit genug mit, um es zu merken". Oder es ist eines, das dem Regisseur passiert ist, ohne dass er es selbst gemerkt hat. Das wäre allerdings in der Tat fatal, denn dann hätte er bei seiner Berufswahl nicht aufgepasst.

(Für die Möglichkeit, dass der Regisseur dem Publikum nicht zutraut, den Fehler zu entdecken, spricht, dass ich bisher noch keine Kritik entdecken konnte, die darauf Bezug genommen hätte.)

Grundsätzlich sind die CGI-Effekte phänomenal und in dieser Qualität wahrscheinlich auf der Leinwand noch nicht zu sehen gewesen. Vor allem die computergenerierten Orang-Utans und Gorillas sind von den Originalen nicht mehr zu unterscheiden. Blicke, Mimik, Gestik, Körperbehaarung - das alles ist wirklich phantastisch und atemberaubend. Auch die Schauplätze - Urwald, dann schneeverhangene Landschaften - sind außerordentlich gut gewählt.

Der Hauptcharakter - Schimpansenmännchen Ceasar - ist eigentlich derjenige, der CGI-mäßig am wenigsten gelungen ist. Da gibt es ein paar Szenen, die nach wie vor nicht darüber hinwegtäuschen können, dass die Sache aus dem Computer stammt.

Wofür ich die Filmemacher jedoch mit meiner Kritik zur Verantwortung ziehe, ist die leider furchtbar platte Handlung, die erstens frech zusammengeklaut ist (und die Originale, nämlich "Apocalypse Now", "Death Wish" und "The Great Escape" habe ich allesamt gesehen) und die Plot-Holes, die mit teilweise peinlichen Drehbuch-Einfällen überbrückt werden. Ohne dabei zuviel zu verraten nur ein Beispiel: Ein Wachtposten, der den Schlüssel zur Zellentür hat, wird sich von den geschätzten 100 Menschenaffen, die diese Zelle bevölkern und von denen selbst das schwächste Weibchen eine größere Körperkraft hat als er, wohl eher nicht dazu provozieren lassen, die Gefängnistür aufzuschließen und die Zelle zu betreten. Die Drehbuchschreiber verlangen das jedoch allen Ernstes von ihm - ganz einfach aus dem Grund, weil ihnen in der Situation die Ideen ausgegangen sind und sie die Handlung von diesem Punkt weg anders nicht weiterentwickeln hätten können. Und das ist jetzt nur ein Beispiel...

Außerdem hampelt in diesem Film - offenbar um für jüngeres Publikum die manchmal doch recht drastisch gewalttätigen Szenen ein wenig zu entschärfen - ein völlig danebengeratener, dümmlicher Sidekick ("Bad Ape") herum, der á la Jar Jar Binks verzweifelt für Lacher im Zuschauerraum sorgen soll. Dieser Charakter entzieht in seiner vollkommenen Unglaubwürdigkeit dem Film noch zusätzlich Atmosphäre. Paradoxerweise ist dieser Charakter CGI-mäßig mit Abstand am besten gelungen.

Der Film leidet so wie einige zuletzt angelaufene hochbudgetierte Filme (z.B. "Valerian") spürbar darunter, dass neben dem perfekt designten CGI-Getöse die Seele der dargestellten Charaktere vollkommen auf der Strecke bleibt. Das klappt ja bei Filmen wie "Transformers", in denen sich ohnehin nur Blechroboter gegenseitig die Birne einschlagen, noch ganz gut. Wenn es jedoch um echte Emotionen, um persönliche Beziehungen und um so etwas wie Chemie zwischen Darstellern geht, ist das Fehlen wichtiger menschlicher Eigenschaften absolut unverzeihlich. Bei allem Bemühen kann man als Zuschauer keine rechte Bindung aufbauen zu Wesen, die das Auge vielleicht nicht mehr von echten Individuen unterscheiden kann, von denen der Kopf aber natürlich weiß, dass es Computerbilder sind. Es entsteht eine seltsam kalte, leere und seelenlose Aura.

