Alien Covenant

Was kommt und was läuft in den Kinos?

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Alien Covenant

Beitragvon jumpwalker » Sonntag 21. Mai 2017, 09:20

Ach! Es hätte doch am Set der Dreharbeiten nur einen einzigen Mitarbeiter gebraucht, der Ridley Scott sagen hätte müssen, dass er ALIEN COVENANT schon vor knapp vierzig Jahren unter dem Titel ALIEN gedreht hat! Leider ist das dem Regisseur selbst offenbar total entfallen. Und so tischt er uns also nochmals die allererste Alien-Geschichte auf. Allerdings mit einem wesentlichen Unterschied:

Wartete die Original-Story noch mit vernunftbegabten Raumfahrern auf, die über einen klaren Menschenverstand verfügten (was ihnen im Kampf gegen das Alien jedoch auch nicht großartig weiterhalf) so sind die Besatzungsmitglieder der "Covenant" (namensgebendes Kolonisten-Raumschiff) allesamt Vollhorsts und selbst unter gemeinsamen Anstrengungen nicht in der Lage, einen einzigen klaren Gedanken fassen zu können!

Man muss annehmen, dass der Weyland-Konzern nach dem Motto "Schicken wir doch einfach die größten Vollbirnen auf diese Mission - sollte sie schiefgehen, ist's wenigstens nicht schade drum und wir haben dem Gen-Pool der Erdbevölkerung sogar noch was Gutes getan" gehandelt hätte.

Leider wäre eine Aufzählung der Fehler, die die Besatzung im Minutentakt begeht, gleichbedeutend mit einer Spoiler-Attacke der besonderen Art. Da ich hier jedoch nichts Wesentliches über die Filmhandlung preisgeben mag (vielleicht sind ja manche Leser masochistisch genug veranlagt um sich diesen Film dann doch im Kino ansehen zu wollen) muss ich es leider bleiben lassen.

Den Raumfahrern von morgen sei ins Stammbuch geschrieben: Zieht euch doch bitte wenigstens Raumanzüge an und setzt euch Raumfahrerhelme auf, wenn ihr auf einem unbekannten Planeten landet und den schon unbedingt selbst erkunden müsst, obwohl ihr doch eigentlich einen Androiden mit an Bord habt, der das gefahrlos für euch erledigen könnte. Und wenn der Bösewicht zu einem Zeitpunkt, zu dem er vom vollkommen überforderten Ersatz-Captain der "Covenant" bereits enttarnt wurde, dem vollkommen überforderten Ersatz-Captain der "Covenant" empfiehlt, sich über ein sich öffnendes Alien-Ei zu beugen und hineinzublicken, weil er darin tolle Dinge sehen würde, dann, ja dann, meine Freunde, sollte man das auf gar keinen Fall tatsächlich tun! Aber der vollkommen überforderte Ersatz-Captain wäre nicht vollkommen überfordert, wenn er es nicht doch tun würde. Ätsch!

Und den Konstrukteuren eines Kolonisten-Raumschiffes, das 2.000 Siedler zu einem neuen Planeten transportieren soll, sei ins Stammbuch geschrieben: Wie zum Kuckuck meint ihr denn, diese 2.000 Passagiere auf die Planetenoberfläche zu bekommen, wenn das Raumschiff selbst gar nicht in Atmosphären eintreten kann und es lediglich über einen kleinen Raumgleiter sowie einen (noch kleineren) Frachtgleiter verfügt? Und nehmt vielleicht nicht nur einen Androiden mit auf die Reise, der ja letzten Endes über viele Jahre sowohl den Hyperschlaf der Kolonisten und der Crew sowie die Funktionstüchtigkeit des Raumschiffes überwachen muss. Eine einzige Fehlfunktion würde reichen, um die Mission scheitern zu lassen. Wäre deshalb wohl eine gute Idee, zehn oder zwanzig von den Jungs mitzunehmen. Nennt sich "Arbeitsteilung" und dient der Risikominimierung.

Der Film ist ein schlechter Scherz, mehr nicht. Es kann sich nur um ein Gerücht handeln, wenn behauptet wird, an diesem Film hätte ein Drehbuchautor mitgewirkt.

