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Das Belko Experiment

Verfasst: Mittwoch 28. Juni 2017, 08:31
von Philipp Stoklassa
Battle Royale im abgeriegelten Bürogebäude.
Was für Chancen.
Was für vergebene Chancen.

Warum schaut man Horrorfilme?
- Um sich zu gruseln. Das ist aber kein Psycho Horror.
- Um sich zu erschrecken. Der Film versucht aber nicht einmal, zu erschrecken.
- Um sich an kranken Tötungsvarianten zu erfreuen. Die bietet der Film aber nicht. Die Klassiker Pistole, Messer und Axt sind dabei. Der Rest sind explodierende Köpfe.
- Um mit den Figuren mitzuleiden. Kurz ein Familienfoto rausziehen reicht allerdings nicht, um eine soziale Bindung aufzubauen.

Nun könnte man bei diesem Szenario Gesellschaftskritik erwarten. Oder kreative Lösungsansätze, wie man dem Tod entkommt, nachdem die Angestellten dazu aufgefordert werden, die Hälfte der Belegschaft zu eliminieren.
Doch es passiert genau das, was man vermutet, jedoch nicht einmal demokratisch: alle Angestellten mit Kindern werden verschont, alle über 60 geopfert. Weil das natürlich nicht reicht, heißt es dann bis auf kleine Gruppenbildungen: jeder kümmert sich um sich selbst.

Dann vielleicht eine smarte Auflösung am Schluss oder ein Twist? Nope, Fehlanzeige.

Der Film bietet trotz ausreichend Satirepotential nicht einmal mehr als ein paar Witzchen, auf Kosten einer einzigen Person. Und das, obwohl einige aus dem Comedy Genre bekannte Schauspieler dabei sind.

Ist der Film jetzt schlecht? Nein, nicht wirklich. Er vergibt einfach nur viel zu viele Chancen und bietet keinen wirklichen Grund, angesehen zu werden. Nicht einmal Brüste (Splatterklischee Ende). Ja, für einen DVD-Abend mit Bier reicht es. Da gibt es aber auch besseres, bzw. trashigeres.

Ein Film also, der an seinen Erwartungen (immerhin stammt das Drehbuch von James Gunn) zerbricht.

2,5/5
:movie2