Unter dem Strich bleibt: "Planet der Affen: Survival" (nebenbei bemerkt ein viel besserer Titel als der Originaltitel) ist als Popcorn-Kino ganz sicher annehmbar. Ich habe jetzt nach einigen Jahren der bewussten Berieselung jedoch (wieder einmal) damit begonnen, auf die Verzahnung von "Budget" und "Inhalt" zu achten. Und von einem Film, der 150 Millionen Dollar gekostet hat, erwarte ich nicht nur gute Bilder (die ich in diesem Fall sogar voraussetze). Das war mir auch schon bei "Avatar" zuwenig. Da ist auf der einen Seite das technische Handwerk. Auf der anderen Seite jedoch steht das Drehbuch. Und diese beiden Dinge müssen schon zusammenpassen, damit ein guter Film daraus entstehen kann.

Würde ich bei "Planet der Affen: Survival" nur das technische Handwerk bewerten, wäre das einer der wenigen Filme, die sich 10/10 verdienen würden. Aber Technik und Seele sind zweierlei. Und trotz größtem Bemühen kommt der Film seelenlos daher.

Bezüglich meiner Einschätzung habe ich mich auch schon kurz mit Philipp ausgetauscht, der diesen Film im Gegensatz zu mir sehr hoch bewertet. Das zeigt mir wieder mal, wie unterschiedlich Wahrnehmungen sein können. In solchen Situationen hinterfrage ich mich und mein Urteil natürlich. Von Zeit zu Zeit habe ich das Problem, dass ich im Zuschauerraum sitze und den Film aus dem Gesichtspunkt seiner Entstehung sehe. Letzten Endes sieht man einen Film technisch gesehen ja immer nur aus einem einzigen Blickwinkel - aus dem des Kameramannes. Wenn man sich das während des Films bewusst macht, geht viel von dessen Magie verloren. Momentan kämpfe ich offenbar wieder damit, dass mir die Magie im Film zusehends verlorengeht.

Lass Dich also von einer schlechten Bewertung, die für mein Empfinden jedoch angemessen scheint, bloss nicht davon abhalten, Dir den Film anzusehen. Es gibt kaum Filme, bei denen man über keinerlei Unschärfen/Fehler/Schwächen hinwegsehen muss. "Planet der Affen" ist voller Schwächen und Fehler, aber damit in guter Gesellschaft von Filmen, die ich teilweise sehr viel besser bewertet habe. Ich finde es im vorliegenden Fall schade, dass eine Trilogie, die sehr gut begonnen hat und mit Teil 2 noch eines draufsetzen konnte, so zu Ende geht wie es nun mal der Fall ist. Wobei ich nicht glaube, dass wir schon am Ende sind. Die Einspielergebnisse werden das Studio schon noch dazu bewegen, in der Reihe nachzulegen.

So, ich hoffe, das war jetzt weder zu ausführlich noch zu langweilig. Selbstverständlich kann ich meine persönliche Wertung zu Filmen - die, und das möchte ich nochmals betonen, beim Thema "Kunst" nur subjektiv und niemals objektiv sein kann - auch entsprechend argumentieren.

Jedenfalls bin ich neugierig, wie der Film auf Dich wirkt.

In meiner Reihung liegt jedenfalls Teil 2 deutlich vor Teil 1 und Teil 3 weit abgeschlagen am Ende der Trilogie.

Liebe Grüße und danke nochmals dafür, dass Du Dich für meine Filmbewertungen interessierst.
Franz
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Re: Planet der Affen: Survival

Beitragvon jumpwalker » Montag 7. August 2017, 06:13

Schon klar, dass Megabudget-Filme nicht floppen dürfen, denn jeder einzelne dieser Big Budget-Movies hat das Zeug dazu, ein Filmstudio jederzeit finanziell zu ruinieren. In den letzten Jahren habe ich halt leider das Gefühl, dass diese Studios bei der Konzeptionierung solcher Blockbuster mittlerweile einfach darauf vertrauen (und offenbar auch tatsächlich darauf vertrauen dürfen), dass sie mit ihren Filmen ohnehin nur ein undifferenziertes, kritikloses, ungebildetes Publikum zu bedienen haben (Achtung: Nachdem ich selbst solche Filme besuche und ihnen nicht fern bleibe, beziehe ich mich in dieses den Großteil des Kinopublikums beleidigende Urteil ausdrücklich mit ein!). Berieselung mit bunten Bildern und hirnlosen bombastischen Effekten sollte bei weitem nicht ausreichend sein, um damit ordentlich Kohle zu machen.