Bitte, bitte, liebe Kinofreaks: Bleibt diesem Film einfach so fern wie nur irgendwie möglich und zieht Euch die DVD oder BlueRay vom Alien-Original aus den 70er-Jahren im Pantoffelkino rein - da habt ihr unendlich viel mehr davon! Oder aber ihr geht ins Kino, bewaffnet mit Block und Bleistift, und notiert alle logischen Fehler, die im Drehbuch stecken. Tipp: Nehmt einen Bleistiftanspitzer mit, ihr werdet ihn brauchen!

Ridley Scott sollte vom Alien-Franchise raschestmöglich die Finger lassen und den Staffelstab weiterreichen an einen Regisseur, der die Sache wiederbeleben kann und in der Lage ist, interessante und kreative Geschichten zu erzählen. Scott kann das jedenfalls nicht mehr, der gute Mann scheint am Ende zu sein.

:movie0
Sorry, Ridley.
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Re: Alien Covenant

Beitragvon Philipp Stoklassa » Montag 22. Mai 2017, 12:34

Ich lese das und geben meinen Senf dann morgen dazu ab, wenn ich ihn gesehen hab (möchte heute Abend zuerst noch den ja scheinbar ebenfalls katastrophalen Prometheus vorschieben ;) ).

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Re: Alien Covenant

Beitragvon jumpwalker » Montag 22. Mai 2017, 14:15

und geben meinen Senf dann morgen dazu ab
Auf Deine Meinung dazu bin ich sehr, sehr, sehr gespannt. Wirklich sehr. Sehr, sehr! :wink:
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Re: Alien Covenant

Beitragvon Ralf S. » Montag 22. Mai 2017, 18:30

Ich habe es geahnt, leider. Schon Prometheus war für mich eine hoch gepriesene Gurke...
Die Cinema titelt: Der Film lohnt sich auch wenn man die anderen teile nicht gesehen hat 4/ 5 Sternen Arrgghh

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Re: Alien Covenant

Beitragvon jumpwalker » Dienstag 23. Mai 2017, 05:53

Die Cinema titelt: Der Film lohnt sich auch wenn man die anderen teile nicht gesehen hat
Als ewiger Cinema-Sammler (habe alle Hefte seit der Ausgabe 12/1984 daheim archiviert) kann ich Dir sagen, dass man sich schon seit vielen Jahren vor allem bei der Bewertung von Mainstream-/Blockbuster-Filmen mit ganz wenigen Ausnahmen überhaupt nicht mehr auf die Wertung verlassen kann. Da ist möglicherweise der Druck der Werbeindustrie zu groß, als dass der Verlag sich schlechte Kritiken und damit einhergehend rückläufige Anzeigenerlöse seitens der Verleihfirmen nicht leisten kann. Schade eigentlich.

Sehr schade auch um "Covnenant" - gegen die Optik, die Filmmusik und vor allem gegen die Performance von Michael Fassbender kann man überhaupt nix Negatives sagen. Aber gegen den verheerenden Eindruck, den das absolut hirnlose Drehbuch hinterläßt, sind alle anderen Bemühungen chancenlos...
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Re: Alien Covenant

Beitragvon Chulainn » Mittwoch 24. Mai 2017, 10:50

Also Alien Covenant hat sich so eine negative Kritik echt nicht verdient.
Der Film führt die große Tradition epischer Science-Fiction-Filme im Geist von Starship Troopers und Battlefield Earth gelungen fort.
Man kann sich jedenfalls jetzt schon auf die Fortsetzung freuen.
Total ausgelutscht.

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Re: Alien Covenant

Beitragvon Philipp Stoklassa » Mittwoch 24. Mai 2017, 11:03

Meine Kritik von Facebook:
Ein Film, bei dem sich die Geister scheiden.

Ein Alien-Film also. Die Formel:
Ein Raumschiff
Eine starke Frau
Ein Alien
Eine Crew, die der Reihe nach draufgeht
Und am Schluss überlebt zumindest ein Ei

Und tadaa: genau das liefert der Film.
Vom Look nicht mehr so clean wie Prometheus, schließt er inhaltlich jedoch an diesen an und fügt wie auch schon sein Vorgänger einige Puzzleteile zur Alien-Mythologie hinzu.

Ja, das Ende ist vorhersehbar. Ja, die Crew handelt nicht immer schlau. Aber irgendwie müssen sie eben sterben. ;)

Fazit: Wer Prometheus mochte wird auch Covenant mögen, wer nicht, sollte lieber daheim bleiben.
Von mir gibt's 6,5/10
Also ja, auch wenn ich deiner Schilderung natürlich zustimme (das sind ja Fakten, die sich nicht von der Hand weisen lassen), bei einem Horrorfilm (als den ich den Film nicht wirklich sehe, eher SciFi Film mit Monstern) gehört das für mich schon ein Stück weit zur Prämisse, dass sich die Leute nicht immer schlau verhalten.

