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Gesellschaftsspiel Einauge sei wachsam!


Spieletester

Bernhard Tischler

Bernhard Tischler
04.10.2009

Fazit
Einauge sei wachsam hat es 2009 auf die Empfehlungsliste für das Spiel des Jahres geschafft, soll es doch ein solides Verhältnis aus Glück und Strategie bieten und durch seine kurze Einlernzeit für alle Spielergruppen geeignet sein. Leider ist dem nicht ganz so, denn auch wenn "Einauge sei wachsam" sehr viele strategische Elemente besitzt (wie die unterschiedliche Anzahl an Juwelen, Schatztruhen, Dukaten und Säbel eines Kärtchens, die geschickt zu dessen jeweiligen Kosten in Verhältnis gesetzt werden), überwiegt doch eher der Glücksfaktor. Denn bei ungünstiger Kartenlage hat man kaum mehr Chancen den Führenden einzuholen, da dieser durch den Doppelzug-Mechanismus mit Einauges Piratentisch exponentiell seine Führung ausbauen kann. Der führende Spieler, dh. derjenige mit den meisten Dukaten und Säbel, kann sich somit am häufigsten ein zusätzliches Kärtchen von Einauges Piratentisch holen, was ihm dadurch sofort wieder zusätzliche Erträge bringt. Somit ist derjenige mit den meisten Inselkarten überdurchschnittlich im Vorteil. An diesem etwas ungünstig ausbalanciertem Kernmechanismus des Spieles kann dann auch weder eine spezielle Strategie, noch die vom Autorenduo Kramer & Kiesling als Spielvariante beigefügte Profiregel etwas ändern, wirkt sich doch beides nur auf die Schlusswertung, nicht aber auf die als Kern der Spielmechanik vorhandene (Doppel)Zugmechanik aus.

Von der Ausstattung her ist das Spiel in Ordnung, obwohl ein wirkliches Piratenfeeling bei unserer Testrunde leider nicht ganz aufgekommen ist (dieses thematische Problem teilt "Einauge sei wachsam" aber mit vielen anderen Spielen, weshalb dies nicht als großer Kritikpunkt anzusehen ist). Die Anleitung ist kurz und prägnant, gibt aber leider nicht in jedem Fall eine Antwort (wie z.B. ob man - im Falle eines notwendigen Verkaufs von Inselplättchen oder Säbel, zum Zweck des Kaufes eines neuen Plättchens - soviel verkaufen kann, wie man will oder nur soviel bis man sich das erstbeste Plättchen leisten kann; zwar ist letzterer Fall eher anzunehmen, allerdings verschlechtert dies die Situation zurückgebliebener Spieler ja leider noch mehr).

Alles in Allem ist "Einauge sei wachsam" ein solides Spiel für Gelegenheitsspieler und Familien, dem ich offen gesagt aber nur eine Empfehlung gegeben hätte, wenn eine Variante ohne den Doppelzugmechanismus beigegeben worden wäre. Vielleicht fassen sich Kramer & Kiesling ja noch ein Herz und fügen nachträglich eine hinzu, immerhin sind herunderladbare Erneuerungen von Spielregeln heutzutage ja nichts Ungewohntes mehr.

Nettes und solides Spiel für zwischendurch, das allerdings ein wenig an der Spielbalance kränkelt.



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Besucherkommentare

Marcel | 29.03.2012

Ich bin ein wenig über die nur durchschnittlichen Bewertungen von Einauge sei wachsam überrascht. Ich habe im letzten Jahr 16 Partien mit 2, 3 oder 4 Spielern gespielt und jedes Mal viel Spaß gehabt.

Der "Doppelzugmechanismus" macht Sinn und erlaubt den Spielern sich ein wenig zu spezialisieren. Natürlich ist eine Glückskomponente nicht zu leugnen, aber es handelt sich schließlich auch um ein Familienspiel und kein Strategiekracher.

Absolut empfehlenswert auch für 2-Spieler-Partien meiner Meinung nach.

Dagmar Weiss | 21.11.2009

Ich habe heute "Einauge sei wachsam!" auf dem Spielefest in Wien zu zweit gespielt. Das funktioniert leider nicht sehr gut. Durch die geringe Spieleranzahl fällt der Konkurrenzkampf um die Inselkarten weg und daher spielt man meistens nebeneinander her.
Hat ein Spieler mehrere Karten einer Farbe kaufen können, so ist er klar im Vorteil und gewinnt das Spiel haushoch.
Das Spiel mit mehreren Spielern stelle ich mir auf jeden Fall spannender vor, da man um seine Inselkarten schon kämpfen muss.

Die Optik des Spiels ist wunderschön und ansprechend gestaltet worden. Da "Einauge sei wachsam" schon mehrmals vor uns auf dem Spielefest gespielt wurde, hat es dem Robustheitscheck gut stand gehalten.
Einen kleinen Mangel sehe ich in der Spielanleitung, da wir nur vermuten konnten, wodurch das Spiel endet, ob durch 1 Schiffkarte oder nach allen 8.

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Details

Redaktionelle Wertung:

So werten wir

Auszeichnungen:

Empfehlungsliste Spielehit für Familien

Spieleranzahl: 0

Alter: ab 10 Jahren

Spieldauer: 45 Minuten

Preis: 20 Euro

Erscheinungsjahr: 2009

Verlag: Amigo

Autor: Michael Kiesling, Wolfgang Kramer

Genre: Glück

Zubehör:

Spielplan (Einauges Piratentisch) 56 Inselkarten (in 8 Farben) 8 Schiffskarten 28 Säbel Karten 40 Juwelen Dukaten

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