Mit dieser Kritik am Publikum bin ich eindeutig in der Ecke der x-ten Fortsetzung von z.B. "Transformers", "Fast and Furious" und "Alien" sowie dem x-ten sinnentleerten Reboot von "Spiderman". Die Latte liegt mittlerweile wirklich schon sehr niedrig. Risikobereitschaft und Kreativität bei Filmemachern? Größtenteils Fehlanzeige. Mit Luc Besson hat nach längerer Zeit wieder mal ein Regisseur versucht, einen Big Budget-Film eigenständig zu stemmen. Leider ist "Valerian" zu einem veritablen Flop geraten, der die Megastudios nur weiter in ihrer Überzeugung bestätigen wird, dass ihr Weg der einzig wahre ist. Besson hat der gesamten Branche mit diesem Film leider überhaupt keinen guten Dienst erwiesen. Bei "Valerian" stehen den Produktionskosten von rund 180 Millionen Dollar nach drei Box Office-Wochenenden fast unsichtbar geringe Einspielergebnisse gegenüber. RIP.

Immer schon haben wirtschaftliche Zwänge die Kreativität gekillt. Im Medium Film ist diese Entwicklung derzeit überaus deutlich zu sehen. Das deprimiert mich doch ziemlich und dieser Ärger steckt zweifellos auch in der Bewertung von "Planet der Affen: Survival", der für mich ein Musterbeispiel dieser fehlenden Kreativität ist.

Mega-Blockbuster und Kreativität schließen sich jedoch ganz und gar nicht aus. Vergleiche dazu die "Herr der Ringe"-Trilogie und die zehn Jahre später entstandenen "Hobbit"-Filme. Ein Jahrzehnt hat gereicht, um die Kreativität abzudrehen. Die "Herr der Ringe"-Filme hätten ohne den grenzenlosen Einfallsreichtum des Regisseurs und dem Ideenreichtum der Art Departments nicht entstehen können. Die Hauptdarsteller der Filmreihe waren die erdigen und unverwechselbaren Charaktere, die ihre Emotionen auf das Publikum übertragen haben und mit denen man mitfiebern konnte. Ein Jahrzehnt später waren bei der "Hobbit"-Trilogie all diese Eigenschaften verschwunden. Obwohl exakt das selbe Team (Regisseur, Art Departments) dahinterstand, waren CGI-Effekte dominant, Charaktere austauschbar und die Handlung vollkommen zweitrangig geworden. Die Filme litten spürbar unter dem Zwang, erfolgreich sein zu müssen. Die erste und die zweite "Star Wars"-Trilogie zeigt exakt das gleiche Bild...

So. Genug geheult für heute. 8)
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Re: Planet der Affen: Survival

Beitragvon Sebastian Michels » Montag 7. August 2017, 06:32

Danke für das nachgereichte ausführliche Statement. Auch wenn es nicht nötig gewesen wäre, auf die zwangsläufige Subjektivität hinzuweisen, find ichs trotzdem charmant, dass du es nochmal anreißt, um klar zu stellen, das es deine Meinung und keine andere widerspiegelt.

Ich bin als Kinobesucher doch wohl weit von deinem Grad an Anspruch entfernt - eher Unterhaltungskonsument. Das heißt nicht, dass ich nicht hier immer wieder gerne deine und auch Philipps Wertungen im Stillen lese. Ich bin in der Lage eure Erfahrungen für meine (flacheren) Ansprüch zu differenzieren - aber dafür brauch ich mehr Text :grin:

Anyway. Danke für die Ausführung, danke für die zahlreichen anderen Resumees

Cheers
Sebastian

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Re: Planet der Affen: Survival

Beitragvon jumpwalker » Montag 7. August 2017, 06:41

Ich wär halt dann wirklich sehr an Deiner Meinung interessiert, sobald Du den Film gesehen hast.
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Re: Planet der Affen: Survival

Beitragvon Philipp Stoklassa » Montag 7. August 2017, 09:47

Also für den stillen Mitleser hier auch nochmal meine Letterboxd-Kritik zu dem Film (die sich mit dem von dir gehörten deckt, dass es für mich der beste Teil der Trilogie ist):
Da finde ich einmal den deutschen Titel passender an den Originaltitel. Befürchtet habe ich bei "War for the Planet of the Apes" nämlich einen Film in Richtung "Die Schlacht der fünf Heere".

Aber nein, stattdessen bekommt man eher "Schindlers Liste" mit Affen (naja, sort of...). Der Film ist überraschen ruhig und trotzdem wird genug Action geboten. Diese ist dadurch auch eindringlicher und erzielt eine größere Wirkung - in den in Hollywood mittlerweile leider üblichen Dauereffektgewittern gehen viel zu oft gute Actionszenen leider unter.