Achtung, minimaler Spoiler:
Aber exemplarisch sei da mal die "Schau mal da rein"-Szene angeführt.
Ja, jeder der einen Alien-Film gesehen hat, weiß, dass das eine eher schlechte Idee ist. Das Ding ist: Das hat der Typ aber nicht. Der sieht so ein Ei das erste Mal. Und er steckt ja nicht den Kopf hinein, er schaut von oben in das Ei hinein. Und am Anfang sieht das ja auch alles interessant und harmlos aus. Dass da jetzt was raushüpft, damit ist (in seiner Position, er weiß ja nicht, dass er in einem Alien-Film mitspielt) nicht zu rechnen.
Ja, auf die Gastanks schießen ist eine blöde Idee. Aber was ist die Alternative? Die Chancen das Alien zu treffen bestehen - versucht sie es gar nicht erst, geht sie sowieso drauf. So what? Und die Explosion schaut halt auch einfach geil aus. ;)
Ja, dass sie ohne Helme das Schiff verlassen mutet recht dumm an. Aber sie haben die Atmosphäre ja gescannt. Und aus filmtechnischer Sicht: Willst du 2h lang Schauspielern zusehen, die sich hinter einem Helm verstecken?


Also die Crew in Prometheus fand ich dümmer. Und da hat's mich auch nicht so gestört.
Ich sehe lieber dummen Menschen beim Sterben zu, als solchen, die alles richtig machen und dann trotzdem draufgehen - das ärgert mich dann nämlich. So kann ich mich genüsslich zurücklehnen und genießen. Weil DASS sie auf die eine oder andere Art sterben, steht ja ohnehin außer Frage.

Und selbst wenn man mit all dem gar nicht zurechtkommt, sind es keine 0/5. Da gibt's so viel mehr Filme, die an allen anderen Ecken auch noch allerhand falsch machen (Cast, Musik, Bild, Schnitt - alles Dinge, die bei Covenant passen).

In diesem Sinn: :movie3

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Re: Alien Covenant

Beitragvon dieter99 » Mittwoch 24. Mai 2017, 14:40

danke für die Hinweise, ich werde mir den Film erst nächste Woche angucken können ;) aber als großer Alien Fan, werde ich mir den Film definitiv im Kino angucken gehen, aber wenn dann Donnerstags, denn dann ist o2 Kino Tag und es gibt ein Ticket gratis :p

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Re: Alien Covenant

Beitragvon jumpwalker » Mittwoch 24. Mai 2017, 17:47

In diesem Sinn: :movie3
Das ist dann möglicherweise ein Generations-Problem. Popcorn-Kino á la "Guardians of the Galaxy" und "King Arthur" gut und schön und immer wieder gerne, wenn aber der Regisseur selbst seinen Anspruch auf das Level "Science Facts" schraubt und in Interviews ewig lange von der Motivation der Charaktere daherschwurbelt und wie ach so viel Energie in die Entwicklung einer plausblen Story geflossen ist und man sich dann als Zuseheher mit einem derart unterirdischen Drehbuch konfrontiert sieht, dann hakt es bei mir gewaltig aus. Das reißt weder die visuelle Kraft noch die Filmmusik noch der Tonschnitt noch sonstwas raus. Tut leid. Bei "Covenant" hat Ridley Scott den Boden unter den Füßen verloren.
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Re: Alien Covenant

Beitragvon Ralf S. » Mittwoch 24. Mai 2017, 20:01

Das ist dann möglicherweise ein Generations-Problem. Popcorn-Kino á la "Guardians of the Galaxy" und "King Arthur" gut und schön und immer wieder gerne, wenn aber der Regisseur selbst seinen Anspruch auf das Level "Science Facts" schraubt und in Interviews ewig lange von der Motivation der Charaktere daherschwurbelt und wie ach so viel Energie in die Entwicklung einer plausblen Story geflossen ist und man sich dann als Zuseheher mit einem derart unterirdischen Drehbuch konfrontiert sieht, dann hakt es bei mir gewaltig aus.
Aber Franz, das ist doch mittlerweile überall so. Unglaubliches Geschwurbel was alles beachtet und berücksichtigt wird, wie toll das ganze werden wird etc. und meistens kommt dann genau dort die größte Gülle raus. Gern in fast allen Kulturbereichen genommen (Filme und Games fallen mir da am ehsten ein.)

