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Bericht Spielespass - Eine Nachbetrachtung


Autor

Peter Placek

Peter Placek
21.11.2016

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Besucherkommentare

Christoph Ledinger | 22.11.2016

Das ist mein Eindruck vom spielespass 2016:

Die Veranstaltung richtete sich an Familien und Kinder, die an Gesellschaftsspielen interessiert sind. Für die Besucher war es fein, dass es ein Familienticket mit ein wenig Rabatt gab.
Was wurde einem dafür geboten? Insgesamt war die Messe sehr übersichtlich. Es gibt zwei große Hallen, in denen alles leicht zu finden war. Im Austria Center, traditioneller Austragungsort des Wiener Spielefestes, gibt es ja viele Nischen, Gänge hinter Wänden, Foyers…, die den Erstbesucher vor große Aufgaben stellen.

Halle B war die große Spielehalle. Dort gab es Tische und Sessel für 3.000 Personen (ich habe die Messe hier betreten und war erst mal erschrocken, wie kahl und leer es aussieht). Rund um das zentral erhöht gelegene Restaurant bzw. eher schon darunter versammelten sich ein paar Stände (Verpflegung, Lightstax, LEU (Lonpos), Unimat, Pestas, Feuerland Spiele (mit eigenem Verkauf), dreamgames (Händler)), die optisch aber nicht präsent waren. An der rückwärtigen Wand gab es noch mehr Verpflegung, in einer der hinteren Ecken fand sich das Spiel des Jahres wieder. Letzteres wurde im Verlauf des Samstag in die Nähe des Durchgangs zur Halle C verlegt, da die hintere Hälfte der Halle B nur spärlich besucht war.

Im spielespass-Teil der Halle C fand man alle Verlage und sonstigen Stände. Zu Sonstige zählten unter anderem Zeitungen, ein Buchhändler, die Showbühne, Aktivprogramm (Hüpfburg, Kletterwand), Hörbücher und japanische Spiele. Außerdem gab es die Möglichkeit, bei der Agentur White Castle Games Spieleprototypen zu probieren. Die restliche Fläche teilten sich Kosmos, Hasbro, Piatnik, Ravensburger, Amigo Spiele, Mattel, Game Factory, ASS und Noris/Zoch (von den Größen ungefähr in dieser Reihenfolge absteigend). Die Standgrößen waren in den meisten Fällen kleiner als vom Spielefest gewohnt. Vergeblich suchte man andere Aussteller die man vom Spielefest gewohnt war (Jumbo, Hans im Glück/ Schmidt Spiele/ Drei Magier, Haba, Pegasus, Heidelberger…).

Kritikpunkt am Spielefest war oft die Sache mit den Spielepässen. Im Prinzip konnte jeder Besucher mehrere Ausweise, Jahreskarten… abgeben und somit mehrere Spiele gleichzeitig ausborgen (obwohl man ja keine zwei Spiele gleichzeitig spielen kann). Machte das einem Tisch ein jeder, war die Spielothek bald leergeräumt und füllte sich erst am Abend wieder. Darum waren viele gespannt, wie man es am spielespass handhaben würde. Und siehe da: Man hatte keine bessere Idee, es gibt weiterhin das System Ausweis gegen Spielepass, Spielepass gegen Spiel. Das Hamstern fand in diesem Umfang aber nicht statt. Alleine schon deswegen, weil die Vielspieler, die an einem Tisch parallel mehrere Spielregeln studierten, hier weder die Zielgruppe waren noch adäquat bedient wurden. Anspruchsvolle Spiele bildeten nämlich eine rare Ausnahme in der Spielothek, man war bald durch. So gab es weder das Kennerspiel des Jahres Isle of Skye noch den Gewinner des Spielehit mit Experten (Österreich) und gleichzeitig Gewinner des Deutschen Spielepreis Mombasa zum Ausborgen. Sogar das Spiel des Jahres Codenames suchte man vergebens, einzig am Spiel des Jahres-Stand konnte man es ausprobieren. Entsprechend verwunderte es nicht, dass Samstag-Besucher mit Wochenendticket am Abend den Sonntag-Teil ihrer Karte über Facebook und Co. zum Weiterverkauf anboten.