Und das führt dazu, dass Teil 3 tatsächlich der beste und ein würdiger Abschluss (?) der Trilogie ist.

8,5/10
Und um kurz nochmal auf einige von Jumpwalkers Kritikpunkte einzugehen:

Dem Jar-Jar Binks-Affen stand ich auch sehr skeptisch gegenüber. Und ich habe echt versucht ihn zu hassen, es hat aber "leider" nicht funktioniert. ;)
Er erinnert irgendwie an Dobbie, nur in sympathisch, da nicht so weinerlich. Und er hat halt echt ein paar sehr gute Szenen, bei denen ich zwar immer im Hinterkopf hatte, "das ist jetzt erzwungen", aber dennoch immer lachen musste und einfach Spaß mit dem Charakter hatte (und zumindest meine Begleitung im Kino auch).

Dass die Charaktere seelenlos bleiben, kann ich so nicht unterschreiben. Gerade wenn man die beiden Teile davor im Kopf hat (habe den Film im Tripple Feature gesehen, die Erinnerung war dahingehend sehr frisch) und die Geschichte der jeweiligen Affen kennt, leidet man mit ihnen nicht weniger mit, als mit menschlichen Charakteren.

Zur platten Handlung: Ich gehöre ja der Fraktion an, die der Meinung ist, dass eine "platte" Handlung kein Problem darstellt, solange der Rest des Films nicht mehr benötigt. Als Beispiel sei hier Mad Max Fury Road genannt, der auch kein großartige "Handlung" hat und für mich (und sehr viele andere, immerhin Metascore von 90) nicht nur gut, sondern persönlich auch der beste Film des Jahres 2015 war. Wenn ich mich recht erinnere, konnte Jumpwalker mit dem Film auch schon so gar nichts anfangen und hat ihn mit 1/5 oder so bewertet. Also vielleicht ist dieser Film kein so schlechter Gradmesser, wie wichtig dir eine ausgefeilte Handlung ist (wobei die Handlung von Planet der Affen freilich deutlich "komplexer" ist, als jene von Mad Max).

Und das noch am Rande: Die Transformers-Filme (nach Teil 1) zählen für mich zu den schlimmsten Machwerken der jüngeren Kinogeschichte, auch bei den letzten beiden Fast & Furios habe ich mich streckenweise sehr gelangweilt im Kino, Spiderman war auch eher durchschnittlich. Mir geht dieser Fortsetzungswahn und die Ideenarmut also grundsätzlich auch reichlich gegen den Strich.
Dennoch hatte ich bei Planet der Affen immer das Gefühl, dass hier jemand die Geschichte der Affen weitererzählen, und nicht einfach nur einen weiteren Planet der Affen drehen wollte.

Zum Abschluss noch die Wertungen der Trilogie:
Teil 1: 7,5/10
Teil 2: 8,0/10
Teil 3: 8,5/10

In diesem Sinne,
(hoffentlich) viel Spaß im Kino! :)


Disclaimer: Wie immer versuche ich nicht, andere Meinungen als falsch darzustellen, sondern nur meine persönliche Auffassung der Kritikpunkte darzulegen. Nur der Vollständigkeit halber. ;)

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Re: Planet der Affen: Survival

Beitragvon Chulainn » Montag 7. August 2017, 10:19

Also ich finde, der Film hat sich eine positive Kritik a la Jumpwalker wirklich nicht verdient.
Wenngleich ich zugeben muss, dass er als Abschluss einer Trilogie doch etwas über Starship Troopers 3 anzusiedeln ist.
Etwas.
Sorry, aber das war wirklich Hollywood-Müll vom Feinsten. Schade drum.

Chu

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Re: Planet der Affen: Survival

Beitragvon jumpwalker » Montag 7. August 2017, 11:53

Zum Abschluß noch meine Wertungen zu den Teilen der Trilogie:
Teil 1: 5,0/10 (Metascore 68/100)
Teil 2: 7,0/10 (Metascore 79/100)
Teil 3: 3,0/10 (Metascore 82/100)

Disclaimer: Film ist Kunst. Kunst kann man nicht objektiv beurteilen. Meinungen zum Thema Kunst verweigern sich daher generell den Kategorien "richtig" oder "falsch". Sie stehen stets gleichwertig nebeneinander. Nur der Vollständigkeit halber. :wink:
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Re: Planet der Affen: Survival

Beitragvon Ralf S. » Montag 7. August 2017, 16:48

Tja echt so unterschiedlich sind die Geschmäcker.
Ich fand den ersten Teil ziemlich Klasse (9/10) den zweiten dann schlechter (7/10)
Werde mir sicher auch den dritten ansehen, aber selten kommt bei mir eine Fortsetzung besser an als der Pilot film.
Es sei denn er ist gänzlich anders aufgebaut und strukturiert (so wie bei den ersten drei Alien Filmen)
Ich lass mich überraschen.