LG Xarlos

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Re: Alien Covenant

Beitragvon Philipp Stoklassa » Donnerstag 25. Mai 2017, 11:14

Da scheint es mir wiedermal zugute zu kommen, dass ich mich auf Filme mittlerweile so wenig wie möglich vorbereite und mir Trailer, Interviews, Featurettes, Kritiken, etc. erst nach dem Film ansehe. Eine logische, realistische Story habe ich so nämlich nicht erwartet.
Und welcher Schauspieler hat noch nie beim Film "mit dem besten Drehbuch, das ich je gelesen habe" mitgespielt und mit dem "talentiertesten Regisseur seiner Generation" zusammengearbeitet.
Der Typ ist mittlerweile fast 80 (und ein bisschen eigenwillig, was das Alien-Franchise angeht ist er ja noch dazu) und wie bei Scorsese und Eastwood bin ich da eher erstaunt, was die noch für Filme raushauen. Was er sich in Interviews daherfantasiert ist mir also zum Glück reichlich egal und fließt bei mir daher auch nicht in die Wertung ein. Würde ihn also auch nicht anderen Maßstäben messen, als z.B. Guardians, auch wenn er vom Genre freilich woanders angesiedelt ist - für mich ist es denn noch ein SciFi-Unterhaltungsfilm und keine Discovery Channel Doku.
Bei The Martian würde ich ihm sowas mehr ankreiden, auch da muss aber die dramaturgische Freiheit an erster Stelle stehen dürfen (Beispiel Stichwort Sandsturm).

Also wie gesagt: Ja, die Crew verhält sich nicht sonderlich schlau, schrammt aber meines Erachtens am Darwin Award dennoch vorbei. Und vielleicht gibt es ja für alles eine ganz logische Erklärung (ich sag nur Cabin in the Woods ;) ).

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Re: Alien Covenant

Beitragvon jumpwalker » Donnerstag 25. Mai 2017, 20:07

Wie ich - erstaunt über mich selbst - feststelle, habe ich mich in diesen Film so richtig verbissen und kann noch immer nicht glauben, was mir da vorgesetzt wurde.

Ich find's halt zu Ende gedacht genial: Das Schlafschiff kommt nach sieben Jahrzehnten am Bestimmungsplaneten an und der einzige Shuttlegleiter (der ohenhin nur eine mehr als eingeschränkte Personenkapazität hatte) ist zerstört! Wie die Crew nun den Siedler gegenüber eingestehen muss, ist das Mutterschiff nicht in der Lage, auf Planetenoberflächen zu landen. So etwas nenne ich "Mission Impossible". Hoffentlich haben die Leute beim Ablflug daran gedacht, ein paar Schachteln 'Monopoly' oder 'Mensch ärgere dich nicht' mitzunehmen, sonst könnten sich die nächsten Jahrhunderte dort oben relativ zäh gestalten.

Und wir sprechen hier nicht nur von einer einzigen Lücke im Drehbuch, wir sprechen wortwörtlich von mehreren Dutzend gravierenden Fehlern!

Ralf hat mit seinem Posting weiter oben zweifellos recht. Eine Vielzahl heutiger Kinogeher werden mit so einem Schrott tatsächlich gut zurecht kommen - muss man ja nur mal den aktuellen Transformer-Trailer anschauen (auch so ein Film, der ohne Mitwirkung eines Drehbuchschreibers entstanden sein dürfte) oder mal über den Teich blicken, was dort so für ein Präsident in den USA herumhampelt und mit welchem IQ der sich so zufriedengibt. Wird halt trotzdem gewählt, der gute Mann! Also was soll der Geiz von wegen Intelligenz! Wird ohnehin überbewertet.
Ziemlich unglaublich eigentlich, mit welchem Niveau wir uns alle mittlerweile abzufinden haben...

Damit will ich ganz ausdrücklich nichts gesagt haben gegen das denkbegabte Publikum, das in "Covenant" geht, um einen netten Popcorn-Kinoabend zu erleben und gleichzeitig in der Lage ist, die logischen Lücken zu erkennen. Wenn man's sehenden Auges in Kauf nimmt, ist ja auch alles wieder gut. Dann hat der Film auf jeden Fall das Potential, seinen Unterhaltungs-Zweck zu erfüllen.
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Re: Alien Covenant

Beitragvon Chulainn » Freitag 26. Mai 2017, 08:45

Also ich muss mich, als großer Alien-Fan, dem Franz da leider vollinhaltlich anschließen.
Für mich war der Film leider sehr früh erledigt.