Wie kommt es, dass die großen Kracher nicht verfügbar sind? Im Gegensatz zum Spielefest, das nicht auf Gewinn ausgerichtet ist und Werbung für das Kulturgut Spiel machen will, setzt der spielespass auf Kommerz und bietet nur Spiele von Verlagen zum Ausprobieren, die in Halle C einen Stand hatten. Die Einkaufsmöglichkeiten: Wer Planet Harry kennt, wird angesichts des gezeigten Sortiments etwas überrascht gewesen sein. Aber man ist nun mal eher für die Zielgruppe der Vielspieler da, weshalb ein breites Sortiment an dieser Stelle fehl am Platz gewesen wäre. Anders sah es bei dreamgames aus, wo man ein sehr breites Sortiment diversester Verlage auf die Tische getürmt hatte. Am aufgeräumtesten war eindeutig Spielwaren Heinz. Dort gab es ebenfalls Spiele verschiedenster Verlage. So wurde es möglich, dass am spielespass nicht vertretene Spiele (z.B. Codenames) und Verlage (Haba, Djeco, Heidelberger…) käuflich erwerbbar waren. Bezüglich Preisgestaltung muss man sagen, dass es sich um normale Ladenpreise handelte. Einzig die Spiele direkt beim Feuerland Spiele-Verlag waren günstiger als sonst (z.B. Ein Fest für Odin um EUR 60,-).

spielespass und Spielefest: Bereits Anfang April hat spieletest.at berichtet, dass es in diesem Jahr kein Wiener Spielefest geben wird. Grund war die Terminplanung der Messe Wien, die (wie schon im vergangenen Jahr) die Vienna Comic Con auf den Spielefest-Termin gelegt hat (Sorge, dass man sich gegenseitig Besucher wegnimmt), sowie die nicht erfüllbare Forderung vieler Aussteller für deutlich reduzierte Standgebühren am Spielefest ausstellen zu können. Man munkelt, dass Letzteres schon Ergebnis von Vorverhandlungen der Aussteller mit der Messe Wien war. Das Wiener Spielefest macht heuer Pause, die Spielefeste in den Bundesländern finden wie gewohnt statt. In Wien gab es stattdessen die ViennaCON sowie die AustriaCON. Das Spielefest gibt es also weiterhin, die Veranstaltung wurde nicht, wie man mancherorts fälschlicherweise lesen konnte, von der Messe Wien übernommen. Zu diesen Verwechslungen hat sicher die Namensgebung „Spielefestival“ im Untertitel des spielespass beigetragen.

Fazit:
Der spielespass hat das Konzept des Spielefests großteils kopiert. Jedoch sind die Stände der Aussteller kleiner geworden und auch die Anzahl der Aussteller ist gesunken. Dass es Spiele deren Verlage nicht auf der Messe sind auch nicht in der Spielothek gibt, ist natürlich sehr schade. Und es zeigt, dass man hier eindeutig auf Gewinn orientiert ist. Darum hat man wohl auch auf die Familien als Zielgruppe gearbeitet, da sie zahlenmäßig den Vielspielern überlegen sind.
Ob die neue Veranstaltung in der Messe Wien für die Verlage eine Verbesserung darstellt, wird sich zeigen. Das Ambiente einer großen Messehalle, die ohne Sichtmarken mit Tischen und Sesseln vollgestellt ist, ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Für eine Messehalle war es auf jeden Fall angenehm warm.
Zur offiziellen Besucherzahl von in Summe 15.000 über beide Tage muss gesagt werden, dass Eintrittskarten der Vienna Comic CON auch als Eintrittskarten für den Spielespass galten. Der eine oder andere wird sicher einen Rundgang gemacht haben (so wie ich eine Runde über die VIECC gedreht habe), muss aber nicht unbedingt daran interessiert gewesen sein. Einige gewandete konnte ich beobachten, wie sie die Halle bei einem Spielespass-Eingang betreten haben und schnurstracks zum Durchgang zur VIECC gegangen sind. Vermutlich weil man sich das Anstellen sparte?!
In jedem Fall war es ein guter Start, den der spielspass hatte. Aber es gibt noch einiges zu tun.

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