LG Xarlos

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Re: Planet der Affen: Survival

Beitragvon jumpwalker » Montag 7. August 2017, 20:26

Es sei denn er ist gänzlich anders aufgebaut und strukturiert (so wie bei den ersten drei Alien Filmen)
:smt023 :smt023 :smt023 :smt023 :smt023
Da sprichst Du ein großes Wort gelassen aus, lieber Ralf.

Bin neugierig, was Du dann zu "Planet der Affen" sagst.
Philipp hat aus seinem Freundeskreis nur positive, ich aus meinem (fünf Jungs/Mädels haben den Film derzeit gesehen) nur verhalten bis stark negative Rückmeldungen. Bei dem Film scheiden sich tatsächlich die Geister. Sieht man auch wenn man so wie ich mittlerweile viele Kritiken zu dem Film gelesen hat. Bin neugierig...

Bis dann.
Franz
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Re: Planet der Affen: Survival

Beitragvon Philipp Stoklassa » Dienstag 8. August 2017, 08:57

Es sei denn er ist gänzlich anders aufgebaut und strukturiert (so wie bei den ersten drei Alien Filmen)
Und genau das finde ich nämlich, ist bei Planet der Affen der Fall, weshalb mir die Reihe auch so gut gefällt.

@Jumpwalker: Mich würde jetzt (ehrlich) interessieren, wo du schlechte Kritiken über den Film gelesen hast.
Auf Metacritic sind von 50 Kritiken 45 positiv, 5 mittelmäßig und 0 schlecht (es gibt immer mindestens 50/100).
Das negativste Verdict da ist ein "It's an awesome, dull movie" oder ein "hyped and overrated enterprise".

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Re: Planet der Affen: Survival

Beitragvon jumpwalker » Dienstag 8. August 2017, 19:59

+++ ACHTUNG +++ LEICHTE SPOILERGEFAHR +++

Auf der Metacritic-Plattform treibe ich mich nicht herum, aber die IMDB geht regelrecht über vor schlechten Kritiken.
Da sind allerdings auch welche dabei, die weit jenseits aller Vernunft sind. Da gibt z.B. tatsächlich jemand eine Kritik zum Besten, nachdem er diese damit einleitet, dass er fünf Minuten nach Filmbeginn das Kino verlassen hat! Sowas hab ich noch nicht erlebt...

Sind auch einige abartige Ku-Klux-Klan-artige Ergüsse darunter, bei denen über den Plot "weiße Rasse = böse und verschlagen" gegen "schwarze Rasse = gut und barmherzig" hergezogen wird. Unterirdisch teilweise. Mag aber in der aufgeheizten Stimmung, die in den USA derzeit herrscht, für die Jungs überm großen Teich tatsächlich ein ernstzunehmendes Thema sein.

Die Mehrzahl der schlechten Kritiken sind jedoch wirklich gut begründet und die Kritiken für mich daher auch vielfach nachvollziehbar. Wenn man sich die wie gesagt meiner Ansicht nach in ihrer überwiegenden Mehrzahl schlüssig begründeten negativen IMDB-Kritiken so ansieht, kann man die dort vergebene Gesamtnote von aktuell 7,9 (war vor einer Woche doch auch schon mal höher) nicht wirklich gut erklären.

Ich hab lange über meine heftige Kritik nachgedacht und darüber, ob sie wirklich gerechtfertigt ist und komme zu dem für mich letztgültigen Schluß, dass der Film tatsächlich weit davon entfernt ist schlecht zu sein, dennoch konnte er mir keine durchschnittliche Unterhaltung bieten. Möglicherweise stehen wir hier tatsächlich vor einem Generationenproblem, vielleicht bin ich in manchen Situationen auch nur einfach zu kritisch. Klar schaue ich mir (gar nicht so selten) auch Programmkino an, bewerte Independent-Filme aber auch nicht besser als klassisches Popcorn-Kino, das mir genauso taugt. "Wonder Woman", "King Arthur", "Guardians", "Ghost in the Shell", "Deadpool" - das sind alles Filme, die ihre Macken haben und keinerlei Anspruch an das Publikum stellen, die mir als Zuseher aber allergrößtes Vergnügen bereiten. Die sind von mir auch allesamt deutlich überdurchschnittlich bewertet.