Auch in der Zukunft ist eine Mission mit 2000 Kolonisten sicher keine Kaffee-Fahrt. Die Covenant ist ja kein Aufklärungsschiff. Und da fliegen die halt einfach so zu einem anderen System,und beschliessen der Einfachheit halber, gleich dort eine Kolonie zu gründen statt weiterzufliegen, u.a. weil "die Leute sich sicher nicht wieder einfrieren lassen" Dann landen sie dort und spazieren mal locker ohne Helme aus dem Shuttle raus.

Film Ende.

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Re: Alien Covenant

Beitragvon Philipp Stoklassa » Freitag 26. Mai 2017, 09:30

Alternative: Sie steigen nicht aus, fliegen weiter und gründen ihre Kolonie.

Film Ende.

Ich schaue lieber den Film mit der "dummen" Besatzung. ;)

Und ganz so einfach ist es ja nicht. Da fliegst du durchs unbewohnt geglaubte Universum und fängst auf einmal ein Signal auf, das eindeutig menschlichen Ursprungs ist. Ich würde da auch nachsehen wollen. Ihr nicht? Glaub ich nicht. Und ist ja nicht so, dass sie nicht darüber diskutiert hätten, ob das eine gute Idee ist oder nicht.
Die Helmsache scheint auf den ersten Blick vielleicht dumm zu sein, ja. Aber warum trägt man einen Helm im Weltall? Weil man die Atmosphäre nicht atmen kann. Kann man dort aber.
Das mit den Sporen ist zwar dumm gelaufen, erwischt jetzt aber auch "nur" zwei Crewmitglieder. Diese Gefahr schien also überschaubar zu sein, sie hätten auch von einem Stein erschlagen werden können.


Hab jetzt mal auf Metacritic geschaut, ob ich tatsächlich der einzige Mensch zu sein scheine, der den Film nicht in eine Reihe mit den größten Verbrechen der Filmgeschichte stecken möchte, bei Kino+ (wöchentliche 2-stündige Kino-Sendung bei RocketbeansTV auf YouTube) wurde an dem Film von den meisten Diskutanten nämlich auch kein gutes Haar gelassen, ein Freund hat sich vorgestern auch bei mir ausgeschimpft. Tatsächlich sind dort von 50 Reviews aber lediglich 2 negativ, mit einem durchaus soliden 65er-Rating. Bei Rotten Tomatoes (dessen Rating-System ich eigentlich nicht mag) hat der Film sogar 71%.

Womit ich übrigens keinesfalls behaupten oder belegen will, dass ihr "unrecht" habt - wollt mich nur selbst beruhigen, ob ich jetzt schon total verblödet bin oder einfach nur eine nicht so verkappte Sicht auf das Alien-Franchise habe. :)
Der Film hat durchaus Fehler. Darum ist er auch kein Meisterwerk und kriegt von mir "nur" 6,5 Punkte (bzw 3/5*). Aber grottig ist er wirklich nicht.

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Re: Alien Covenant

Beitragvon Chulainn » Freitag 26. Mai 2017, 12:43

@Philipp
Nicht falsch verstehen ... wenn der Film von Ed Wood oder Roger Corman gewesen wäre, kein Wort hätte ich geschrieben :)
Aber Ridley Scott?

Und ich kann für die Menschheit nur hoffen, daß Du nicht für die Missionsplanungen zuständig sein wirst, wenn wir mal eine Rakete weiter bringen als bis zum Mond. Stichwort: "Das mit den Sporen ist zwar dumm gelaufen ..." :)

Aber im Ernst, klar ist es ein Film und man muss da natürlich auch Konzessionen machen, damit es spannend wird. Aber dazu zahlt man mittlerweile auch Drehbuchautoren relativ viel Geld. Und man hätte den Plot auch sicher mit einem logischeren Background in Schwung bringen können.

Der "Plot". Aehm moment, ich geh nur mal kurz kotzen :)
Ok also man hätte die Spezialeffekte sicher auch mit einem ...
Aehm Moment, ...

Ach was, vergessen wir das.


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