Und dann stehen auf der anderen Seite des Spektrums eben Filme wie "Alien: Covenant", "Kong: Skull Island", "Valerian" und "War for the Planet of the Apes", die es inhaltlich nicht drauf haben und zwar in einer Art und Weise, die ich als Zuseher halt leider während der Vorstellung bemerke. Und wenn mir als Zuseher so etwas während des Films auffällt (und nicht etwa stunden- oder tagelang später), dann stimmt mit dem Film etwas Wesentliches nicht, und das kann dann nicht nur das Drehbuch sein. Dann fehlt dem Film Tiefe, Wärme und Gehalt, die der Regisseur dem Publikum meines Dafürhaltens nach eben zu bieten in der Lage sein muss. Leider kann ich das nicht besser erklären.

Was mich an Blockbustern - wenn sie denn ganz bewußt auch schon im Vorfeld als solche konzipiert und entworfen sind - ganz massiv stört: Da werden unglaubliche finanzielle Mittel in die Hand genommen und das Publikum lässt schlechte Drehbücher hochbezahlter Autoren einfach so durchgehen. Und das ist dann auch mein wesentlichster Kritikpunkt, der bei diesem Film übrigbleibt: Das Drehbuch ist für mein Dafürhalten einfach schwach. Die Story schiebt sich von Zeit zu Zeit selbst teilweise ohne Not ins Aus und muss die Handlung dann über einen komplett unglaubwürdigen Kunstgriff wieder auf Schiene bringen (ein krasses Beispiel dazu hab ich weiter oben gebracht). Und nachdem Du meine Review auf letterboxd gelesen haben wirst, kennst Du ja den für mich krassesten Story-Verhub am Ende. Da hat man verzweifelt nach einem Ratz-Fatz-Ende gesucht um zu verhindern, dass der Film nochmals eine Stunde länger dauert und richtet damit unglaublichen Schaden an der gesamten Glaubwürdigkeit der Handlung an (das kann ich jetzt leider nicht anders formulieren, ohne zu spoilern). Ein Film der vergebenen Chancen nach einem wirklich guten Teil 2.

Und natürlich hat "Bad Ape" eine von den Filmemachern ganz klar definierte Aufgabe, nämlich in bestimmten Momenten die Spannung und den Horror aus der Geschichte zu nehmen. Und da sind wir wieder beim Drehbuch: Diese klar definierte Aufgabe ist eben so messerscharf klar definiert, dass mir die Absicht des Drehbuchautors als Zuseher eben auffällt und mich komplett aus dem Film herauszieht. Ich bin dann für einige Momente nicht mehr im Film und das ruiniert mir das Kinoerlebnis. Und natürlich hat auch in meiner Vorführung die Hälfte des Publikums bei den "Bad Ape"-Mätzchen gelacht. Und solche Slapstick-Momente haben meines Dafürhaltens nach in einem solchen Film nichts verloren.

Ich bin jetzt eine ganze Zeit lang über diesem Text gesessen und stelle fest, dass mich die Abweichung unserer beiden Meinungen zu diesem Film tatsächlich sehr beschäftigt. Ich hoffe, ich konnte mich ein wenig verständlich machen, weiß aber, dass ich manche Dinge nicht so zu Papier bringen konnte, wie ich sie eigentlich empfunden habe. Macht aber nix, Du verstehst mich schon.

LG Franz

Nachtrag: Hab jetzt mal auf der IMDB die Kritiken sortiert durchlaufen lassen (wußte bisher gar nicht, dass das geht):
Da schlagen 233 Kritiken unter dem Kriterium "loved it" auf und 193 unter "hated it". Wobei das eine sehr subjektive Einstufung zu sein scheint, da offenbar alles, was unter der Durchschnittsbewertung von 7,9 liegt, als "hated it" gezählt wird. Dennoch sind unter der "hated it"-Sparte bei grober Schätzung rund 80 Kritiken, deren Bewertung nicht höher als 3/10 liegt.
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